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Lauenburg Elektrotechnik aus Alt-Mölln für die richtig gute Mischung
Lokales Lauenburg Elektrotechnik aus Alt-Mölln für die richtig gute Mischung
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19:16 15.08.2014
Komplexe Vorgänge auf zwei Bildschirmen: Kerstin Jensen ist für die Visualisierung im Bereich Software-Engineering zuständig (Bild links). Rechtes Bild: Geschäftsführer und Gründungsmitglied Jürgen Rolf (l., 57) und Thomas Kilian (47, Vertrieb und Qualitätsmanagement).
Alt-Mölln

Der Besucher im Alt-Möllner Stecknitztal Nr. 2 ist erst mal überrascht. Dafür, dass sich das Unternehmen „AUTEC process automation“ nach eigenen Angaben in der deutschen „Champions League“ unter den Mitbewerbern der Branche tummelt, „geht es ziemlich ruhig zu“, sagt Jürgen Rolf. Allenfalls „Hirnakrobatik“ könne man beobachten, sagt der 57-jährige Möllner schmunzelnd.

Gerade eben — Ende Juni — hat das Unternehmen sein 25-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Und dabei gleich auch die erfolgreiche Integration in die Triadon-Gruppe mit Hauptsitz in Düsseldorf. Diese ist ein Verbund aus selbstständig agierenden, mittelständischen Firmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau.

Hört man letzteres Stichwort, denkt man an die große deutsche Stahlindustrie. Aber Thomas Kilian (47) wehrt ab: „Bei uns finden Sie kein Eisen, keine Rohre oder Metallplatten. Wir haben ausschließlich mit Elektrotechnik und Programmierung zu tun.“

Aha. Und was genau macht dann Autec? „Stellen Sie sich eine große oder auch kleine Brauerei vor“, erklärt Rolf. „Da kommt auf der einen Seite ein Lastzug mit Malz an, und auf der anderen Seite verlässt ein zweiter Lastzug mit Bier den Hof. Alles was dazwischen passiert, das regeln und steuern wir mit unseren Anlagen.“

Die Oettinger-Gruppe — national die umsatzstärkste Brauerei — ist auch der größte Kunde des hauptsächlich mit Ingenieuren „bestückten“ Unternehmens im Gewerbegebiet Stecknitztal zwischen dem Gartenmarkt und Holz Michelsen. Weitere potente Kunden sind einer der größten deutschen Süßwarenhersteller (Nuss-Nougatcremes), ein Backpulverproduzent aus dem Westfälischen sowie zahlreiche andere namhafte Lebensmittelhersteller und -verarbeiter. Konkret lässt sich das unter „Referenzen“ auf der Internetseite www.autecgmbh.de nachlesen.

Die Autec-Programme sorgen dafür, dass die jeweiligen Zutaten des Endprodukts im richtigen Verhältnis zusammengemischt werden, die Flüssigkeiten oder Feststoffe in der korrekten Konsistenz und Temperatur miteinander kombiniert werden. „Somit ist jede unserer Anlagen ein Unikat, ganz individuell auf die Bedürfnisse des Kunden und den jeweiligen Standort zugeschnitten“, betont Jürgen Rolf.

Wie sind er und seine zwei Freunde Bernd Klempau und Jürgen Rosenthal denn vor 25 Jahren auf die Idee gekommen, sich in dieser Branche selbstständig zu machen?

„Wir arbeiteten damals gemeinsam für einen bekannten Anlagenbauer aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Bei einem auswärtigen Termin bei einer Brauerei in Dublin mäkelte damals ein Vorgesetzter herum mit den Worten ,Wenn Ihr selbstständig wärt, hättet Ihr diesen Auftrag schon längst erledigt!‘ Das war sozusagen unser Startschuss. Der Mann hat später ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt, als wir ihm erzählt hatten, dass er der Ausschlag für unsere Existenzgründung war“, sagt Rolf und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

1989 war es, als sich die drei Ingenieure „absetzten“. Ihren ersten Standort hatten sie in zwei Büros in der Möllner Innenstadt am Kaufhof. 1998 zogen sie dann raus ins Gewerbegebiet Stecknitztal, wo sie auch heute noch residieren. Platz genug für eine Erweiterung ist noch da — und wohl auch nötig. „Wir möchten personell weiter wachsen — das ist der guten Auftragslage und dem Kundeninteresse geschuldet“, erklärt Rolf. Aktuell sucht Autec SPS-Programmierer. Die Arbeit ist abwechslungsreich. Neben der Programmiertätigkeit in Mölln stehen immer auch Inbetriebnahmen und Begleitung von Anlagen im In- und Ausland auf der Tagesordnung. „Zwei- bis dreimal im Jahr“ stünden Reisen an. „Man kann bei uns auch was von der Welt sehen.“

Das Betriebsklima ist sehr gut. Das merkt man schon an der niedrigen Fluktuation. Es kommen mehr, als dass sie gehen. 1989 begannen die drei Gründer mit zwei Mitarbeitern. Heute sind es 31.

An der Zukunft wird auch gebastelt. Rolf: „Man wird nicht jünger.“ So hätten er, Klempau und Rosenthal bereits vor zwei Jahren damit begonnen, nach einem größeren Partner Ausschau zu halten, um das Fortbestehen des eigenen Unternehmens langfristig zu sichern. Mit der Triadon-Gruppe war die Suche erfolgreich. Im Herbst 2013 verkauften die drei ihre Firma an die Düsseldorfer. Während Rosenthal (61) sich bereits in den Ruhestand verabschiedete, arbeiten Rolf (57) als Geschäftsführer und Klempau (59) als Projektmanager vorerst noch weiter.

Bei einem Firmenrundgang kommt der Besucher dann doch noch in einer Werkstatt vorbei, wo vier Mitarbeiter an einem großen Schaltschrank „basteln“, löten und Drähte verlegen. „Der ist für die Veltins-Brauerei“, sagen Ehrenfried Nenn und Alexander Schulz. Gut zu wissen, wer für den Geschmack des eigenen Lieblingsbiers verantwortlich ist . . .

Steckbrief
Firmenname: AUTEC process automation GmbH
Adresse: Stecknitztal 2, 23881 Alt-Mölln
Gegründet: 1989
Mitarbeiter: 31
Auszubildende: keine gewerblichen Azubis; von Fachhochschulen und Unis werden Diplomanden und Doktoranden eingestellt
Internet: www.autecgmbh.de

Joachim Strunk

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