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Lauenburg Dorf-Feuerwehr in Not?
Lokales Lauenburg Dorf-Feuerwehr in Not?
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21:10 05.02.2013
Von Christian Nimtz
Die Geehrten und Beförderten der Freiwilligen Feuerwehr Sierksrade: (v. l.) Wehrführer Klaus Scheer, Ralf Bruhns, Karl-Heinz Reimann, Johannes Dohrendorff, Jens Wehrt, Christian Schöffski, Walter Pawils und Amtswehrführer Andreas Koop. Quelle: Fotos: Christian Nimtz
Sierksrade

Feuerwehren retten, löschen, bergen, schützen, heißt es allgemein.

Aber Feuerwehren sind noch viel mehr. Sie sind in kleinen Dörfern die letzte noch verbliebene Vereinigung auf ehrenamtlicher Basis. So auch in dem kleinen Ort Sierksrade im Amt Berkenthin. Seit der am vergangenen Sonnabend abgehaltenen Jahreshauptversammlung steht die mit Düchelsdorf vereinte Wehr trotz vier vorgeschlagener Personen aber ohne Wehrführer da. Das Kommando führt jetzt vorübergehend der stellvertretende Wehrführer Walter von Levern-Wilke.

Neu besetzt werden mussten die Posten des Gemeindewehrführers und des Kassenwart. Als jedoch Gemeinderatsmitglied Johannes Bartels die vier Wahlvorschläge für den Wehrführer vorgelesen hatte, war plötzlich absolute Ruhe in dem Raum.

Bei der anschließenden persönlichen Abfrage fand sich niemand, der das Amt des Wehrführers übernehmen wollte. „Trotz meines erneuten Vorschlages habe ich mit einem Nein geantwortet, weil für mich schon bei meinem Antritt vor sechs Jahren fest stand, dass ich diesen Posten nur eine Wahlperiode übernehmen werde“, sagte Klaus Scheer.

Andre Koop, Sohn des Amtswehrführers Andreas Koop, der ebenfalls vorgeschlagen wurde, machte die von jedem erahnte, aber bis dahin nie ausgesprochene Problematik deutlich: „Die Gemeinden Düchelsdorf und Sierksrade haben uns bezüglich der Ausrüstung sehr gut ausgestattet, aber in Sachen Nachwuchsarbeit bisher leider nicht so unterstützt, dass dies zum gewünschten Erfolg führte“, sagte Andre Koop.

Auch die Personalproblematik — in der Gemeinde Düchelsdorf gibt es derzeit lediglich sechs aktive Feuerwehrleute — werde seit mehren Jahren nur vor sich her geschoben. „Aus diesem Grund werde ich diesen Posten zur Zeit nicht besetzen, weil in der nächsten Amtsperiode von sechs Jahren dieses Problem leider noch gravierender wird“, so Andre Koop weiter.

Die beiden weiteren vorgeschlagenen Kandidaten Wolfgang Blöß und Sönke Dohrendorff lehnten ebenfalls eine Wahl ab. „Jetzt haben wir drei Monate Zeit um eine außerordentliche Mitgliederversammlung durchzuführen um die Wehrführerwahl zu wiederholen“, erklärt Amtswehrführer Andreas Koop.

Sollte sich auch dann niemand finden, sei die Wehr nicht mehr einsatzfähig. „Jetzt ist höchste Eile geboten. Es muss gemeinsam ein Weg gefunden werden, um dieser Problematik entgegen zu wirken“, so Andreas Koop weiter.

Zuvor hatte der noch amtierende Wehrführer Klaus Scheer die Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus eröffnet. Nach der Begrüßung erläuterte er in seinem Jahresbericht, dass die Freiwillige Feuerwehr Sierksrade derzeit 26 aktive Mitglieder — 25 Männer und eine Frau — sowie 23 Ehrenmitglieder und 18 fördernde Mitglieder habe.

„Der Altersdurchschnitt bei den Aktiven liegt bei 40 Jahren“, sagte Scheer. Im abgelaufenen Jahr rückte seine Truppe zu neun Einsätzen aus, bei denen es sich um sechs technische Hilfeleistungs- und drei Brandbekämpfungseinsätze handelte.

Bei der vom Kreisfeuerwehrverband ausgerichteten Geschicklichkeitsfahrt in Büchen belegte die Wehr den ersten sowie den dritten Platz, was wiederum den sehr guten Ausbildungsstand widerspiegelt.

Im Anschluss folgten die Beförderungen und Ehrungen. Christian Schöffski wurde dabei zum Oberfeuerwehrmann, Jens Wehrt zum Hauptfeuerwehrmann und Walter Pawils mit dem gleichzeitigen Übertritt in die Ehrenabteilung zum Löschmeister befördert.

Ralf Bruhns wurde zudem für zehn Jahre, Karl-Heinz Reimann für 20 und Johannes Dohrendorff für 30 Jahre aktiven Feuerwehrdienst geehrt.

Nachdem die Ernennung eines neuen Wehrführers wie berichtet mit einem Desaster endete, gab es zumindestens bei der Wahl des Kassenwartes einen Lichtblick. Hier wurde Stefan Wehrt durch die Anwesenden einstimmig wiedergewählt.

Ursache des Problems
Verschiedene Gründe gibt es, warum momentan niemand mehr in Sierksrade Wehrführer sein will. Ein Grund ist sicherlich, dass fast alle berufstätigen Männer und Frauen außerhalb arbeiten und daher nicht vor Ort sind, wenn die Feuerwehren gefordert werden.


Früher war es anders, sagt Amtswehrführer Andreas Koop. „In jedem noch so kleinen Dorf fanden sich Feuerwehrleute, weil sie im eigenen Ort Arbeit hatten. Die Feuerwehren konnten vor allem darauf bauen, dass in der Landwirtschaft Beschäftigte problemlos für Einsätze zur Verfügung standen.“


Erschwerend kommt hinzu, dass sich immer weniger Menschen mit dem Ehrenamt identifizieren und so die personelle Lage bei den Freiwilligen Wehren dramatischer wird.


Bei allen Differenzen sollten Auseinandersetzungen aber immer vernünftig und konstruktiv ablaufen und niemals verletzend wirken, fügte Amtswehrführer Koop hinzu.


Nicht nur die Sierksrader, sondern auch die Schmilauer Feuerwehr steht momentan ohne Wehrführer da. Hier ist man seit mehr als einem halben Jahr erfolglos auf der Suche nach einem neuen Wehrführer.

Christian Nimtz

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