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Lauenburg Das Profistudio auf dem Dorf
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10:00 25.10.2019
Die gute Akustik auf der Tenne nutzen Kathrin und Mark Bloemeke für ihre Band Doctor Love Power. Quelle: Matthias Schütt
Groß Boden

„Recorded live at the Tenne“ heißt es auf der neuen Platte von Doctor Love Power, einer Rock-Blues-Jazz-Band aus Groß Boden. Hier wohnen seit knapp zwei Jahren die Hamburger Kathrin und Mark Bloemeke, die ohne Musik nicht leben können. Und so machen die Intensivkrankenschwester und der Journalist und Autor alles selbst: Sie komponieren, spielen Gitarre, nehmen Platten auf und veranstalten „Tenneconcerts“. Alles auf dem Dorf.

Wobei das mit den Konzerten leider nicht so gut klappt. Neunmal luden sie zu Konzerten mit Bands aus nah und fern auf ihre Tenne. „Die Resonanz war allerdings zu mager. Das hat sich einfach nicht gerechnet“, zieht Bloemeke nüchtern Bilanz. Die restlichen Termine für 2019 wurden deshalb abgesagt.

Super Akustik auf der Tenne

Aber das kann das Ehepaar nicht davon abbringen, im kleinen Groß Boden einen Standort für Musikproduktionen aufzubauen. Für professionelle Aufnahmen ist das alte Bauernhaus am Teich nämlich erstaunlich gut geeignet. „Es hat keine geraden Wände“, verrät Kathrin (41). „Da reflektiert nichts“. Das haben die beiden genau getestet, bevor sie aufs Land gezogen sind.

Inzwischen sind sieben Alben hier entstanden, drei eigene und vier Auftragsarbeiten, wobei die gute alte Vinyl-Schallplatte der bevorzugte Tonträger ist. „Während der CD-Markt allmählich zusammenbricht, haben Schallplatten eine zwar überschaubare, aber wachsende und treue Fangemeinde“, weiß Bloemeke. Und die schwarzen Scheiben geben auch am besten wider, was der 51-Jährige an Hörqualität erwartet.

Musiker und Autor

„Was Musik angeht, bin ich einigermaßen besessen“, räumt er ein. Das sieht man auch daran, dass sein zweites berufliches Standbein das Schreiben über Musik ist. Drei Bücher hat er bisher vorgelegt, darunter eine Biografie über John Fogerty von der berühmten Band Creedence Clearwater Revival. Zurzeit ist die erste Biografie über den 2013 verstorbenen US-Musiker J. J. Cale in Arbeit.

Das Schreibtalent steckt ihm in den Genen. Sein Vater, der Musikkritiker Rüdiger Bloemeke, hat einen eigenen Musikverlag, dessen Programm der Sohn mitgestaltet. Wobei der aber ganz seinem Geschmack folgt – der traditionellen amerikanischen Country-, Blues- und Soulmusik. Als Journalist hat er früher in Hamburg Stadtteilmagazine wie die „HoheLuft Brücke“ herausgegeben und als Redakteur gearbeitet. Heute steht allein die Musik im Mittelpunkt. „Fogerty war schon das richtige Thema für ihn“, sagt seine Frau mit einem Augenzwinkern. „Mark gilt in der Szene als die deutsche Stimme des CCR-Sängers.“

Fremde Bands zu Gast

Wenn er nicht schreibt, komponiert oder neue Stücke für Doctor Love Power einspielt, kümmert sich Bloemeke um das Mastering, das ist der Feinschliff für Tonaufnahmen vor der Plattenpressung. „Demnächst haben wir hier eine französische Jazz-Combo für Aufnahmen zu Gast“, schaut er voraus. Interessenten können auf Anfrage Studio und Equipment buchen, auch Arrangements mit Unterkunft sind möglich.

Wenn Doctor Love Urlaub hat, zieht das Ehepaar mit seinen Gitarren über Land und spielt Konzerte im Duett. Eigenes, aber auch Stücke von Ray Charles, Jim Reeves und CCR. Der Klassiker „Soothe me“ von Sam & Dave ist immer dabei. Das nächste Mal in der Region sind sie am 28. März im Tonfink in Lübeck zu hören. Weitere Termine unter www.doctor-love-power.com.

 

 

 

Von Matthias Schütt

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