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Lauenburg Der Naturschutzfrieden von Duvensee
Lokales Lauenburg Der Naturschutzfrieden von Duvensee
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10:39 18.08.2018
Duvensee

Es ist unangenehm stickig an diesem warmen Augustnachmittag im Dorfgemeinschaftshaus von Duvensee. So heiß her wie vor gut einem Jahr ging es aber lange nicht. Damals wurde heftig um den besten Weg für die langfristige Renaturierung des Duvenseer Moores gerungen – unter staatlicher Regie als Naturschutzgebiet oder unter der Obhut der Menschen vor Ort, die Nutzung und Naturerhaltung in Kenntnis der Ortslage in Einklang bringen wollen. Vor allem die Initiative der NSG-Gegner, von denen sich um die 200 in dem Verein Verein Duvenseer Moor zusammenschlossen und die Naturerhaltungsmaßnahmen in eigener Hand behalten wollten, führte zu dem so genannten Duvenseer Kompromiss.

Staatlicher Naturschutz oder Bürgerengagement zur Erhaltung der Umwelt? In der Frage der Zukunft des Duvenseer Moores haben Gemeinden und Land die Kompromisslinie als gute Basis bewertet, die sogar vorbildhaft für andere Regionen sein könnte. Naturschützer bleiben aber skeptisch.

Kranich & Wachtel

Es geht um Wasser beim Thema Naturschutz im Duvenseer Moor. Zum positiven Resümee der einjährigen Duvenseer Kompromisslösung hat der Verein Duvenseer Moor auch zwei „Wässerchen“ zum Trinken kreiert: Das „Kranichwasser Paddelkööm“ und den „Liköör Wachtelkönig“. Also haben nicht nur die Wasservögel (Foto unten) etwas von den Renaturierungsmaßnahmen.

Umweltminister Robert Habeck (Die Grünen) verschob seine NGS-Planung und stellte in Aussicht, nach Ablauf eines Jahres das Vorhaben neu zu bewerten. Die Duvenseer und ihr Verein erhielten die Chance zu zeigen, dass sie Naturschutz selbst und im Sinne der Fachbehörde betreiben können.

Jetzt, ein Jahr danach, war schon die Stimmung beim Besuch Habecks in Duvensee am Donnerstag im überfüllten Gemeinschaftshaus ein ganz andere. „Ich freue mich, dass der Verein gegründet wurde“, sagte der Umweltminister zu Beginn der Veranstaltung. Er ließ sich die bisherigen Aktivitäten des Vereins, angelaufene und geplante Maßnahmen sowie einen Zwischenstand des hydrologisch-bodenkundlichen Gutachtens, das das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Auftrag gegeben hatte, erläutern. Habeck – noch 14 Tage im Amt, bevor er als Bundesvorsitzender der Grünen sein Ministeramt in Kiel aufgibt – gab sich auch bei diesem Besuch als Moderator, weniger als Ressortchef einer in Duvensee teils kritisch gesehenen Landesbehörde. Kein Politiker-Sprech, eher fast kumpelhafter Ton, die Diktion auf Ausgleich bemüht. Schon in Habecks Eingangsstatement war für die Anwesenden im Saal klar: Die Ortsinitiative, das Thema Duvenseer Moor nicht allein einer Kieler Behörde überlassen zu wollen, war erfolgreich. Die NSG-Pläne sind vom Tisch. Nach der Darstellung der Vereinsarbeit durch dessen Vorsitzenden, dem Landwirt Gerd Vogler, hatte der Minister kein Wort der Kritik auf den Lippen, allenfalls elegant verpackte Sachhinweise auf Hilfestellungsmöglichkeiten aus Kiel. So resümierte Vogler in moderatem, aber auch unüberhörbar selbstbewusstem Ton: „Die Arbeit am Duvenseer Moor kann niemand besser machen als wir am Ort.“ Applaus im Saal.

Allerdings nicht uneingeschränkt. Wenn auch nicht konfrontativ und lautstark, aber doch klar Position beziehend meldeten sich Mitstreiter der Bürgerinitiative „Pro Natur Duvenseer Moor“ zu Wort. Sie plädiert weiterhin für eine Naturschutzgebietsausweisung und distanziert sich von dem Verein Duvenseer Moor, dem auch zahlreiche Landwirte angehören. Die fürchten bei einer NSG-Ausweisung Nachteile.

Die Initiative hält den Verein, der staatlichen Naturschutz ablehne, als Umweltatitivisten für unglaubwürdig. Einige Veranstalungsteilnehmer äußerten sich skeptisch, ob die Naturschutzziele, zu denen langfristig eine Wiederherstellung ständiger Winterwasserflächen gehört, unter der Regie des Vereins realisiert werden können. Doch die Skeptiker sind in der Minderheit. Wie die Kompromisslinie verläuft, definierte Hans-Heinrich Stamer vom Kreis BUND so: Er sehe den Kompromiss zwar auch kritisch, hoffe aber auf einen sinnvollen Ausgleich zwischen Naturschutzanliegen und Eigentümerinteressen. Und Robert Habeck verabschiedete sich mit einem Riesenlob für die Duvenseer: „Wenn es häufiger so laufen würde wie hier, hätten wir in Deutschland weniger Umweltkonflikte.“

Matthias Wiemer

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