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Lauenburg Ehemaliger Nabu-Vorsitzender Dr. Roland Doerffer gestorben
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Ehemaliger Nabu-Vorsitzender Dr. Roland Doerffer gestorben

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16:09 01.04.2021
Roland Doerffer (rechts) mit einem Gerät, das Laute von Fledermäusen für das menschliche Gehör hörbar macht, während der Fledermausnacht am Elbufer.
Roland Doerffer (rechts) mit einem Gerät, das Laute von Fledermäusen für das menschliche Gehör hörbar macht, während der Fledermausnacht am Elbufer. Quelle: Timo Jann
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Geesthacht

Der Naturschutzbund (Nabu) im Lauenburgischen ist in tiefer Trauer: Dr. Roland Doerffer, jahrelang Vorsitzender der Umweltschutzorganisation in Geesthacht und über die Kreisgrenzen hinaus für seine Videobeiträge zum Thema Naturschutz bekannt, ist im Alter von 74 Jahren völlig überraschend gestorben. Er war – wie man es von ihm kannte – mit dem Fahrrad zum Einkaufen gefahren, dort zusammengebrochen und konnte nicht gerettet werden.

Filme waren seine Leidenschaft

„Filme waren die Stärke von Roland. Kamera und Drohne halfen ihm dabei, seine Ideen zu verwirklichen und zu publizieren. Seine Beiträge zum ‚Wilden Geesthacht’ sowie der einzigartige Film ‚Traumberuf Förster’, über den Wald bei wechselnden Jahreszeiten und über die Arbeit des Försters, füllten mehrfach Kinosäle und Veranstaltungsräume und bleiben ebenso unvergessen wie die jährlichen Fledermausführungen, die abendlichen Spaziergänge zum Kennenlernen der Vogelstimmen und seine Vorträge. Zuletzt organisierte er zunehmend Live-Darbietungen per Internet, um trotz der Pandemie für unsere Anliegen zu werben“, berichtet Heike Kramer, die Vorsitzende des Nabu Geesthacht.

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Doerffer war meistens mit seiner Kamera dabei, wenn der Nabu Aktionen startete. Bei den Kontrollen der Fledermauskästen ebenso wie für eine Onlinepräsentation zur Nacht der Nachtigall oder bei der Vogelzählung auf der Elbinsel Hachedesand. Er setzte sich engagiert und nachdrücklich für die Ziele des Umwelt- und Naturschutzes ein. Er trat dem Nabu 1981 bei und leitete die Geesthachter Gruppe als erster Vorsitzender von 1989 bis 1997. Doerffer war ein moderner Naturliebhaber. Durch seinen Beruf beim Helmholtz-Zentrum hatte er früh Zugang zu moderner Foto- und Film-Technik, die ihn begeisterte und in die er selbst auch viel investierte. Davon profitierte der Naturschutzbund. „Als Tüftler und Macher war es ihm ein Bedürfnis, den Menschen, besonders in der näheren Umgebung, die Schönheit und Einzigartigkeit des Geesthachter Naturraums zu zeigen“, erinnert sich Vorstandsmitglied Hartmut Haberlandt an den Verstorbenen.

Stütze im Geesthachter Nabu

Mit seinen Ideen, seiner großen Hilfsbereitschaft und seinen vielfältigen Kenntnissen galt Doerffer als eine Stütze im Geesthachter Nabu – als ein Naturschutzmacher mit Herz und Elan. Der Verstorbene hinterlässt eine Frau, zwei Kinder und mehrere Enkelkinder. „Wir haben mit Roland nicht nur einen Mitstreiter, sondern einen echten Freund verloren“, sagt Heike Kramer.

Von LN