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Lauenburg Doping-Dealer kommt mit Bewährungsstrafe davon
Lokales Lauenburg Doping-Dealer kommt mit Bewährungsstrafe davon
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22:25 16.04.2014
Der 29-Jährige ist am heutigen Mittwoch vor dem Langericht in Lübeck zwar zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden
Der 29-Jährige ist am heutigen Mittwoch vor dem Langericht in Lübeck zwar zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden Quelle: Rosenköter
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Schwarzenbek

Der 29-Jährige ist am Mittwoch vor dem Landgericht in Lübeck zwar zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden — jedoch wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Die III. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Kai Schröder sah es vor allem durch sein Geständnis als erwiesen an, dass er über mehrerer Jahre mit Arzneimitteln wie Anabolika gehandelt hat. Der Tatbestand des gewerbsmäßigen Inverkehrbringens von Dopingmitteln im Sport wird vom Schöffengericht als erwiesen angesehen. Zwölf Fälle wurden nachgewiesen.

„Sie haben sich eines schwunghaften Handels mit Doping-Mitteln strafbar gemacht und haben dadurch eine erhebliche Menge Geld erworben“, erklärte Schröder in seiner Urteilsbegründung. Die Strafe fiel am Ende recht mild aus, wenn man bedenkt, dass in einem schweren Fall, den das Gericht bei Juri P. erkannte, bis zu zehn Jahre Haft vorgesehen sind. Strafmildernd wirkten sich mehrere Punkte aus: Der Angeklagte legte ein umfangreiches Geständnis ab und verkürzte damit das Verfahren. Er ist nicht vorbestraft und lebt in fester Beziehung mit Partnerin und einem eigenen Kind.

Juri P. zeigte sich am zweiten Verhandlungstag beeindruckt vom Verfahren. „Ich möchte mich entschuldigen. Von der Szene habe ich mich gelöst“, sagte der Mann mit dem auffallend breiten Kreuz und dicken Oberarmen. Die Szene, das sind Kunden in Sportstudios, die mit den Mitteln Dianabol und Testosteron in Form von Tabletten und Spritzen möglichst schnell ihre Muskeln beim Krafttraining züchten wollen.

Am letzten Verhandlungstag sagte im Zeugestand ein Ermittler der Zollbehörde in Kiel aus. Der 43-Jährige berichtete von zwei Hausdurchsuchungen bei Juri P. In dessen Wohnung in Schwarzenbek fanden die Ermittler neben einigen Ampullen auch Bargeld. Auch ein an Juri P. adressiertes Paket mit Geld fingen die Beamten ab. Insgesamt wurden 1445 Euro sichergestellt. Das Geld stammt offenbar aus dem Handel mit den Dopingmitteln im Internet. Juri P. verzichtete auf die Rückgabe. In der Bewährungszeit von zwei Jahren darf er sich nicht strafbar machen, sonst muss er ins Gefängnis. Zusätzlich muss er 500 Euro an eine wohltätige Organisation zahlen. Er trägt außerdem die Kosten des Verfahrens.

fg