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Lauenburg Nord-Süd-Gefälle bei Parkgebühren im Lauenburgischen
Lokales Lauenburg Nord-Süd-Gefälle bei Parkgebühren im Lauenburgischen
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18:56 16.08.2019
48 Parkplätze für Pkw und zwei für Busse stehen auf dem Möllner Mühlenplatz zur Verfügung. Im Hintergrund die Nikolaikirche. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

 Grundsätzlich gut sieht es aus mit der Park(platz)situation im Kreis Herzogtum Lauenburg aus. Der waldreichste Kreis von insgesamt elf im Land Schleswig-Holstein ist 1263 Quadratkilometer groß und hat fünf Städte aufzubieten: von Süden nach Norden sind das Geesthacht, Lauenburg/Elbe, Schwarzenbek, Mölln und Ratzeburg, darüber hinaus die Gemeinde Wentorf bei Hamburg sowie 126 weitere amtsangehörige Dörfer.

Im Norden Gebühren, im Süden (noch) frei

In all diesen Gemeinden ist das Parken für Kfz- und Motorradbesitzer grundsätzlich kostenlos. Ausnahme: am Büchener Bahnhof („Mobilitätsdrehscheibe“), wo die Nutzung des Pendlerparkplatzes gebührenpflichtig ist. Seit Ende 2018 übrigens bequem per Handy-Park-App zu bezahlen (neben den üblichen am Automaten erhältlichen Tickets).

In den fünf genannten Städten stellt sich die Situation unterschiedlicher dar. Grundsätzlich könnte man die These aufstellen: Je kleiner, älter und schöner die Stadt, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass man hier fürs zeitweise Parken bezahlen muss.

„Wir können es uns nicht leisten“

Gunnar Koech, Bürgermeister von Ratzeburg und seit einem Vierteljahrhundert Unternehmer in der Kreis-Hauptstadt, sagt: „Seit ich in Ratzeburg bin, kann ich mich nicht daran erinnern, dass das Parken hier grundsätzlich frei war. Ich würde es selbst – aus der Erfahrung als Händler – ja gerne machen, weil es toll zu vermarkten wäre. Aber die Stadt ist eben nicht so gewerbestark wie die Städte im Süden. Wir können es uns schlichtweg nicht leisten.“

Außerdem, so Koech: „Parkraum gerade auf unserer Insel ist kostbar. Parkzeiten müssen begrenzt werden, sonst ist es toter Raum für die Stadt. Und Parkgebühren sind auch ein Mittel der Verkehrslenkung“. Wenn in der Innenstadt sämtliche Stellflächen frei wären, würden vermutlich die Anwohner alle belegen – und für Besucher und Touristen gäbe es keine Möglichkeiten.

Auf dem Parkplatz „Unter den Linden“ vor dem Ratzeburger Rathaus (Hintergrund) stehen 94 Stellflächen zur Verfügung. Kosten per Parkschein: 20 Cent für jede angefangenen 12 Minuten oder vier Euro den ganzen Tag. Mit der grünen „Brötchentaste“ ist die erste halbe Stunde kostenfrei. Neuerdings kann man auch mit einer Smartphone-App minutengerecht bezahlen. Quelle: Joachim Strunk

Nach Aussage von Stadtsprecher Mark Sauer erzielte Ratzeburg durch die Parkraumbewirtschaftung rund 338 000 Euro im Jahr 2018. Hinzu kommen Einnahmen aus der Parkraumüberwachung (Falschparker), über deren Höhe er keine Angaben machte.

Wohl aber über die der Personalaufwendungen für diese ordnungsrechtliche Aufgabe: rund 60 000 Euro im Jahr. Derzeit beschäftigt die Stadt drei „Überwacherinnen des ruhenden Verkehrs“ (früher bekannt unter dem Begriff „Politessen“). Die Einnahmen fließen – wie übrigens in jeder der fünf Städte – in den Gesamthaushalt und werden je nach Bedarf weiter verwendet.

