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Lauenburg Coworking auf dem Land braucht Förderung
Lokales Lauenburg Coworking auf dem Land braucht Förderung
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13:22 21.08.2019
Die Möglichkeiten des Coworkings für den ländlichen Raum sind auch Thema einer Diskussionsrunde auf Einladung der Grünen mit Kreistagsabgeordnetem Oliver Brandt (2.v.l.), Landtagsabgeordnetem Joschka Knuth, Coworkland-Vorstand Ulrich Bähr (r.) und Wirtschaftsförderungs-Geschäftsführer Ulf Hahn (l.). Quelle: Holger Marohn
Bliestorf

„Mit Coworking haben wir die Möglichkeit, Räume und Netzwerke zu schaffen, die das Arbeiten auf dem Land wieder attraktiv machen“, sagt Ulf Hahn. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Herzogtum Lauenburg (WfL) sitzt gemeinsam mit Joschka Knuth, Sprecher für Wirtschaft und Digitalisierung der Grünen Landtagsfraktion und Ullrich Bähr, Vorstand von Coworkland auf der Terrasse des Coworking-Popups in Bliestorf und diskutiert mit 20 Interessierten über moderne Arbeitsformen. Früher sei die Arbeit schlicht nicht mehr da gewesen. Die Digitalisierung könne in Kombination mit Arbeitsplatzkonzepten den Trend umkehren.

Ziel müsse sein, der Entwicklung zu „Donut-Dörfer“, den Schlafdörfern, entgegenzuwirken, sagt auch Ulrich Bähr von Coworkland. Bislang sein die Digitalisierung aufgrund der besseren Versorgung in den Städten ein Treiber der Urbanisierung gewesen. Aufgrund der inzwischen vielerorts sehr guten Versorgung des ländlichen Raumes und zunehmender Mobilitätsfragen, sei er sicher, dass sich dieses in Zukunft umkehren wird.

„Die Zukunft wird garantiert eintreten. Die Frage ist nur, wie wir diese Zukunft gestalten.“ So würden die Menschen nicht in die Coworking-Spaces auf dem Lande kommen, weil sie zu Hause keinen Schreibtisch hätten, sondern, weil sie die Gemeinschaft und Kontakte suchen würden, so Bähr

Doch der Weg zu neuen Konzepten ist weit. Das hat auch Jule Lietzau in Bliestorf festgestellt. „Vor gut zwei Jahren stand ich mit der Idee eines Coworking-Spaces hier ziemlich alleine da“, sagt sie. Zuvor hatte sie sich die Daten ihrer Gemeinde angesehen. Danach würden 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig angestellten Bliestorfer auspendeln. „Hier ist über Tag einfach nicht viel los. Das wollte ich ändern“, sagt Lietzau. Sie gründete die Initiative Torfhub als Initiative, die sich für neue Arbeitsformen im ländlichen Raum und Dorfentwicklung einsetzt und so auch zum Betreiber des derzeit aufgebauten Coworking-Space in Bliestorf wurde.

Landtagsabgeordneter Joschka Knuth ist sich sicher, dass sich Schleswig-Holstein aufgrund des starken Tourismus optimal auch für Coworking eignet. „Wir haben hier viele schöne Orte, an denen es sich lohnt zu arbeiten“, sagt Knuth. Um diese Ideen vor Ort umzusetzen, bedürfe es jedoch mutiger Menschen. Diese Coworking-Spaces seien eine Art neues Dorfzentrum. Bei der Frage nach Förderkonzepten sei es wichtig, dass immerhin schon einmal über den Bedarf diskutiert werde.

Für Hahn geht es bei den Coworking-Spaces auch um eine Chance, Frauen den Wiedereinstieg in den Beruf zu erleichtern. Das die „bessere und vielleicht auch schlauere Hälfte“ auch arbeiten könne, sei letztlich auch ein Grund, warum Kitas gebaut und gefördert würden. Doch für viele auf dem land lebende Mütter mache der lange Arbeitsweg selbst einen Halbtagsjob oft nur schwer möglich. Mit Arbeitsplatz-Angeboten vor Ort, könne man das ändern.

Bähr ist sich sicher, dass es auf dem Land „unheimlich viele Leute gibt die warten, dass etwas passiert“. Dabei gehe es nicht nur um Freiberufler. Ein Problem sei allerdings, dass die vorhandenen Förderprogramme oft nicht passen würden. So war auch das Coworking Popup in Bliestorf nur möglich, weil der Kreis das Geld dafür bereitstellte.

Von Holger Marohn

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