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Lauenburg Dschungelprinz singt in der Möllner Kirche
Lokales Lauenburg Dschungelprinz singt in der Möllner Kirche
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19:00 13.02.2019
Eben noch im Dschungel, jetzt in Mölln: Der Musiker und Komponist Peter Orloff hin der Nicolaikirche.   Quelle: FOTOS: Grombein
Mölln

Peter Orloff ist busy, könnte man Neudeutsch sagen. Im Pastorat der Nicolaikirche tigert er mit Handy am Ohr vorbei an aufgestapelten Stühlen und Reisetaschen seiner Ensemble-Mitglieder. Es geht um die korrekte Nennung von Urheberrechten für Musikaufnahmen. In einem weiteren Telefonat um den Passus in einem Vertrag. Dass er in 15 Minuten in der Kirche nebenan auftreten muss, hält ihn auch nicht ab, schnell noch ein Interview zu geben.

Mann für alle Generationen

Herr Orloff. Als begnadeten Musiker und Komponisten kennt Sie ganz Deutschland seit Langem. Hat sich nach dem Dschungelcamp irgendetwas geändert für Sie?

Ja, ich habe nicht nur meinen treuen Fans, die mich seit Jahrzehnten begleiten, damit eine Freude gemacht, sondern auch unzählige neue Fans hinzugewonnen. Und zu meiner Freude, als Dschungelprinz aus diesem Wettbewerb hervorgegangen zu sein, bin ich tief berührt, von den Menschen inzwischen auch als Dschungelkönig der Herzen wahrgenommen zu werden.

Es ist nicht selbstverständlich, dass ein Mann über 70 so sportlich und fruchtlos daherkommt, wie Sie im Dschungel. Wollten sie eher sich oder eher ihrem Publikum etwas beweisen?

Furchtlos und sportlich war ich eigentlich schon immer, daran hat sich nichts geändert. Aber wenn man selber meint, allen Aufgaben und Anforderungen zu genügen, dann hat man hier einmal die Möglichkeit, der eigenen Einschätzung auch Taten folgen zu lassen. Ich hatte selber mir gegenüber diese Erwartungshaltung und freue mich, dass ich das auch umgesetzt habe, und vielleicht habe ich damit auch den einen oder anderen motiviert, sich was zu trauen.

Was glauben Sie? Hat Peter Orloff seit den Fernseh-Auftritten wieder jüngeres Publikum hinzu gewonnen?

Das auf jeden Fall. Viele von denen kannten mich vorher noch gar nicht und fragen jetzt ihre Eltern oder Großeltern, wie diese mich früher wahrgenommen haben. Ist doch wunderbar, ein Mann für alle Generationen (Anm. Redaktion: In wenigen Wochen stieg die Zahl seiner Abonnenten bei Instagram auf immerhin 25 000).

Sie geben nicht immer Konzerte mit tausenden Zuschauern. Regelmäßig treten sie seit Jahren auch in kleinen Orten wie Mölln auf. Was reizt Sie daran?

Mölln ist ein Ort mit großer Tradition und hat sicher auch ein Anrecht auf Kultur. Es gibt viele große Schauspieler, die gerne in dieser Größenordnung auftreten. Und ich liebe die Arbeit auf der Bühne, wo man sofort ein Ergebnis bekommt. Mehr zum Auftritt mit Peter Orloff lesen Sie am Mittwoch auf LN-Online und später vertieft in den Lübecker Nachrichten.

 

„Ich bräuchte im Augenblick drei Leben“, sagt Orloff mit genussvollem Lächeln. Denn seit seinem Auftritt im TV-Quoten-Garanten RTL-Dschungelcamp läuft es bei ihm. Und das gefällt ihm. Er hat neue, jüngere Fans hinzugewonnen, sagt er begeistert. Es sei unglaublich, wie viele Menschen ihm nun in sozialen Netzwerken folgten. Das sei schon ein tolle Sache, dieses „Instagram“. Sein erster Post datiert am 4. Januar. Fünf Wochen später sind es fast 24 000 Abonnenten.

Im Videointerview will aber darf Orloff nicht über die Zeit im Dschungel sprechen. RTL habe sich die Exklusivrechte für „Bewegtbild“, also ein Videointerview, gesichert. Im Pastorat jedoch macht er dem Reporter noch einmal euphorisch vor, wie er auf dem Hochhausdach über die Hindernisse balancierte. Ausgestreckte Arme und kleine Schritte. Es habe ja nur zwei Möglichkeiten gegeben. Nicht antreten, runterfallen oder einfach rüberlaufen. Er habe sich für letzte Variante entschieden und die Höhe einfach ausgeblendet. Dass man mit 74 noch so sportlich ist, ist nicht selbstverständlich, startet der Reporter. Doch weiter kommt er nicht: „Ich bin doch keine 95“, unterbricht Orloff mit empörter Miene. Singen erfordere doch auch Fitness. Es sei eben wichtig, den Hintern hochzukriegen. Von Ruhestand hält er nichts. Schon gar nicht von dem Spruch „Früher war alles besser“. „Es ist nicht entscheidend, was man rückblickend als gut ansieht, sondern was man jeder Zeit an Gutem abgewinnt. Du selber entscheidest, was du aus deiner Zeit machst.“

Orloff hat viel mit seiner Zeit gemacht. Bereits 1967 veröffentlichte er seinen ersten Schlager. „Mädchen für immer“ bekam eine goldene Schallplatte. Er trat 30 Mal in der Hitparade auf. Er komponierte und textete für Freddy Quinn, Rex Gildo, Bata Illic, Julio Iglesias und Drafi Deutscher. In den 70er Jahren war er als Interpret immer wieder in den Top 20 und Top 40. Als Produzent brachte er sogar drei Singles auf Platz 1 der deutschen Charts.

In der Nicolaikirche erleben ihn die Besucher seit Jahren als stolzen Kosaken in Uniform mit sonorer Stimme. Er ist der Moderator des Abends. Seine galanten Gesten und sein theatralischer Blick bei geistlichen Liedern oder Auszügen aus der Oper „Nabucco“ haben einen lange Familientradition. Sein Vater war einer der Gründer des Schwarzmeer-Kosaken-Chores. Peter Orloff selbst sang schon mit 14 mit. Das Haus ist ausverkauft, die Leute applaudieren. Am nächsten Tag großes Lob von Besuchern auf Facebook: „Das ging ins Herz“, „Es war super“, „Ein wunderschöner Abend“.

Über den Dschungel darf Orloff wie gesagt nicht viel verraten. Doch wie es musikalisch weiter geht. „Ich arbeite an einem neuen Schlager-Album“, sagt er. Das ist nun wirklich eine Neuigkeit. Denn es wäre, glaubt man dem Forum www.schlagerpklante.com, sein erstes Schlager-Album seit 22 Jahren. Das letzte war ein Best-Of-Album im Jahre 1997. Wenn das mal nicht mit der neuen Dschungel-Popularität zu tun hat.

Florian Grombein

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