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Lauenburg Das sind die Wünsche fürs neue Ratzeburger „Aqua Siwa“
Lokales Lauenburg Das sind die Wünsche fürs neue Ratzeburger „Aqua Siwa“
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21:51 27.06.2019
Außenansicht des in die Jahre gekommenen alten Hallenbades Aqua Siwa aus den 1970ern, ein für damals typischer Betonbau. Quelle: Joachim Strunk
Ratzeburg

Nach langen Verhandlungen und Diskussionen zuerst im zuständigen Bau- und Planungsausschuss, dann auf der jüngsten Sitzung im Stadtrat vergangene Woche, hat die Ratzeburger Stadtvertretung mit großer Mehrheit bei nur zwei Enthaltungen beschlossen, den Auftrag zur Betreuung eines Architektenwettbewerbs an das Hamburger Büro Claussen-Seggelke Stadtplaner zu erteilen.

Ausschussvorsitzender Werner Rütz (Freie Wähler) bat inständig, diesen Beschluss zu fassen, „damit endlich, endlich mit den Planungen begonnen werden kann“. Die Baukosten liegen laut Rütz bei voraussichtlich rund zwölf bis 13 Millionen Euro. Den Hauptteil davon trägt die Städtebauförderung. Die Stadt selbst habe ihrerseits schon sechs Millionen Euro auf einem Treuhandkonto angespart, so Rütz.

Außenansicht des in die Jahre gekommenen alten Hallenbades Aqua Siwa aus den 1970ern, ein für damals typischer Betonbau. Quelle: Joachim Strunk

Nun also kann das Hamburger Büro damit beginnen, den Architektenwettbewerb auszurufen und anschließend zu betreuen. Die teilnehmenden Büros – es sollen möglichst nicht mehr als zehn sein – werden sicherlich Experten für den Schwimmhallenbau sein.

Doch oftmals gehen ehrgeizige Planungen an den Realitäten vorbei. Deshalb haben die Lübecker Nachrichten aktuelle Nutzer und Freunde des „Aqua Siwa“ gefragt, welche Wünsche und Forderungen sie denn für ein neues Hallenbad hätten.

Gemäß der Abstimmung mit dem zuständigen Innenministerium und der Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein soll ohnehin die Öffentlichkeit und die Politik der Stadt an den Planungen beteiligt werden. Hier jedoch vorab schon einmal die Vorstellungen wichtiger Partner und Nutzer des Schwimmbades.

Malte Allrich, Technischer Leiter des DLRG-Ortsvereins Ratzeburg, betont, wie wichtig und unerlässlich ein modernes Hallenbad zur Schwimm- und Rettungsausbildung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ist für eine „Stadt, die komplett von Wasser umgeben ist“.

Innenraum des jetzigen Aqua Siwa. Das Hauptschwimmbecken hat sechs 25-m-Bahnen, im „Nichtschwimmerbereich“ vorne einen Hubboden mit einer Wassertiefe von 0,90 bis 1,80 Meter. Im von hier aus gesehen hinteren Bereich am 1-m-Sprungbrett bzw. an den Startblöcken ist das Wasser 3,80 m tief. Quelle: Joachim Strunk

Für die DLRG seien diese Rahmenbedingungen wichtig: Es sollte ein Sport- und kein Freizeitbad sein. „Schwimmen ist mehr als Planschen und Spielen, daher werden dringend Schwimmbahnen benötigt, die mindestens eine Länge von 25 Metern haben“, so Allrich. Das sei wichtig für das Rettungsschwimmabzeichen, wo 25 Meter weit getaucht werden muss.

Aber auch beim Streckenschwimmen und in Wettkämpfen sollte diese Länge „mindestens vorliegen“, wie auch „mindestens sechs Bahnen“, um die Schwimmausbildung bei gleichzeitiger Nutzung durch die Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Die DLRG plädiert zudem erneut für einen Hubboden, wie es ihn jetzt schon im „alten“ Aqua Siwa gibt. So könnten die dortigen Wasserflächen ideal für Aquagymnastik genutzt werden. Hier wäre eine Tiefe von 0,70 bis 1,80 Meter wünschenswert.

Hier am 3,80 Meter tiefen Schwimmerbereich sollte nach Wunsch von DLRG, Schulen und Förderverein möglichst oder mindestens ein zusätzlicher Drei-Meter-Sprungturm entstehen. Quelle: Joachim Strunk

Im weiteren „Schwimmer-Bereich“ sollte es bei der bisherigen Tiefe von 3,80 m bleiben. Zum einen für die Tauchausbildungen, aber auch für die Abnahmen beim Rettungsschwimmabzeichen. Idealerweise sollte das bisherige 1-m-Sprungbrett um einen 3-m-Sprungturm ergänzt werden, so Allrich: „Ein Fünf-Meter-Turm wäre ideal!“

Ebenfalls „wünschenswert“, zumindest aus Sicht der DLRG, die übrigens auch im Namen der Freiwilligen Feuerwehr und des THW spricht, seien Schulungsräume für Theorieeinheiten oder Erste-Hilfe-Kurse. Lagerkapazitäten sollten ebenfalls im neuen Badgebäude vorgehalten werden für die Vielzahl an Einsatzmaterial.

Für die Ratzeburger Schulen meldeten Henning Nitz, Leiter der Gemeinschaftsschule, und sein Kollege Dirk Schmidt von der Grundschule Ratzeburg, Bedürfnisse an. Für beide ist ein (niedriges) Lehrschwimmbecken oder ein ausreichend großer Nichtschwimmerbereich absolut erforderlich. Ein 3-m-Sprungturm, mindestens fünf mal 25-m-Bahnen und ein Hubboden sei ebenso dringend. Schön wäre zudem „ein direkter Zugang zum großzügigen Außenbereich“, so Nitz.

Das derzeitige Planschbecken für Kleinkinder ist 0,50 Meter tief und hat eine Wassertemperatur von 32 Grad. Quelle: Joachim Strunk

Jürgen Pfeiffer vom Ratzeburger Seniorenbeirat hatte sich erkundigt und erfahren, dass aus dem Personenkreis der Wassergymnastiker der Wunsch – neben einem beheizten Kleinkinderbecken – auch nach einem beheizten Becken mit 1,3 m Tiefe für ihren Sport herrscht.

Schließlich äußert sich auch Uwe Kempinski vom Förderverein Aqua Siwa zu dem Thema: „Wir brauchen eine durchgehend nutzbare Schwimmhalle in Ratzeburg

• für den Ausbildungsbetrieb in Schulen und Vereinen,

• für die Jugendarbeit im Schwimmsport u.a. in der DLRG und dem RSV,

• für die Aufrechterhaltung der Bewegungsmöglichkeit von Menschen, die kaum andere Sportarten machen können (u.a. Menschen mit Einschränkungen)

• für die Aus- und Fortbildung von Rettungsschwimmern.“

Ein weiterer wichtiger Punkt sei der barrierefreie Zugang sowohl ins Bad als auch ins Becken – ohne Treppen und Stufen. Zudem fordert – nicht nur der Förderverein – einen Parkplatzbereich, der nur für die Schwimmhallennutzer vorbehalten sei.

Joachim Strunk

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