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Lauenburg Endspurt bei Sanierung der alten B 207
Lokales Lauenburg Endspurt bei Sanierung der alten B 207
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20:23 21.10.2014
Letzte Asphaltierungsarbeiten auf der Bundesstraße 207 alt zwischen dem Kreisel an der Autobahnauffahrt zur A 20 bei Groß Grönau und Groß Sarau. Im Bild ist der Dynapac Asphaltfertiger SD 2550 in Aktion. Fotos (5): Joachim Strunk
Alt-Mölln

Endlich ist es soweit: Die letzten Arbeiten am neuen Straßenbelag der Bundesstraße 207 alt haben begonnen. Gestern startete eine neunköpfige Truppe der Rostocker Groth-Gruppe, um sich vom Ortsausgang Groß Sarau in Richtung Kreisel A 20-Auffahrt vorzuarbeiten.

Michael Westphal ist Polier und Einbaumeister der Firma, zuständig für die Überwachung der Asphaltierungsarbeiten. Mit einem staubsaugerähnlichen Gerät, einem „Schichtstärkenmesser“, rollt er über die frisch gewalzte Binderschicht, die auf die untere Trägerschicht aufgebracht wurde. Heute soll die dritte Schicht, die eigentliche Asphaltdecke, folgen.

Die Trägerschicht hat eine Dicke von elf, die flexible Binder- oder Scherschicht, die Seiten-, Brems- und Beschleunigungskräfte ausgleichen soll, eine von fünf und die Asphaltdecke, die aus ganz feinkörnigem Bitumen-Splitt- Mischmaterial besteht, eine Dicke von vier Zentimetern. Die Schichtstärke wird direkt nach dem Aufbringen der bis zu 160 Grad heißen Asphaltmischung ganz profan mit einem Zollstock gemessen, der in die zähflüssige Masse gestoßen wird.

Wenn die Straßenwalzen das Material danach auf bis zu 98 Prozent verdichtet haben, ist das nicht mehr möglich. Dann kommt der Ultraschall-„Staubsauger“ zum Einsatz. Der stößt Schallwellen nach unten aus, die von einer zuvor aufgebrachten reflektierenden Silberfolie zurückgeworfen werden. „Das ist wichtig, exakte Maße zu ermitteln — sowohl zur (Eigen-) Kontrolle, aber auch für die Abrechnung des eingebrachten Materials“, klärt Westphal über die Hintergründe auf.

Der Kostenfaktor ist nicht zu vernachlässigen: Immerhin werden auf der 1650 Meter langen Strecke zwischen Autobahn und Groß Sarau 1800 Tonnen Material für die Binderschicht, 1300 Tonnen dann für die Asphaltdecke benötigt. „Wenn man bedenkt, dass auf einen Lkw 27 Tonnen Material passen für knapp 100 Euro je Tonne, dann ist das ein Wert von rund 2700 Euro je Wagenladung“, rechnet der Polier vor.

Ein wichtiges Augenmerk hat Westphal auf das Wetter zu werfen. Es darf nämlich nicht in Strömen regnen: „Dann würde Wasser in den Decken eingeschlossen. Das wirkt sich in Frostzeiten verheerend aus, weil sich das Eis ausdehnt und die Oberfläche aufsprengt.“ Entsprechend sorgenvoll blickt er daher zum stark bewölkten, grauen Himmel hinauf. „Wenn es richtig gießt, müssen wir abbrechen.“ Trotzdem ist er zuversichtlich, dass seine Truppe das Teilstück bis Donnerstag vollendet hat. Danach geht es in der Ortsdurchfahrt Groß Sarau weiter — bis Sonntag. Nächste Woche folgen dann die Strecke von der Einmündung K 37/Tankstelle bis Pogeez, abschließend die dortige Ortsdurchfahrt bis zur B 207 neu.

Ob die Straßenbauer den angestrebten Abschlusstermin 7. November halten können, ist ungewiss — gerade wegen des jetzt schlechter werdenden Wetters. „Aber bis Mitte November müssten wir schon mit allem durch sein“, sagt Westphal.

Derweil „dockt“ ein Lkw nach dem anderen an den halben Jahr alten Straßenfertiger SD 2550 an (Neupreis: 320000 Euro), um das dampfend-heiße Bitumenmaterial langsam mitfahrend abzuladen. „Fünf Meter schaffen wir in der Minute“, ruft Alexander Diester herüber. Er steht dicht an der Maschine und ist für die Abböschung zuständig, die korrekte Begrenzung des Bauwerks.

Einige Kilometer entfernt in Pogeez sind weitere 20 Groth-Leute zugange. Sie arbeiten fleißig wie die Bienen, pflastern Gehwege, stellen Bordsteine auf, sichern die Bankette, legen Entwässerungsleitungen an und befestigen die Radwege.

„Bis Freitag ist Strecke nach Nusse wieder frei“
Wolfgang Sauer blickt auf seine Armbanduhr: „In einer Stunde ist hier Schluss“, sagt der Einbaumeister. Es ist 13 Uhr am Dienstag. „Ich hab‘ beim Wetterdienst in Kiel angerufen. Die haben mir gesagt, dass ab 14 Uhr mit Dauerregen zu rechnen sei.“ Unmögliche Verhältnisse für eine korrekte und nachhaltige Asphaltierung der L 257. Immerhin: Die gesamte Ortsdurchfahrt in Alt-Mölln haben die Männer der Hamburger Straßenbaufirma Eurovia gestern fertig gestellt, so dass die ungehinderte Durchfahrt ab heute wieder möglich ist. Und der Rest der Strecke bis zum Ortseingang Nusse?
„Morgen Vormittag soll‘s noch ein wenig regnen, Donnerstag und Freitag bleibt es trocken. Also müssten wir die 7,165 Kilometer bis Freitagabend schaffen“, ist Sauer zuversichtlich. Elf Mitarbeiter sind gestern aktiv an den Straßenbelagsarbeiten tätig, zwölf Lkw bringen die Bitumenmasse an die Baustelle — 150 Tonnen pro Stunde. Und 3,5 Meter Strecke macht der Asphaltfertiger in der Minute. Ein sportliches Ziel — bis Freitag fertig zu werden. Aber Sauer ist erfahren, er weiß, wovon er spricht. unk

Joachim Strunk

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