Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg Elbvertiefung und neue Strukturen erhöhen Eisgefahr
Lokales Lauenburg Elbvertiefung und neue Strukturen erhöhen Eisgefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:15 01.10.2014
Schifffahrtsamtsleiterin Bettina Kalytta stellt Dirk Schwardmann, dem Vizepräsidenten der Schifffahrtsverwaltung des Bundes, sowie den Politikern Eckhardt Rehberg und Norbert Brackmann (beide CDU, von links) den Eisbrecher „Keiler“ vor. Quelle: Fotos: Timo Jann
Geesthacht

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg (WSA) warnt vor einer steigenden Eisversatz-Gefahr auf der Elbe. Durch eine Elbvertiefung könne nach Ansicht der Experten das gefährliche Phänomen öfter auftreten und durch die Strukturreform der Schifffahrtsverwaltung dann das Fachpersonal für die Eisbrecher fehlen. Das wurde bei einem Besuch des Lauenburger CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann mit WSA-Leiterin Bettina Kalytta im Geesthachter Außenbezirk deutlich. Brackmann hatte dazu auch den Maritimen Beauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg, mitgebracht.

Zunächst ging es um die Strukturreform für die Wasserstraßenverwaltung des Bundes, die auch das WSA Lauenburg betrifft (wir berichteten), aber dann wurde der Eisaufbruch thematisiert. „Der Eisaufbruch ist sehr tückisch“, berichtete Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Eisbrecherflotte des WSA. Im Februar 2012, als die zehn Spezialschiffe zum bisher letzten Mal auf der Elbe massiv gefordert waren, sei man knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt, schilderte Bettina Kalytta die brisante Situation. Schultz: „Das Eis staute sich bis auf den Grund.“ Weder Eis noch Wasser hätten abfließen können. Eine ähnliche Situation wie 1986, als Pioniere der Bundeswehr eine Eisbarriere gesprengt hatten.

Durch die in Hamburg geplante Elbvertiefung und den vorgesehenen Ausbau des Hafenabschnittes Altenwerder, wird der Eisabfluss im Tidebereich weiter gebremst. 2012 mussten Schultz und seine Kollegen erstmals nachts gegen die Eismassen kämpfen. Ein riskantes Manöver. Künftig dürfte dieses Phänomen nach Einschätzung der Experten öfter auftreten. Hinzu kommt, dass dem WSA die Fachleute abhanden kommen. „Es wird der Punkt kommen, dass wir in Uelzen und Magdeburg anfragen müssen, ob wir von dort Personal bekommen können“, warnte Bettina Kalytta. Es fehlten erfahrene Kräfte, Nachwuchs sei kaum da oder nicht ausgebildet.

Wenn sich auch noch, wie im Rahmen der Reform angedacht, Zuständigkeitsbereiche verschieben, fürchtet Bettina Kalytta den Verlust weiteren Personals. 40 Mann für die erste Tour zuzüglich entsprechender Ablösekräfte würden benötigt. „Wir brauchen einen Grundstock an Personal, um unsere Aufgaben leisten zu können“, sagte Helmut Kiehn vom Personalrat. Aber auch technisch sei es erforderlich, die Flotte der Spezialschiffe auf dem Stand der Technik zu halten. 2011 wurde der „Keiler“ in Dienst gestellt. Der „Elch“ als ältester Eisbrecher wurde 1935 gebaut.

„Wir brauchen für Extremsituationen Menschen und Technik vor Ort“, machte CDU-Vertreter Rehberg deutlich. Er gehe davon aus, dass das Verkehrsministerium sich bei der Reform gut überlegen werde, was es tue. Darauf setzt auch Brackmann: „Unser erstes Ziel, das WSA in Lauenburg zu erhalten, haben wir erreicht. Jetzt geht es darum, Lauenburg entsprechend aufzustellen.“

Werftbesuch bei Hitzler
Der Einfluss öffentlicher Aufträge für den Betrieb der Hitzler-Werft war Thema des Besuchs der beiden CDU-Politiker Eckhardt Rehberg und Norbert Brackmann in dem Lauenburger Betrieb. Bei der Gelegenheit hatte Werft-Chef Franz-C. Hitzler über die wirtschaftliche Situation berichtet. Zuletzt hatte die Werft drei Eisbrecher für die WSA-Standorte Geesthacht und Eberswalde gebaut.

Timo Jann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Lauenburg Groß Grönau - Das Haus am Wald

Grönauer Familie befürchtet massive Nachteile für ihre Immobilie durch einen Neubau des Sport- und Gemeindezentrums in der Straße Am Torfmoor.

01.10.2014

Bürgermeister Voß ist begeistert. Wahlen sind Mitte Dezember.

01.10.2014

Der gebürtige Hamburger kommt von der KWL aus Lübeck und setzte sich gegen 130 Mitbewerber durch: „Ich will sehen, was man anders und besser machen kann.“

01.10.2014