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Lauenburg Hineingeboren in das Schaustellerleben
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21:13 01.11.2019
Otto Cornelius (61) aus Wallenhorst bei Osnabrück ist seit Kindheit Schausteller. Mit 14 Jahren stieg er voll in das Geschäft seiner Eltern ein. Bereits der Urgroßvater hatte eine Schießbude. Auch seine drei erwachsenen Kinder sind Schausteller. An der Kasse seines Riesenrades in Mölln hat der Chef alles im Blick. Quelle: Florian Grombein
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Mölln

In Hemd und Kragen sitzt der Chef höchstpersönlich an der Kasse seines Riesenrades. Er wirkt ausgeschlafen. Dabei waren die letzten Tage alles andere als geruhsam. Am Dienstagabend von 22 bis 4 Uhr in der Frühe hat der 61 Jährige mit seinem Mitarbeiter das Riesenrad in niedersächsischem Brockum abgebaut. Nach vier Stunden Schlaf ging es dann nach Mölln zum Aufbau bei Herbstmarkt. Ein anderes Leben kennt der Cornelius nicht. Doch wie wird man eigentlich zum Schausteller?

„Unser Spielplatz war der Arbeitsplatz meiner Eltern“, sagt Otto Cornelius. Es war nicht so, dass er irgendwann gesagt hätte, ich werde jetzt Schausteller. Hineingeboren in eine traditionelle Schaustellerfamilie war das Ganze ein Prozess. Sein Urgroßvater sei schon mit einer Schießbude und einem Pferdewagen unterwegs gewesen. Und 1946, direkt nach dem Krieg, bauten sein Großvater Otto Wittler und sein Vater Bruno Cornelius eines der ersten Riesenräder der Region. „Das stand bis in die 1970’er Jahre sogar noch in Mölln beim Herbstmarkt“, berichtet Cornelius.

Mit 14 ins Geschäft eingestiegen

Mit 14 Jahren meinte sein Vater, es sei jetzt Zeit, richtig in das Geschäft einzusteigen. Von da an war er beim Auf- und Abbau beteiligt und steuerte auch die Zugmaschinen. Zunächst mit Sondergenehmigung transportierte er mit 25 km/h Riesenrad und Wohnwagen von Jahrmarkt zu Jahrmarkt. Zur Schule ging es fast ausschließlich in Gastschulen, dort wo die Schausteller ihre Zelte aufschlugen. Jedes Schaustellerkind hat deshalb ein Schulbesuchsbuch, in dem genau verzeichnet ist, welche Lektionen bereits dran waren und wie es um die Leistungen steht.

So ging es später auch bei Martina und Otto Cornelius. „Heute legen wir allergrößten Wert auf die Bildung der Schaustellerkinder“, berichtet er. Dafür sorge unter anderem das Bildungswerk des Deutschen Schaustellerbundes. Die 90 Schaustellerverbände gemeinsam finanzierten die Lehrprogramme und Angebote. Die beiden Söhne Mike und Ronny sowie die Tochter Nancy ergänzen die Schausteller-Familie und kümmern sich gemeinsam mit ihren Eltern um die Geschäfte, zu denen neben dem Großriesenrad ein Kinderkarussell und die „Verrückte Farm“ gehören. Aber auch gastronomisch kann der Betrieb einiges bieten. Auf dem Osnabrücker Weihnachtsmarkt etwa gehören Glühwein und Champignons sowie Schmalzkuchen zum Repertoire.

Seit Generationen ist die Familie Cornelius im Schaustellergeschäft, seit 1946 mit Riesenrädern. Am Kurparkparkplatz in Mölln machen sie derzeit beim Herbstmarkt Station. Ein Leben an verschiedenen Orten und in verschiedenen Schulen war für Otto Cornelius stets ganz normal.

Aus vier Sattelauflegern wird ein Riesenrad

Das Riesenrad, das jetzt in Mölln steht, hat 36 Gondeln. Von 9 bis 18 Uhr dauerte der Aufbau in der Eulenspiegelstadt. Otto Cornelius, sein Sohn und sechs Mitarbeiter waren daran beteiligt. Auf vier Fahrzeugen werden die Teile dafür transportiert. Dazu kommen noch Wohn- und Personalwagen, die den Tross komplettieren. „Der Aufbau ist hoch komplex“, sagt der Schausteller. Jeder der vier Sattelaufleger ergibt ein Element des Fahrgeschäfts. Mit einem Nivelliergerät müssen sie zentimetergenau platziert und zu einem großen Element verbunden werden. Vor Kurzem wurde das Riesenrad komplett „renoviert“. Die Gondeln haben einen neuen Anstrich und eine neue Bemalung bekommen. Eine Rieseninvestition in das Großriesenrad: 120 000 Euro hat die Familie allein darin investiert. Alle zwei Jahre im Winter kommt der Tüv und unterzieht das Fahrgeschäft einer technischen Prüfung. Noch bis Montag ist das Fahrgeschäft in Mölln. Dann heißt es auch schon wieder abbauen. Ab zum Weihnachtsmarkt in Lübeck.

Von Florian Grombein

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