Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Einweihung im neuen Mutter-Kind-Haus
Lokales Lauenburg Einweihung im neuen Mutter-Kind-Haus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:03 29.05.2019
Einrichtungsleiterin Britta Manzke mit Tereza (18) und Sahand (8 Monate). Am 1. Juni wird das neue Mutter-Kind-Haus eingeweiht. Quelle: Silke Geercken
Schwarzenbek

Das neue Mutter-Kind-Haus der Freien Evangelischen Gemeinde (FEG) in Schwarzenbek ist fertig. Am Sonnabend, 1. Juni, wird der 1,6 Millionen teure Neubau eingeweiht. Die Bewohner sind bereits umgezogen. „Wir sind alle noch sehr aufgeregt und müssen uns erst wieder neu zurechtfinden“, sagt Einrichtungsleiterin Britta Manzke. Gleichzeitig wird da 70-jährige Bestehen der FEG gefeiert.

Neue Mitarbeiter, neue Regeln

Außer den neuen Räumen gibt es neue Frauen, neue Mitarbeiter und neue Regeln. „Das klingt harmlos, ist aber doch ganz schön schwierig. Auf jeden Fall freuen wir uns und besonders auch über die vielen Spenden, die uns erreichten. Danke, danke, danke“, so die gelernte Erzieherin, die sich einen Traum erfüllt hat und seit 2013 das Mutter-Kind-Haus in Schwarzenbek leitet. Zunächst im Altbau an der Hamburger Straße, der wird derzeit zu vier großen Wohnungen umgebaut. Der Neubau mit acht Wohnungen befindet sich direkt dahinter. Die Stiftung Freie Ev. Gemeinde hat das ehemalige Zahnarztgebäude abreißen lassen, um Platz für das neue „Muki“ zu schaffen.

Acht Frauen, elf Kinder

Zurzeit wohnen hier acht Frauen, 19 bis 38 Jahre alt, sowie elf Kinder bis zu vier Jahre. Die meist jungen Mütter haben Gewalt erfahren, keinen Rückhalt in der Familie, sind nicht der Lage, allein für sich und ihr Kind zu sorgen. Zum Beispiel Tereza. Die heute 18-Jährige ist vor zwei Jahren aus Armenien geflüchtet und über das Jugendamt ins Muki nach Schwarzenbek gekommen. Ihren acht Monate alten Sohn Sahand hat sie hier bekommen. Der Vater, ein Flüchtling aus dem Irak, wohnt noch in Lübeck, bemüht sich momentan um eine Wohnung, in der er mit seiner kleinen Familie leben kann. Er kommt regelmäßig am Wochenende, um seinen Sohn zu sehen.

Neun Mitarbeiter

„Wir fangen bei den jungen Frauen ganz vorne an, geben ihrem Tag Struktur, kochen und putzen mit ihnen, begleiten sie zu Behörden oder zu Ärzten“, sagt Britta Manzke. Wir, das sind neun Personen in Voll- und Teilzeit, darunter eine Kinderkrankenschwester, eine Hebamme, Erzieher und Pädagogen. Auch nachts gibt es einen Ansprechpartner. Finanziert wird der Aufenthalt über die wirtschaftliche Jugendhilfe des Kreises oder das Sozialamt. Die Frauen kommen aus Schleswig-Holstein, Hamburg und anderen benachbarten Bundesländern. Eine Mutter ist bereits seit drei Jahren im Muki.

Handyverbot bei den Mahlzeiten

Wie im normalen Familienalltag auch, beginnt der Tag morgens um 7 Uhr mit gemeinsamem Frühstück. Dann werden die Kinder in die Kita gebracht, für die Mütter stehen Hausarbeiten, Therapien, persönliche Gespräche, Behördengänge, Deutschkurse auf dem Vormittagsprogramm. Mit dem Putzen ist das so eine Sache. „Nicht alle Frauen sind einsichtig, ihnen fehlt die Sozialkompetenz, sie sehen nicht ein, warum sie zum Beispiel den Hausflur für alle reinigen müssen, kappeln sich übers Aufdecken oder den Abwasch“, so Manzke. Hier bedürfe es manchmal etwas Druck und ernster Gespräche, um die Betroffenen zu überzeugen. Das gemeinsame Mittagessen erfolgt wegen der vielen Teilnehmer in zwei Schichten. „Dann geht es darum, beim Essen nicht herum zu laufen, das Handy auf dem Zimmer zu lassen.“ Der Nachmittag gehört den Kindern, montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr ist Elterncafé. „Da kommen inzwischen auch Gäste von draußen und bereichern unsere Runde. Das wird von den Frauen dankbar angenommen“, sagt Manzke. Insgesamt hat das Muki-Team in den vergangenen sechs Jahren 24 Frauen und 29 Kinder betreut. Einige haben den Weg in die Selbstständigkeit geschafft. Damit das geübt werden kann, werden die vier Wohnungen im Altbau für autarkes Wohnen hergerichtet. Dort soll es dann auch keinen Nachtdienst der Betreuer mehr geben.

Einweihung mit Artist

Zur Einweihungsfeier sind Besucher am Sonnabend, 1. Juni, im Muki willkommen. Es beginnt um 11 Uhr mit einem Festgottesdienst, danach gibt es Kurzweil bei diversen Ständen, um 14 Uhr kommt ein Artist.

Silke Geercken

Im Herzogtum Lauenburg waren 4833 Menschen arbeitslos – 41 mehr als im April.

29.05.2019

Der 27-jährige Matthias Schur ist verärgert. Weil im Wahllokal mehrfach die Wahlzettel ausgingen, verpasste der junge Familienvater seine Chance, demokratisch mitzubestimmen. Etwa 40 Leute standen am Sonntag vor dem Wahllokal Schlange, weil die Stimmzettel fehlten. Landesweit kam es nach LN-Informationen zu so einem Engpass nur noch in Henstedt-Ulzburg.

28.05.2019

Aus noch ungeklärter Ursache ist ein 19-Jähriger bei Brunstorf von der Straße abgekommen und mit seinem Auto gegen ein Baum geprallt. Er zog sich bei dem Unfall schwere Verletzungen zu.

28.05.2019