Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Eine Ampel für den Erhalt von Kirchengebäuden
Lokales Lauenburg Eine Ampel für den Erhalt von Kirchengebäuden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:34 14.07.2017
Die bereits 1230 erbaute und mehrfach erneuerte Andreaskirche steht heute unter Denkmalschutz. Sie ist durch die Sparmaßnahmen des Kirchenkreises nicht gefährdet. Quelle: Foto: Lothar Neinass
Kuddewörde

In diesem Jahr gibt es nicht nur Veranstaltungen zum Luther-Jubiläum. In vielen Gemeinden des Kirchenkreises Lauenburg-Lübeck wird in Informationsveranstaltungen ein Sparplan des Kirchenkreises diskutiert. Von einem Arbeitskreis ist ein Konzept entwickelt worden, nach dem alle 550 kirchlichen Immobilien auf ihre Notwendigkeit geprüft worden sind.

Gebäude, die erhaltenswert sind, wurden grün gekennzeichnet. Gebäude, die für die Kirchenarbeit nicht mehr von Nutzen sind, wurden in die rote Kategorie eingestuft. Die Farbe gelb steht für eine noch offene Entscheidung. Die Kirchengemeinde Kuddewörde, zu der die Gemeinden Hamfelde, Kasseburg und Köthel gehören, hatte alle Einwohner der Gemeinden zu öffentlichen Veranstaltungen in die Kirchen eingeladen.

Pastor Egmont Rausch berichtete in der Johanniskirche in Kuddewörde über die Pläne des Kirchenkreises. Über 50 Gemeindeglieder waren der Einladung gefolgt. Sie erfuhren, dass die unter Denkmalschutz stehende Kuddewörder Andreas- Kirche durch die grüne Kennzeichnung geschützt ist. Das Pastorat in Kuddewörde wurde in die Kategorie gelb eingestuft. Dieses hat zur Folge, dass bei notwendig werdenden Reparaturen in einer Einzelprüfung entschieden wird, ob sich der Kirchenkreis finanziell beteiligen wird. In die rote Gruppe hat der Arbeitskreis ein Nebengebäude in Kuddewörde eingeordnet. Es ist ein ehemaliger Hühnerstall, in dem heute Räume für Gruppenarbeit untergebracht sind. Wenn die Eingruppierungen, wie vom Arbeitskreis vorgeschlagen, von der Synode bestätigt wird, kommen im nächsten Jahr Bagger, um die roten Gebäude abzubrechen. Die örtlichen Kirchengemeinden müssen nun überlegen, wie sie die Kosten für eventuelle Reparaturen aufbringen können.

Pastor Egmont Rausch machte deutlich, dass der Kirchenvorstand für seine weiteren Beratungen und die Stellungnahme für den Kirchenkreis die Wünsche und Anregungen aufnehmen wird: „Wir wollen alle Kirchenmitglieder, aber auch die übrigen Bürger in die Diskussion einbeziehen.“ Von den über 50 Teilnehmern an der Diskussionsrunde gab es zahlreiche Überlegungen, die die Vorschläge des Arbeitskreises verändern könnten. So wurde kritisiert, dass dem Kirchengemeinderat die Kriterien, die zur Ampel-Farbe geführt haben, nicht bekannt waren. „Es können vor Ort doch keine Vorschläge und Anregungen zu dem Konzept gemacht werden, wenn die Grundlagen fehlen“, wurde mehrfach betont. Auch das Thema Kirchensteuer wurde angesprochen. Hierzu sagte Pastor Egmont Rausch: „Im Augenblick ist die finanzielle Lage der Kirche gut, doch es ist absehbar, dass sich dieses ändern wird.“ Daher begrüßte der Pastor, dass die Diskussion über Einschränkungen im Kirchenbereich jetzt und nicht in Zeiten der Not geführt wird. Die Anwesenden waren sich einig, dass die Aktivitäten der Kirchengemeinde Kuddewörde bei der Neuplanung stärker berücksichtigt werden müsse. Ohne ein funktionsfähiges Pastorat sei eine lebendige Kirchenarbeit nicht möglich. In die Diskussion wurde auch der Vorschlag eingebracht, nicht nur die Kirchenmitglieder an den Kosten der baulichen Unterhaltung zu beteiligen. Ein Kirchengebäude gehöre zum Ortsbild einer Gemeinde. Daher sollten sich alle Einwohner verantwortlich fühlen und zur Finanzierung beitragen. Befürchtet wurde in der Diskussionsrunde auch, dass die Einschränkungen bei der Gebäudeunterhaltung nur ein erster Schritt sein könnte. Als nächste Einsparung folgen Zusammenlegungen von Gemeinden und dann Einsparungen beim Personal. Ein Pastor sei dann nur noch Manager und nicht Seelsorger, war eine Äußerung. Pastor Egmont Rausch wünscht sich, dass die Diskussion weitergeht und die Kirchenmitglieder dem Kirchenvorstand und ihm bei den Verhandlungen mit dem Kirchenkreis den Rücken stärken.

Lothar Neinass

Morgen Eröffnung im Pirschbachtal.

14.07.2017

Tobias Koch, CDU-Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag, stellte sich Fragen der Mittelstandsvereinigung im Kreis.

14.07.2017

Die Töpfer kommen! An diesem Wochenende bauen sie auf der großen Schlosswiese in Ratzeburg ihre Stände auf.

14.07.2017