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Lauenburg „Der Bedarf an Arbeitskräften ist da“
Lokales Lauenburg „Der Bedarf an Arbeitskräften ist da“
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20:39 29.11.2017
Obermeister Markus Räth (li.) gratulierte Rainer Kraft aus Rondeshagen und Karl-Heinz Berndt (re.) von Berndt Holzbau aus Ratzeburg zum Qualitätssiegel „Meisterhaft“. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Havekost

Räth gab einen Überblick über die Aktivitäten im nun zu Ende gehenden Jahr. Dabei machte er deutlich, dass der Tag des Handwerks, der in diesem Jahr zum siebten Mal durchgeführt wurde, außerordentlich gut besucht gewesen sei. Eine tolle Veranstaltung sei auch die Einschulung der neuen Auszubildenden gewesen. Gleich 54 „Neue“ konnte Räth in diesem Jahr begrüßen, darunter auch Geflüchtete und jeweils eine junge Frau als Tiefbauerin und eine als Maurerin.

Ehrungen und Berichte standen im Mittelpunkt der jüngsten Versammlung der Baugewerbe-Innung des Kreises Herzogtum Lauenburg. Die Mitglieder tagten unter Leitung von Obermeister Markus Räth aus Büchen in Havekost. Zur Sprache kam auch die Ausbildungssituation.

Eigentlich wollte der Obermeister an diesem Tag zwei Gesellen auszeichnen, doch die beiden waren leider terminlich verhindert. Dennis Behse aus Hohnstorf hatte beim praktischen Leistungswettbewerb im Beton- und Stahlbetonbauerhandwerk auf Landesebene den ersten Platz belegt und Sebastian Grell aus Tramm den dritten Platz im Maurerhandwerk. Geehrt wurden an diesem Nachmittag aber zwei Betriebe.

Die Firma Kraft aus Rondeshagen und die Firma Berndt-Holzbau aus Ratzeburg erhielten eine Urkunde , die sie in der Qualifizierung „Meisterhaft“ mit vier Sternen auszeichnet.

Lehrlingswart Daniel Schilloks berichtete von einer Verbesserung im Ausbildungsverfahren. Dort habe man jetzt einige Kurse optimiert und von zwei Wochen auf je eine Woche heruntergeschraubt. So stünden die Auszubildenden ihren Betrieben länger zur Verfügung und gelehrt werde im kürzeren Zeitraum das gleiche wie zuvor. Hier seien nur überflüssige Dinge herausgenommen und andere zusammengefasst worden.

Daniel Schilloks berichtete auch von den World Skills in Abu Dhabi, den Weltmeisterschaften im Baugewerbe. 42 Deutsche hätten teilgenommen und so schlecht abgeschnitten wie noch nie zuvor. Insgesamt hätten dort 60 Nationen teilgenommen, erläuterte der Lehrlingswart.

Kurz angesprochen wurde an diesem Nachmittag, dass erstmals die Zahl der Auszubildenden im Zimmererhandwerk geringer ausgefallen sei, als in den vergangenen Jahren. Aus den Reihen der Betriebe war zu hören, dass diese nicht alle Bewerber auch genommen hätten. „Wenn mir meine Altgesellen nach einem Praktikum schon sagen, dass es keinen Zweck hat, kann ich die auch nicht einstellen. Da hapert es sogar schon mit der Pünktlichkeit und zum Teil auch mit der Leistungsbereitschaft“, sagte ein Unternehmer. Ein anderer würde gern auch Geflüchteten eine Chance geben. „Ich kann aber niemanden einstellen, der der deutschen Sprache nicht mächtig ist“, sagte der Mann. Nun soll ein Berufsorientierungsprogramm für Geflüchtete angeboten werden. „Wir sind uns unserer moralischen Pflicht wohl bewusst, unseren Teil zur Integration beitragen zu müssen und das wollen wir auch gern tun“, erklärte Obermeister Räth.

Klaus Faust von der Bundesanstalt für Arbeit erklärte dazu: „Die Wirtschaft brummt und der Bedarf an Arbeitskräften ist da. Diejenigen, die gut sind, sind auch schnell weg. Die anderen bleiben länger bei uns. Möglicherweise müssen die Betriebe aber auch mal nicht den besten Mann bekommen, sondern sich auch mal mit dem zweitbesten oder gar drittbesten zufrieden geben.“

Es seien doch die Mittelständler, die für die Arbeitsplätze sorgten und auch Geflüchtete einstellten. Die großen Unternehmen aber kauften sich davon frei, sagte einer der Unternehmer. Natürlich sei ihm klar, dass das nur dann funktioniere, wenn der Arbeitnehmer auch über Deutschkenntnisse verfüge.

Im Möllner Berufsbildungszentrum BBZ läuft seit Anfang des Monats eine neue Bauklasse. Dort würde den Schülern, unter anderem aus Afghanistan, Armenien, Syrien und Albanien Baubegriffe beigebracht und auch ein Deutschkurs extra angeboten. „Man muss vor dem Ausbildungsvertrag eine Einstiegsqualifizierung vorschalten“, so Räth.

Hochinteressant für die Unternehmer der Innung war dann ein knapp einstündiger Vortrag von Rechtsanwalt Ralf Schneider vom Baugewerbeverband Schleswig-Holstein zum gesetzlichen Bauvertragsrecht, das in seiner geänderten Fassung am 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Von Jens Burmester

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