Früher gab es auf dem Marktplatz vor dem Alten Kreishaus (rechts im Hintergrund) jede Menge Parkplätze. Die sind abgeschafft. Mit Parkscheibe können Autofahrer immerhin ihr Gefährt für eine halbe Stunde kostenlos abstellen. Quelle: Joachim Strunk

In Mölln werden sogar noch mehr Parkgebühren kassiert. Manfred Kuhmann, Fachbereichsleiter Bauen und Stadtentwicklung, gibt die durchschnittlichen Einnahmen der vergangenen drei Jahre mit knapp 400 000 Euro per anno an.

Geesthacht, mit rund 30 000 Einwohnern größte und durch die angesiedelten Firmen wirtschaftsstärkste Stadt im Kreis, verzichtet auf Parkeinnahmen. Stadtsprecher Torben Heuer: „Wir haben keine gebührenpflichtigen Stellflächen in der Innenstadt. Im Prinzip ist das Parken bei uns durchweg kostenlos.“ Das stehe auch politisch nicht zur Diskussion.

Einschränkung: Es gilt Parkscheibenpflicht – je nach Lage für ein bis zwei Stunden. Darüber hinaus gebe es auch zahlreiche Parkflächen von Handelsunternehmen, wo man immer einen kurzfristigen Abstellplatz finde.

Übersicht

Vergleichende Angaben zur jeweiligen Parksituation in den fünf Städten im Kreis Herzogtum Lauenburg sind schwierig. Städte wie Ratzeburg und Mölln haben sich mit der Parkraumbewirtschaftung schon früh befasst und sie auch strukturiert. In den südlichen Kommunen wie Geesthacht oder Lauenburg ist man teils noch gar nicht darauf eingestellt oder erst kurz davor.

Parkplätze gesamt: Ratzeburg 875, Mölln 979, Schwarzenbek nicht erfasst, Lauenburg rund 1200, Geesthacht nicht erfasst.

Gebührenpflichtig: Ratzeburg 360, Mölln 463, Schwarzenbek rund 320, Lauenburg rund 150, Geesthacht keine.

Parkgebühren Stunde/Tag: Ratzeburg 1 bzw. 4 Euro, Mölln 1 bzw. 3 Euro, Schwarzenbek Parkscheibenregelung (½, 1 oder 2 Stunden), Lauenburg 1 bzw. 4 Euro, Geesthacht kostenfrei.

Jährliche Einnahmen: Ratzeburg rund 338 000 Euro, Mölln rund 400 000 Euro, Schwarzenbek bislang keine Einnahmen, Lauenburg rund 30 000 Euro, Geesthacht keine Einnahmen.

In Lauenburg an der Elbe ist man gerade erst in die Parkraumbewirtschaftung eingestiegen, bis 2018 war es wie in Geesthacht kostenlos. Heute unterscheidet Reinhard Nieberg, Leiter des Stadtentwicklungsamtes, zwischen der Ober- und der Unterstadt. In der Oberstadt gilt die Parkscheibenregelung (1 bis 2 Stunden), in der Unterstadt ist das Parken gebührenpflichtig. Anwohner sind davon befreit.

„Wir haben mit einem Überschuss von etwa 30 000 Euro kalkuliert, werden aber wohl etwas darüber liegen. Eine erste Bilanz ist aber erst nach einem Jahr möglich“, so Nieberg. Die Gebühr für eine Stunde Parken kostet wie in Ratzeburg und Mölln einen Euro. Ein Tagesticket ist für vier Euro zu haben, Monats- oder Jahreskarten gibt es nicht.

Lesen Sie auch: Der große Parkplatz-Check an Ostholsteins Küste – mit interaktiver Karte!

Zahlen per Smartphone im Trend

Bezahlt werden kann – wie in Mölln und Ratzeburg – mit Bar- oder Münzgeld, per EC- und Kreditkarte. Darüber hinaus ab sofort auch per Handy-App, wie bekanntermaßen in Ratzeburg ebenfalls.

In Schwarzenbek sind zurzeit auch noch keine Gebühren fürs Parken fällig. Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig: „Normalerweise sind alle Stellflächen frei, im Innenstadtbereich gilt speziell vor dem Rathaus eine Parkscheibenregelung für eine halbe, ganze oder zwei Stunden.“ Politisch werde allerdings gerade diskutiert, zwei Plätze im stark frequentierten Bahnhofsumfeld gebührenpflichtig zu gestalten. Bislang waren diese Park-and-Ride-Plätze ebenfalls kostenlos.

Von Joachim Strunk

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