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Lauenburg Ekel bei Pendlern: Kiloweise Windeln auf der Straße entsorgt
Lokales Lauenburg Ekel bei Pendlern: Kiloweise Windeln auf der Straße entsorgt
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20:57 05.04.2018
Uwe und Karin Liermann sind sauer. Immer wieder entsorgt ein Unbekannter benutzte Windeln auf der Straße zwischen Grambek und Göttin. Quelle: Foto: Florian Grombein
Grambek/Güster

„Es sieht so aus, als ob die benutzten Windeln aus dem fahrenden Auto einfach raus auf die Straße geworfen werden“, berichtet Karin Liermann aus Grambek. Erst gestern Morgen lagen wieder Windeln auf der Strecke hinter Grambek im Wald kurz vor der Autobahnbrücke quer über die Straße verteilt, berichtet sie. Geht der Täter einen Schritt weiter? „Es scheint, als ob derjenige sich nun auch noch die Zeit nimmt, auszusteigen, die Pakete zu verteilen und weiter zu fahren“, erklärt Liermann. Fast jeden Montag würden auf der Strecke – zumeist im Wald hinter Grambek – gebrauchte Babywindeln entsorgt.

Bis zu 30 benutzte Windeln liegen regelmäßig auf der Straße zwischen Mölln über Grambek nach Göttin. Anwohner sind verärgert über den Umweltfrevel und haben Anzeige erstattet. Die Polizei tappt im Dunkeln. Und die Entsorgung müssen Gemeinden aus eigener Tasche zahlen.

„Die un- appetitlichen Pakete werden auch noch breit gefahren.Karin Liermann

aus Grambek

Windeln in der Telefonzelle

Im benachbarten

Niedersachsen kennt man übrigens ein ähnliches Problem. Die Landeszeitung Lüneburg berichtet davon, dass seit Wochen benutzte Windeln im Stadtgebiet gefunden werden – unter anderem in Telefonzellen.

Dort ermittelt die

Polizei gegen einen

Verdächtigen, der an

einer sexuellen Störung leide, so die Zeitung.

Seit November 2017 klagen Anwohner aus Güster, Grambek und Göttin über das Problem.

„Ich habe Anzeige erstattet. Bis zu 30 Windeln sind auf einmal entsorgt worden“, sagt Andreas Fichtner aus Güster. Er hat die Vorfälle dokumentiert. Diese Umweltverschmutzung empfindet er als besonders schlimm. Denn schließlich handele es sich bei Windeln um Material, das nicht verrotte. Er glaubt, dass die Windeln meist in den Morgenstunden entsorgt werden.

Die Polizei habe allerdings kaum eine Möglichkeit, die Täter zu fassen, berichtet Holger Meier, Sprecher der Polizeidirektion Ratzeburg. Die Anzeige Fichtners wurde bearbeitet und am 29. Februar ohne Ermittlungsergebnisse an die Kreisverwaltung übergeben, teilte Meier gestern mit. Es handele sich um eine Ordnungwidrigkeit wegen unerlaubter Abfallbeseitigung. Das Nachsehen haben die Gemeinden.

Denn die müssen jede unerlaubte Entsorgung unter vier Kubikmeter selbst beseitigen. Alles was darüber liegt, liege in der Zuständigkeit des Kreises.

„Das ist sehr ärgerlich. Wir müssen das schließlich bezahlen. Und ganz geruchsneutral ist die Sache auch nicht“, sagt Uwe Buske, Bürgermeister in Grambek. Etwa ein Vierteljahr lang sei ihm immer wieder von größeren Mengen an Windeln auf der Straße berichtet worden. Seine Gemeinde habe seit Jahren besonders unter dem Müllproblem zu leiden. Nicht nur durch Windeln. Er vermutet, dass Abfall einfach in die Natur gekippt werde, falls Kunden beim ortsansässigen Müllbetrieb vor verschlossenen Türen ständen. Morgens um 7 Uhr seien die Pakete noch relativ unversehrt. „Doch im Laufe des Tages, wenn Fahrer nicht immer ausweichen, werden die unappetitlichen Pakete auch noch breit gefahren“, ärgert sich Karin Liermann. Es dauere dann zumeist noch eine Woche, bis die Windeln dann ein „breit gefahrener Brei“ seien. Noch Wochen und Monate später finde man davon dann am Wegesrand die restlichen Kunststofffetzen.

„Was müssen das für Menschen sein, die ihren Kindern eine solche Umwelt hinterlassen“, so Liermann. Es könne nicht Aufgabe der Bürger der umliegenden Gemeinden sein, diesen unappetitlichen Müll aufzusammeln, nur weil einzelne Personen nicht wissen, wie eine Mülltonne bedient werde, schimpft Liermann.

Auch in Langenlehsten wurden Windeln gefunden. Christiana Kohn hat einen ganzen blauen Müllsack voller Windeln am Straßenrand auf der Strecke Richtung Büchen gefunden. Sie ist eine von unzähligen Menschen, die sich auf dem Facebook-Kanal der Lübecker Nachrichten über das Windel-Problem ausgelassen haben. „In Langenlehstener Wald und Heide liegen Windeln, teilweise auch ganze Säcke voll“, schreibt Kohn. Als „widerlich, „ekelhaft“ oder „asozial“ wird das Verhalten der Windel-Täter auf Facebook bezeichnet. Aber auch mit Humor wird das Thema gesehen. Ein Nutzer zum Beispiel ruft dazu auf, landesweit in Kinderarztpraxen DNA-Proben mit den Windelfunden zu vergleichen. Ein weiterer Nutzer rät, Wildkameras anzubringen, um den Windel-Täter zu schnappen. Die „Nachbarschafts-Wache Güster“, ein Facebookprofil, hat die Vorfälle um illegal entsorgte Windeln sogar ausführlich dokumentiert.

Florian Grombein

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