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Lauenburg Hospiz: Ein Ort der liebevollen Begleitung
Lokales Lauenburg Hospiz: Ein Ort der liebevollen Begleitung
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13:07 21.12.2018
In der letzten Phase des Lebens nicht allein sein, Geborgenheit, Trost und Unterstützung erfahren: Dafür tragen Hospize und Hospizvereine Sorge. Quelle: dpa
Geesthacht

Ein kleiner Tannenbaum. Geschenkpäckchen am Treppengeländer. Eine Vitrine mit Engeln. Die Gäste und Besucher des Auxilium Hospizes in Geesthacht werden in heimeliger Atmosphäre empfangen.

Adventszeit im Foyer des Geesthachter Hospizes „Auxilium“ an der Schillerstraße. Quelle: Dorothea Baumm

Gäste und Besucher – ist das nicht doppelt gemoppelt? Ist es nicht, denn wer in dem Haus an der Schillerstraße sein letztes Zuhause findet, wird nicht „Patient“ genannt, sondern eben Gast. Manuela Glaubach-Gruse leitet das Hospiz, und sie betont, dass sich hier alle wohlfühlen sollen, die Gäste ebenso wie deren Angehörige und Freunde, aber auch die Mitarbeiter. „Der häuslich-familiäre Charakter liegt uns sehr am Herzen“, sagt sie. Fast noch wichtiger aber sei, dass die Privatsphäre der Gäste geachtet werde.

So können Sie helfen

Wer schon einmal das Sterben eines Angehörigen oder eines lieben Freundes erlebt hat, weiß, wie schwer und kräftezehrend es ist, Abschied zu nehmen. In diesem Jahr wollen wir mit unserer Leser-Aktion „Hilfe im Advent“ diejenigen unterstützen, die ehrenamtlich in Hospizvereinen das Wertvollste geben, was sie haben: Zeit und Anteilnahme. Helfen Sie gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg, die Bedingungen für die Ehrenamtler und ihre Klienten in der letzten Lebensphase zu verbessern.

Hanno Hannes, Lokalchef Lauenburgische Nachrichten

Das Spendenkonto

Verwendungszweck: „Hilfe im Advent“

Kontoinhaber: Hospizverein Ratzeburg, Mölln und Umgebung

IBAN : DE26 2305 2750 0081 5525 80

Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg

Früher war das Haus ein Hotel, entsprechend verfügen die 14 Einzelzimmer über Badezimmer, die allerdings nicht barrierefrei sind. „Wir haben aber ein großes Pflegebad, auch mit Wanne, wellnessmäßig ausgestattet“, erzählt Manuela Glaubach-Gruse, und sie ergänzt, es sei „noch nie ein Problem für unsere Gäste gewesen, dort zu duschen“.

Wie im Hotel haben alle Zimmer Anschlüsse für Kabelfernsehen und Telefon. Anders als im Hotel sind sie aber auch mit Pflegebett und Notrufeinrichtung ausgestattet. Das ist wichtig, denn ins Hospiz kommen Menschen, die unheilbar und, wie die Mediziner es ausdrücken, final erkrankt sind. „Wir bieten unseren Gästen und ihren Angehörigen eine ganzheitliche, respekt- und liebevolle Betreuung.“

Alle offen zugängliche Bereiche im Hospiz sind liebevoll dekoriert. Auf diesem Tisch findet die Trauer ihren Platz, wenn einer der Gäste gestorben ist. Quelle: Dorothea Baumm

Das ist das Ziel, das Hospizvereine und das stationäre Hospiz eint: „Wir wollen es dem sterbenden Menschen ermöglichen, die letzte Lebensphase würdevoll und – so weit wie möglich – selbstbestimmt und angstfrei zu verbringen.“ Die Leiterin des Hospizes weiß, wovon sie spricht. Sie bringt diverse Qualifikationen mit, ist Fachkrankenschwester Intensiv und Anästhesie, ist qualifizierte Pflegedienstleitung und Heimleiterin und natürlich hat sie auch eine Weiterbildung in Palliativ Care absolviert: „Das muss man als Leitungskraft im Hospiz haben.“

Schon länger auf dem Markt

Seit 2007 leitet die 58-Jährige das Hospiz in Geesthacht, „und vorher habe ich hier schon als Krankenschwester gearbeitet“. Seit 2002 gibt es die Einrichtung bereits in Geesthacht: „Wir gehören zu den Hospizen in Schleswig-Holstein, die schon länger auf dem Markt sind.“

1986 sei das erste deutsche Hospiz in Aachen eröffnet worden, erzählt die Chefin des Auxiliums, das sei damals im Zuge der Aids-Erkrankungen geschehen. „Heute haben wir kaum noch Aids-Patienten, die Erkrankten haben zum Glück mit den Medikamenten eine hohe Lebenserwartung.“ Die Hospize beherbergten heute zu gut 98 Prozent Krebspatienten. „Kinder und Jugendliche haben wir hier nicht. Wir dürfen Menschen ab 18 Jahren aufnehmen, aber in all den Jahren, in denen ich hier arbeite, hatten wir erst zwei mal ganz junge Menschen.“

