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Lauenburg Feuer zerstört Möllner Autohaus Meyne: Schaden in Millionenhöhe
Lokales Lauenburg Feuer zerstört Möllner Autohaus Meyne: Schaden in Millionenhöhe
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17:53 04.03.2019
Verkohlte Wracks im Möllner Autohaus Meyne: Der Schaden geht in die Millionen. Quelle: Timo Jann
Mölln

Das, was vom Möllner Autohaus Meyne an der Ratzeburger Straße nach einem verheerenden Großbrand am Sonntagnachmittag noch übrig ist, bietet einen traurigen Anblick. Aus ungeklärter Ursache war das Feuer gegen 14 Uhr ausgebrochen, es entstand ein Schaden in Millionenhöhe.

Einsatzkräfte berichteten am Tag danach, dass der Besitzer des Autohauses, Thomas Meyne, noch am Abend einen Schock erlitt und vom Rettungsdienst versorgt werden musste. Nach kurzer Verschnaufpause wurde die Möllner Feuerwehr am Montagvormittag erneut gerufen, weil ein Sturm drohte, Teile des Daches auf die viel befahrene Ratzeburger Straße zu wehen.

 

Nach kurzer Verschnaufpause wurde die Möllner Feuerwehr am Montagvormittag erneut gerufen, weil ein Sturm drohte, Teile des Daches der Brandruine auf die viel befahrene Ratzeburger Straße zu wehen. Während des Einsatzes wurde auch deutlich, wie dicht ein Wohnhaus am brennenden Werkstattgebäude stand. Die Feuerwehr verhinderte ein Übergreifen jedoch.

Rauchwolke kilometerweit sichtbar

Gegen 14 Uhr waren die ersten Notrufe in der Leitstelle eingegangen. Die ließen schon Schlimmes erahnen, die Leitstelle löste sofort Alarm für einen Großbrand der Alarmstufe 2 aus. Nachher wurde noch 3. Alarm gegeben, um noch mehr Einsatzkräfte in den Kampf gegen die anfangs 20 Meter hohen Flammen schicken zu können. Auch aus Schwarzenbek, Geesthacht, Lauenburg und Büchen rasten Einsatzkräfte nach Mölln.

Eine kilometerweit sichtbare Rauchwolke von Hunderten brennenden Sommerreifen im Lager des Autohauses stand über der Stadt. Per Katastrophenschutzmeldung wurden Anwohner aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Der Rauch zog in Richtung Schmilau ab, wo er aber keine kritischen Gefahrstoffmesswerte mehr aufwies.

Drehleiter erlitt Hitzeschäden

Es war ein flammendes Inferno, das dort in Mölln herrschte. „Bei unserem Eintreffen stand der Werkstatttrakt in Vollbrand. Oberste Priorität hatte für uns eine Riegelstellung mit jeder Menge Wasser zu einem Wohnhaus im rückwärtigen Bereich und die direkt angebaute Verkaufshalle", erklärte Möllns Feuerwehrchef und Kreiswehrführer Sven Stonies.

Das ganze Haus und die Verkaufshalle zumindest zum Teil konnten gehalten werden. Dafür nahmen die Möllner Retter Hitzeschäden an ihrer Drehleiter in Kauf. „Die Hitzeentwicklung war extrem, so erlebt man so etwas nur sehr selten“, sagte Stonies. Selbst Löschschläuche verbrannten.

Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem Feuer in Mölln zu sehen, das am Sonntag ein Autohaus zerstört hat.

Schaummittel statt Wasser verwendet

Von der Möllner Drehleiter und dem Ratzeburger Teleskopmastfahrzeug aus konnten die Flammen von oben bekämpft werden. Auch am Boden und vom Dach der Verkaufshalle aus setzten die Feuerwehrleute mehrere Strahlrohre zur Brandbekämpfung ein. „Zeitweise mussten wir Schaummittel einsetzen, um überhaupt eine Löschwirkung erzielen zu können", so Stonies.

Hintergrund: Schaum hüllt das Brandgut ein und löscht es besser, Wasser perlt bei brennenden Reifen relativ wirkungslos ab. Von allen Fahrzeugen vor Ort und aus den Reserven aus den nahen Feuerwachen wurden die Schaummittelkanister organisiert und zu den Fahrzeugen, die sie benötigten, geschleppt.

