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Lauenburg Der Lindenhof in Geesthacht
Lokales Lauenburg Der Lindenhof in Geesthacht
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09:18 21.09.2019
Der 1887 als Brauerei errichtete Lindenhof in Geesthacht trägt seinen Namen zu Recht, denn vor dem Haus stehen einige alte Linden. Quelle: Norbert Dreessen
Geesthacht

Das Haus an der Johannes-Ritter-Straße steht immer noch, Bier gibt es auch noch, aber ansonsten hat sich im Laufe der Jahrzehnte viel verändert, sehr viel sogar.

Das Brauereigeschäft lief zunächst gut, doch im Jahr 1906 gab Kutzner den Betrieb auf. Nun wurde hier kein Bier mehr hergestellt, sondern in einer Gaststube ausgeschenkt. Den Gerstensaft lieferte übrigens damals die Brauerei Holsten, und ihr blieb der Lindenhof bis heute treu. Ein paar Jahre lang beherbergte das Haus auch eine Schnapsbrennerei, die den damals berühmten Geesthachter Kümmel produzierte. Der wird heute noch in kleinen Mengen hergestellt, allerdings in Hamburg. Im Lindenhof in Geesthacht wird er nach wie vor angeboten, die Nachfrage ist ungebrochen.

Beliebstes Ausflugslokal für Hamburger

In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelte sich die Gaststätte zu einem sehr beliebten Ausflugslokal, vor allem für Hamburger. Seit 1920 gab es sogar Toiletten im Haus. 1925 wurde ein großer Tanzsaal angebaut, in dem regelmäßig Kapellen aufspielten. Bei schönem Wetter konnte sogar im Garten getanzt werden.

Den großen Saal für Tanznachmittage und Versammlungen gibt es längst nicht mehr. Er wurde waagerecht zweigeteilt, dann wurden hier die Gästezimmer eingebaut. Quelle: Norbert Dreessen

Den Zweiten Weltkrieg überstand der Gasthof ohne Bombenschäden, doch am 1. Mai 1945 beschlagnahmten britische Truppen, die gerade von Süden her die Elbe überquert hatten, das Haus und richteten hier ein Unteroffizierskasino ein.

Als die Soldaten wieder abzogen, begann erneut der Gaststätten-Betrieb, aber sehr erfolgreich war er nicht mehr. Die Besitzer wechselten häufig, der Zustand des Gebäudes verschlechterte sich, zum Schluss stand das Haus leer.

Vom Gastholf zum Hotel

1987 entdeckte dann Monika Pippirs den Lindenhof und befand, dass man daraus etwas machen könnte. Sie erwarb das Lokal und begann mit umfangreichen Umbaumaßnahmen. Die wichtigste Neuerung: Zwar gab es schon ein paar kleine Fremdenzimmer, aber nun entstand hier ein richtiges Hotel. Dafür wurde der große Saal aufgegeben und mit einer Zwischendecke versehen, um Platz für genügend Räume zu schaffen.

24 Zimmer bietet der Lindenhof heute, darunter acht Einzelzimmer. In der Woche übernachten dort überwiegend Geschäftsreisende und Monteure, am Wochenende Gäste, die in und um Geesthacht eine große Feier besuchen oder Touristen, die auf einer Tour durch Norddeutschland sind. Viel Prominenz nächtigte auch schon in einem der 40 Betten, darunter Künstler wie Roberto Blanco oder Politiker wie Sigmar Gabriel.

Manche Zimmer im Lindenhof haben keine NUmmer, sondern Namen. Dies ist die "Werft", die besonders maritim augestattet ist. Quelle: Norbert Dreessen

Das Besondere an den Zimmern ist, dass keins aussieht wie das andere. Jeder Raum ist individuell und originell gestaltet. Eve Pippirs, die vor sieben Jahren die Leitung des Hauses von ihrer Mutter übernahm, sagt dazu, man wolle sich „ganz bewusst von Hotelketten oder den sogenannten Businesshotels von der Stange abheben“. Das geschieht auch dadurch, dass einige der Zimmer keine Nummer, sondern einen Namen haben, zum Beispiel „Werft“. Entsprechend maritim und rustikal ist der Raum gehalten. Pro Jahr werden übrigens drei bis vier Zimmer komplett neu gestaltet.

Die Gaststube im Lindenhof gibt es natürlich immer noch, nur ist sie gründlich modernisiert und heißt seit 2003 Brasserie. So bezeichnet man in Frankreich Restaurants mit einer kleinen Auswahl leckerer Speisen, in denen es oft auch noch eine Hausbrauerei oder Schnapsbrennerei gibt. Beides war ja mal unter dieser Adresse in Geesthacht zu finden, also passt der Name.

Von Norbert Dreessen

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