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Lauenburg Eltern sorgen sich um Schullaufbahn ihrer Kinder
Lokales Lauenburg Eltern sorgen sich um Schullaufbahn ihrer Kinder
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14:57 17.05.2019
Sven Bethke, Elternbeirat der Grundschule Nordost: Die im Schulentwicklungsplan berücksichtigten Daten sind unvollständig. Der Schülerzugang ab Juli 2017 fehlt. Quelle: Silke Geercken
Schwarzenbek

Stadtverordneter Bernhard Böttel (FWS) brachte es bei der Versammlung am Donnerstag im Schwarzenbeker Rathaus auf den Punkt: „Die Stadt hat ein Schulproblem. Der Zuzug der Bürger wurde verschlafen.“ Fakt ist: Die Grundschule Nordost hat mehr Anmeldungen, als sie unterbringen kann, während die Grundschule Breslauer Straße von den Eltern gemieden wird. Die Stadtverordneten beschlossen einen Schulentwicklungsplan als Beschlussgrundlage, der hohe Klassenfrequenzen prognostiziert.

Eltern machten ihrem Ärger Luft

Es waren diesmal sehr viele junge Besucher, die die Stadtverordnetenversammlung verfolgten. Besorgte Eltern von Grundschülern, die in der Einwohnerfragestunde ihrem Unmut über die Schulentwicklungsplanung der Stadt Luft machten. Hauptkritikpunkt: Verwaltung und Politik sprächen nicht genügend miteinander. Die seit 2015 durch die Schulleitungen bekannt gemachten Probleme würden vor sich hergeschoben. Ulf Pielot: „Die Grundschule Breslauer Straße hat einen schlechten Ruf. Das Bildungsniveau dümpelt vor sich hin.“ Verena Kersten: „Wann hat das Trauerspiel ein Ende?“ Nathalie Müller: „Jetzt soll es eine Containerlösung geben, aber was passiert nach 2020?“ Dr. Birte Mucha: „Wäre es nicht sinnvoll, statt Schüler hin und her zu schieben, über eine dritte Schule mit neuem Träger und Angebot nachzudenken?“

„25 Kinder in einer Klasse sind unzumutbar“

Seit Monaten setzt sich Sven Bethke, Vater von zwei drei und acht Jahre alten Kindern und Elternbeirat der Verbandsschule Nordost, mit der Problematik auseinander: „Die im Schulentwicklungsplan berücksichtigten Daten sind unvollständig. Der Schülerzugang ab Juli 2017 fehlt. Die Schulleitungen haben das Problem frühzeitig bekannt gemacht. Eine Klassenfrequenz von 25 Kindern ist unzumutbar.“ Die Informationen aus der Verwaltung an die politischen Gremien seien nur unzureichend. „Beschlussvorlagen sind in Teilen nicht rechtskonform, und andere Teile werden bewusst nicht öffentlich behandelt“, so Bethke. Leider folge die Verwaltung der vorliegenden, in Teilen unvollständigen Studie zur Schulentwicklung, ohne die tatsächlichen Ziele oder Gründe zu nennen. Argumente der Elternvertreter würden dabei unkommentiert ignoriert.

Bürgermeisterin verweist auf Lösungsvorschläge

Die Beratung der Stadtverordneten über die von der GEBIT Münster aufgelegte Studie zur Schulentwicklung sorgte für wenig Erhellung der Zuhörer. Während Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig beteuerte, dass die Verwaltung diverse Lösungsvorschläge zur Entspannung der Schulsituation vorgelegt habe, sagte Nils Hilger (SPD): „Warum weichen Sie aus auf die Frage, was passieren muss, um einen Auszug der Schüler zu forcieren. Sie haben immer nur aufgezeigt, was nicht geht.“ Auch die Zügigkeit an beiden Schulen war Thema. Der Schulentwicklungsplan empfiehlt die Begrenzung der Aufnahmekapazitäten auf drei bis 4 (75 bis 100 Kinder) für die Grundschule Breslauer Straße sowie eine Zügigkeit von fünf bis sechs (125 bis 150 Kinder) an der Grundschule Nordost. Diese Festlegung liegt aber nicht in der Verantwortung des Schulträgers (Stadt und Schulverband Nordost), sondern ist Sache der Schulaufsichtsbehörde.

Container für Schule Nordost

Fazit: Die Stadtverordneten wollen einem Schulentwicklungsplan folgen, dessen Daten unsicher sind. In Nordost soll es für zwei Jahre eine Containerlösung geben. Eltern sind frustriert, weil sie nicht wissen, wo ihre Kinder ab 2020 zur Schule gehen werden und befürchten hohe Klassenfrequenzen. Zusätzliches Problem ist das Förderzentrum Centa Wulf (Sitz in der Verbandsschule Nordost). Aufschluss gibt vielleicht der Sonderausschuss Realschule, der am 25. Juni öffentlich tagen wird. Die für 1,4 Millionen Euro für Flüchtlinge sanierte Schule steht seit zehn Jahren leer.

Silke Geercken

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