Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Drei Verletzte: Reizgas im Penny-Markt versprüht
Lokales Lauenburg Drei Verletzte: Reizgas im Penny-Markt versprüht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 23.07.2018
Feuerwehrleute belüften den Gebäudekomplex am Ritter-Wulf-Platz, um das Reizgas zu beseitigen. Quelle: Fotos: Timo Jann
Anzeige
Schwarzenbek

Ein Jugendlicher (17) aus Escheburg und zwei Kassiererinnen des Discounters an der Compestraße wurden dadurch verletzt. Sie litten unter starken Augen- und Atemwegsreizungen.

Alarm in der Penny-Filiale am Ritter-Wulf-Platz: Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Jugendgruppen ist dort am Sonnabend während der Öffnungszeit vermutlich aus nichtigem Grund extrem eskaliert. Nach Polizeiangaben versprühte gegen 17.15 Uhr ein Unbekannter im Markt Reizgas.

„Den genauen Anlass für den Streit versuchen wir zu ermitteln, ebenso die weiteren Beteiligten der Auseinandersetzung", erklärte Thomas Kulp vom Schwarzenbeker Polizeirevier am Einsatzort. „So weit ich es mitbekommen habe, ging es um einen Energydrink“, berichtete Penny-Mitarbeiter Torben Nossek am Abend. Er habe sich im rückwärtigen Bereich des Marktes aufgehalten, als er nach vorn gerufen wurde. „Dann habe ich es knallen gehört, das war wohl der Moment, als der vom Reizgas besonders getroffene Jugendliche in ein Regal fiel“, so Nossek. Sofort fordern die Mitarbeiter die Polizei an – deren Wache sich auf der anderen Straßenseite befindet und die entsprechend schnell vor Ort ist.

Anzeige

„Wir haben Penny, einen Drogeriemarkt, einen Tabakshop und eine Bäckereifiliale mit Café in dem Objekt sofort evakuiert. Man konnte das Reizgas massiv wahrnehmen“, so Kulp. Die Polizisten fordern Verstärkung an, mehrere Streifen rasen zum Einsatzort. Auch der Rettungsdienst und die Feuerwehr werden alarmiert. Schaulustige versammeln sich, Kunden der Läden stehen vor verschlossenen Türen.

Während die Retter sich um die beiden Mitarbeiterinnen kümmern, spült sich der Escheburger – der Polizei wegen zahlreicher Straftaten bekannt – immer wieder selbst die Augen aus.

Die Feuerwehrleute kümmern sich derweil um die Belüftung des Gebäudekomplexes. „Man kann wohl von Glück reden, dass nicht noch mehr Menschen verletzt wurden“, erklärte Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Ein Trupp, der sich durch Atemschutz gegen das Reizgas schützte, öffnete mehrere Türen, außerdem wurden aus der Brandmeldezentrale die Dachluken geöffnet, die eigentlich dem Rauchabzug im Brandfall dienen sollen. Mit Hilfe eines Überdrucklüfters wird Frischluft in den Markt gepumpt. Bettin: „Wir hatten gerade das Wochenende zuvor eine Fortbildung in taktischer Ventilation, die kam uns hier zugute.“

Nach einer Stunde ist der Einsatz beendet. Für die Polizei fangen jetzt die Ermittlungen aber erst richtig an. Sollte der Unbekannte, der das Reizgas versprüht hatte, ermittelt und überführt werden, droht ihm neben Schadensersatzforderungen der Geschäfte und einer Rechnung für die Einsatzkosten auch ein Strafverfahren unter anderem wegen Körperverletzung.

tja