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Lauenburg Die Nutria ist eine putzige Persona non grata
Lokales Lauenburg Die Nutria ist eine putzige Persona non grata
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11:21 22.03.2019
Eine Nutria hatte sich 2016 in einem großen Gartenteich in Ratzeburg gemütlich gemacht. Quelle: LN-Archiv
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Ratzeburg

 Eine der ersten Nutrias des Kreises Herzogtum Lauenburg ist 2004 wochenlang in Gudow beobachtet und von Anwohnern mit Gemüse gefüttert worden. Dabei ist der putzige Nager eigentlich eine Persona non grata. 1926 hatte in Deutschland die Haltung der Südamerikanerin in Pelztierfarmen angefangen, und schon 1930 wurden die ersten Exemplare in Freiheit beobachtet, ausgebrochen oder ausgesetzt. Allerdings sind die kleinen Gründerpopulationen meistens schnell wieder ausgestorben. Am milden Niederrhein und dann vor allem im Spreewald ist die Nutria später aber doch außer Kontrolle geraten und macht sich seither durch Unterwühlen von Uferböschungen unbeliebt. In Schleswig-Holstein ist sie bisher selten geblieben.

Wie Biber und Bisam ist die Nutria fast immer im oder am Wasser anzutreffen und schwimmend ist sie von den anderen beiden gar nicht so leicht zu unterscheiden, wenn man aus der Entfernung keine Größenvorstellung hat. Nebeneinander am Ufer sitzend, wären sie wie die Orgelpfeifen: Ohne Schwanz wird der Bisam nur 35 Zentimeter, die Nutria 60 und der Biber stolze 100 Zentimeter lang. An Land kann man die Nutria auch gut am nicht abgeplatteten Rattenschwanz, den orange leuchtenden Nagezähnen und den langen, weißen Schnurrhaaren erkennen. Die Schnauze ist stumpf wie bei einem Meerschweinchen. Die Nutria darf von August bis Februar bejagt werden.

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Karsten Gärtner

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