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Lauenburg Burgtheater Ratzeburg erhält Bundeskinopreis
Lokales Lauenburg Burgtheater Ratzeburg erhält Bundeskinopreis
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18:55 06.11.2019
Martin Turowski, Geschäftsführer des Burgtheaters Ratzeburg, im „großen Haus“ seines Kinos. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Ratzeburg

„Wir haben im Augenblick eine ganz gute Serie“, meint Martin Turowski schmunzelnd. Tatsächlich sieht die Erfolgsbilanz seines Kinos im Ratzeburger Burgtheater blendend aus. Nachdem das Haus erst im Juni als bestes Kino Schleswig-Holsteins im ländlichen Raum ausgezeichnet wurde, war nun sogar der Bundespreis mit einer Fördersumme von 7500 Euro fällig. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, überreichte den Preis in der vergangenen Woche in Hannover an Turowski.

Einen mit 7500 Euro dotierten Preis für das „besonders gute Jahresprogramm 2018“ erhielt Martin Turowski von der Kulturbeauftragten der Bundesregierung Monika Grütters. Quelle: hfr

Kieler Ministerin und Verleiher gratulieren

Glückwünsche kamen sogleich vom Bundesverband der Filmverleiher und von Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien. Letztere erklärte: „Das Kino als Kultur-Erlebnis-Ort ist und bleibt unersetzbar und die jetzt ausgezeichneten Filmtheater – fünf Programmkinos – sind der beste Beweis dafür“, sagte Kulturministerin Karin Prien.

Die Preisträger

Insgesamt wurden fünf Filmtheater aus Schleswig-Holstein für ihre Programmgestaltung im Jahr 2018 ausgezeichnet:

• Das Burg Filmtheater in Burg auf Fehmarn für sein Kinder- und Jugend-Programm mit 2500 Euro,

• das Studio Filmtheater am Dreiecksplatz in Kiel für sein Kurzfilm-Programm mit 2500 Euro,

• das Traum-Kino in Kiel für sein Jahresfilmprogramm mit 7500 Euro,

• das Lichtblick Filmtheater in Oldenburg/Holstein für sein Kinder- und Jugendprogramm mit 2500 Euro

• und das Burgtheater Ratzeburg für sein Jahresfilmprogramm mit 7500 Euro.

 

Bundesweit wurden 227 Programmkinos mit insgesamt 1,8 Millionen Euro für ihr herausragendes Kinoprogramm im Jahr 2018 prämiert.

Auch in Zeiten von Streaming-Diensten und Youtube biete das Kino den Rahmen für ein gemeinschaftliches Kultur-Erlebnis an einem besonderen Ort. „So wird der Kino-Abend zu einem unverwechselbaren Ereignis und die Betreiberinnen und Betreiber der ausgezeichneten Programm-Kinos sorgen mit ihrer Film-Auswahl dafür, dass künstlerisch herausragende Filme, besondere Projekte und auch schwierige und herausfordernde Themen weiterhin ein Forum haben und ihr Publikum finden können“, so Ministerin Prien.

„Urbane Lebenskraft und kulturelle Vielfalt“

Für den Verband der Filmverleiher mit Sitz in Berlin gratulierte Geschäftsführer Johannes Klingsporn: „Der Preis der Staatsministerin für Kultur und Medien ist der Beweis für die tolle Arbeit des Ratzeburger Kinoteams. Das Burgtheater in Ratzeburg steht für urbane Lebenskraft und kulturelle Vielfalt.“

Das Kino Burgtheater am Theaterplatz in Ratzeburg. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Regelmäßige Bewerbungen

In Ratzeburg hat Turowski ein Team von 23 jungen Frauen und Männern um sich, die meisten noch Schüler oder Studierende. „Es ist eine super Gemeinschaft, in der die Arbeit großen Spaß macht“, so Turowski, der seit einem Jahr als Vorstand im Verband der Kinobetreiber (HDF Kino) tätig ist und letztens noch die Leitung des Möllner Kinos im Augustinum übernommen hat, nachdem sich dort Marc Fiebig zurückgezogen hatte (LN berichteten).

Für die Auszeichnungen – die jüngsten beiden sind genannt, weitere sind die Platzierungen unter den 100 besten Programmkinos Deutschlands in diesem und unter den besten zehn im vergangenen Jahr – muss sich Turowski stets bewerben. „Es gibt da ein regelrechtes Bewerbungsheft, in dem man auflisten muss, welche Filme wann und wie lange gezeigt wurden, welche Aktionen es dazu gab. Ausschlaggebend ist ein lückenloser Spielplan“, so der Ratzeburger.

Preisgelder werden ins Kino gesteckt

Das Preisgeld von 7500 Euro wird übrigens direkt wieder ins Kino reinvestiert: „Das ist gewissermaßen eine Subvention“. Die auch nötig ist, denn Turowski arbeitet zurzeit stark daran, das Haus weiter aufzuhübschen.

„Zuletzt hatten wir den Saal 2 komplett saniert, in Saal 1 haben wir neue Stühle und eine neue Leinwand“, zählt er auf. Als Nächstes soll das Foyer renoviert werden und im nächsten Jahr ist eine neue Bestuhlung im großen Haus für rund 200 000 Euro vorgesehen. „Außerdem planen wir noch einen kleinen vierten Saal, in dem wir Filme mit längerer Laufzeit abspielen.“

Guter Mix kommt bei Zuschauern an

Wirtschaftlich läuft es im Moment übrigens erfreulicherweise wieder besser. „2018 hatten wir kein schönes Jahr. In diesem Jahr verzeichnen wir dagegen eine Steigerung von 30 Prozent!“ Woran liegt das? An einer Ausrichtung auf kommerziell erfolgreiche Filme?

„Nein“, antwortet Turowski. Für ihn gebe es ohnehin keine guten oder schlechten Filme. „Kino ist per se Kultur. Wir wollen einen guten Mix bieten zwischen Kassenschlagern und anspruchsvollen Streifen.“ Das jedenfalls scheint ihm und seinem Team gut zu gelingen. Die Zuschauerzahlen und die steten Preise für das gute Programm bestätigen dies.

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