Kilometerlange Leitung zum Stadtsee

Nachdem ein Regenrückhaltebecken an der Ratzeburger Straße erschöpft war, musste fast 1000 Meter weit vom Stadtsee aus Löschwasser zum Brandort gepumpt werden. Die Pumpengruppe des Löschzug Gefahrgut kümmerte sich darum. Die Polizei sperrte dafür und für die direkte Brandbekämpfung die Ratzeburger Straße mehrere Stunden lang voll. Die Rauchwolke lockte viele Schaulustige an, die sich aber auf den Parkplätzen gegenüber aufhielten und so nicht störten. Außerdem musste ein Sicherheitsabstand eingehalten werden.

„Zwischendurch hat es drinnen ein paar mal ordentlich geknallt", berichtete Jan Fiedermann, Zugführer der Feuerwehr Mölln. Gasflaschen explodierten. Er leitete den rückwärtigen der drei Einsatzabschnitte. „Es ist unglaublich, dass wir das Wohnhaus retten konnten“, gewann er dem Inferno etwas Positives ab. Dass der Brand am Sonntagnachmittag wütete, sorgte für viel Manpower.

Bürgermeister vor Ort

Aus dem Gebäude traten mit Löschwasser vermischtes Öl und andere Flüssigkeiten aus. Gullys wurden abgesperrt, um das kontaminierte Löschwasser zurückzuhalten. Der Energieversorger rückte ebenso an wie das Klärwerk und die Umweltbehörde. Auch Bürgermeister Jan Wiegels machte sich vor Ort ein Bild des Einsatzes. „Es ist beeindruckend, wie gut die Zusammenarbeit aller beteiligten Wehren aus dem ganzen Kreis hier klappt", staunte er.

Toll fand er den Einsatz der Retter, die in der Anfangsphase umsichtig die Scheiben zahlreicher Autos einschlugen und sie dann zur Seite schieben konnten. Einige mit geschmolzenen Kunststoffteilen, andere unversehrt. „Sonst hätten wir auch auf dem Hof noch einen Großbrand gehabt", begründet Stonies die unkonventionelle Maßnahme.

Später klebten Feuerwehrleute die zerstörten Scheiben mit Folie ab, um Schäden durch Regenwasser zu verhindern. In der Werkstatt brannten mehrere Kundenfahrzeuge völlig aus, in der Verkaufshalle sorgte die massive Verrauchung für Schäden an neuen und gebrauchten Ausstellungswagen.

„Ich hoffe, dass das Autohaus wieder aufgebaut wird“

Mit einem Bagger mussten am Abend schließlich Fassadenteile eingerissen werden, um dahinter verborgene Brandnester ablöschen zu können.

Die Kriminalpolizei hat noch während der Löscharbeiten erste Spuren gesichert. In den kommenden Tagen muss die Ruine ganz genau untersucht werden. Möglich, dass der Brand im Bereich eines im hinteren Werkstattteils untergestellten Wohnmobils ausgebrochen war. Dort hatte es nach Einschätzung der Feuerwehr besonders stark gebrannt. „Ich hoffe, dass das Autohaus wieder aufgebaut wird. Das wäre für die Mitarbeiter und für die Möllner Automeile sehr wichtig“, meinte Bürgermeister Jan Wiegels.

Kurze Nacht für die Feuerwehrleute

Die Nacht war für die Einsatzkräfte der Möllner Feuerwehr kurz. Denn bereits am Montagvormittag wurden die Einsatzkräfte erneut zur Brandruine gerufen. Sturm drohte Wellblechteile vom Dach des ehemaligen Autohauses auf die viel befahrene Ratzeburger Straße zu wehen. Von der Drehleiter aus schnitten Feuerwehrleute mit einem Trennschleifgerät lockerer Blechteile heraus.

Jan Fiedermann und Gruppenführer Sascha Manske zeigten hinter dem ausgebrannten Gebäude, wie gering der Abstand zu einem Wohnhaus war. „Die Fensterscheibe war bereits geborsten. Dann dauert es nicht mehr lange, bis eine Feuer übergreift“, erklärte Wehrführer Sven Stonies am Montagvormittag. Es sei der Wehr gelungen, durch den schnellen Einsatz hinter dem Haus mit reichlich Wasser eine Art Riegel vor das Wohnhaus zu schieben.

Weitere Live-Eindrücke und Videos vom Einsatztag finden Sie hier: http://www.ln-online.de/Lokales/Lauenburg/Opel-Autohaus-in-Moelln-in-Flammen-Halle-mit-Fahrzeugen-brennt-nieder

Timo Jann und Florian Grombein

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Klicken Sie hier, um weitere Bilder von dem Feuer in Mölln zu sehen, das am Sonntag ein Autohaus zerstört hat.

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