Professionelle Distanz wahren

Der Altersdurchschnitt der Gäste im Auxilium reiche von den 60ern bis über 90, die meisten aber seien in ihren 70ern. „Wobei wir leider beobachten, dass die Jüngeren mehr werden.“ So wohl die Gäste sich auch fühlen sollen, so ist der Fachfrau doch wichtig, dass ihre Mitarbeiter professionelle Distanz wahren. „Die Anrede ist prinzipiell Frau oder Herr und Sie. Wenn einer sehr jung ist und partout mit Vornamen angeredet werden möchte, machen wir das im Ausnahmefall, bleiben aber immer beim Sie.“

Diese Distanz dient dem Schutz der Mitarbeiter. „Das ist ein Beruf mit einer hohen psychischen Belastung“, stellt Manuela Glaubach-Gruse fest. Auf die 14 Betten, die in aller Regel immer belegt sind, kommen 17 Stellen in der Pflege, dazu Mitarbeiterinnen in der Hauswirtschaft, der Verwaltung und als Reinigungskräfte. Nachtdienste werden generell zu zweit geleistet. „Das ist nicht nur komfortabel, sondern schlicht nötig.“ Gute Unterstützung erfahren die Mitarbeiter des Hauses auch durch Ehrenamtler. „Die helfen in der Hauswirtschaft, begleiten unsere Gäste bei Spaziergängen und zu Einkäufen, führen Gespräche.“

Immer ausgebucht, immer eine Warteliste

Die Durchschnittsverweildauer im Auxilium beträgt kurze zehn bis 14 Tage. „Unsere Gäste haben nur noch sehr kurze Zeit zu leben“, erklärt die Leitung: „Das reicht von wenigen Tagen bis zu wenigen Monaten.“ Dabei ist das Hospiz immer ausgebucht, und es gibt auch immer eine Langzeitwarteliste. „Das Problem: Es ist für alle immer dringend“, sagt Manuela Glaubach-Gruse. „Alle sind in Not und möchten gern hierher.“ Nur: Da ist immer noch ein Funken Hoffnung, immer noch dieses „vielleicht muss ich ja doch noch nicht sterben“.

Dann komme die Anmeldung auf den letzten Drücker. „Es wird im Grunde viel zu spät angerufen, und wir müssen die Menschen dann in ihrer Not vertrösten.“ Es ist der Chefin des Hauses anzusehen, wie sehr ihr das zu schaffen macht. „Die Wartezeit beträgt im Schnitt 14 Tage. Und selbst das überleben viele nicht.“

Alle sind auf dem Rückzug

Viel gemeinsames Tun und Miteinandersein gibt es im Hospiz nicht. „Wir haben immer am dritten Advent eine Adventfeier.“ Sonst seien alle auf dem Rückzug, wollten keinen Kontakt miteinander haben. „Unsere Gäste finden es alle in Ordnung, auf ihren Zimmern zu essen.“

Manuela Glaubach-Gruses Mitarbeiter sind im Schnitt über 40, eher an die 50 Jahre alt, „nur eine ist ganz frisch examiniert, noch keine 30“. Bei der Bewerbung frage sie immer, „was machst Du, um die Arbeit zu verdauen?“. Das seelische Gleichgewicht zu wahren, sei immens wichtig bei dieser Arbeit. Sie selbst, erzählt die Chefin, tanze, schwimme, treffe Freunde. Aber auch sie gehe, wie es für ihre Mitarbeiter Pflicht ist, zur Supervision und zum Einzelcoaching.

Ein sicherer Ort

Beistand. Geborgenheit. Wärme. Mit diesen drei Worten ist die Startseite der Website des Auxilium Hospizes in Geesthacht überschrieben. Und diese drei Worten fassen prägnant zusammen, was dort geboten und geleistet wird. Früher war das Haus an der Schillerstraße ein Hotel.

Heute gibt es auf zwei Etagen verteilt 14 Einzelzimmer, in denen die Gäste, wie sie hier genannt werden, mit einem Höchstmaß an Individualität und Privatsphäre unterkommen. Wer hierher kommt, ist zu krank, um sich selbst zu versorgen, und soll sich doch geborgen und sicher fühlen.

Kontakt: Auxilium Hospiz gGmbH, Schillerstraße 33, 21502 Geesthacht. Telefon 04152/88 08 80

Der Unterschied zur Intensivstation und zum Krankenhaus ist für Manuela Glaubach-Gruse schnell benannt. „Wir machen hier alles so, wie der Gast es möchte.“ Selbstbestimmt ist das Stichwort. „Hier wird nichts aufgezwungen. Der Gast bestimmt seinen Tagesablauf.“ Wie gesagt: Das Auxilium ist ein Ort der liebevollen Begleitung. Das ist es, was hier zählt: Beistand, Geborgenheit und Wärme.

Dorothea Baumm

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