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Lauenburg Durchbruch in der Forschung zur Wasserstoffspeicherung
Lokales Lauenburg Durchbruch in der Forschung zur Wasserstoffspeicherung
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12:58 24.07.2018
Dr. Claudio Pistidda an einem Diffraktometer zur Prüfung von neuen Wasserstofftanks.  Quelle: HZG/Torsten Fischer
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Geesthacht

"Eines der großen Probleme bei der Suche nach dem richtigen Material war, dass sich mit jedem Laden die Speicherkapazität verringert hat", sagt Pistidda. Nun sei es mit einer speziellen Kombination von sogenannten Metallhydriden gelungen, diese gravierenden Nachteile, die herkömmlicherweise mit dieser Materialklasse verbunden sind, zu überwinden.

"Dies ist ein echter Meilenstein in der Entwicklung der Wasserstoffspeichertechnologie für mobile und stationäre Anwendungen", sagt Pistidda. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden am Dienstag in der renommierten Fachzeitschrift „Journal of Material Chemistry“ veröffentlicht. „Der entdeckte Reaktionsweg vermeidet unerwünschte Seitenreaktionen, die ansonsten eine Wiederbeladung mit Wasserstoff behindern. Das neue Material eröffnet damit eine hervorragende Perspektive für langfristig nutzbare Energiespeicher.“

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Schema des Mechanismus zur Speicherung von Wasserstoff mit Calciumborhydrid unter Zugabe von Magnesium-Nickel-Hydrid.

"Wasserstoff kann ein klima- und umweltfreundlicher Energieträger sein, wenn er mit Hilfe von Wind- oder Solarenergie erzeugt wird", heißt es in einer Mitteilung des HZG. Anders als bei herkömmlichen Kraftstoffen würden bei seiner späteren Verwendung weder schädliches Kohlendioxid noch Rußpartikel freigesetzt. Für den mobilen Einsatz werde Wasserstoff derzeit meist in Druckgasbehältern gespeichert, die ein relativ großes Volumen aufweisen und den entsprechenden Platz in den Fahrzeugen einnehmen.

Zum Laden werden zudem hohe Drücke von bis zu 900 bar benötigt. Um diesen Belastungen standhalten zu können, müssen spezielle Behälter aus hochwertigen, nicht recycelbaren faserverstärkten Polymerwerkstoffen verwendet werden. Die neuen Systeme könnten mehr Wasserstoff auf weniger Raum speichern als Hochdrucktanks. Abgesehen davon ermöglichen die signifikant niedrigeren Ladedrücke, die für Feststoffspeicher erforderlich sind, den Einsatz von kostengünstigeren und umweltfreundlicheren Tank-Behältern in Automobilen.

In einem anderen Projekt arbeiten Geesthachter Wasserstoff-Forscher für einen konkrete Umsetzung auch mit dem Automobilkonzern Volkswagen zusammen. Die jetzt gewonnenen Erkenntnisse hoffen sie nun auch auf diese Arbeit übertragen zu können. Allerdings kommen beim Einsatz von Wasserstofftanks in Autos bislang andere Materialien zu Einsatz.

In den vergangenen Monaten hatten sich zahlreiche Politiker über die Forschungen im Wasserstoffbereich beim HZG informiert.

LN

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