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Lauenburg Parktickets per App: Ratzeburg im Lauenburgischen vorne
Lokales Lauenburg Parktickets per App: Ratzeburg im Lauenburgischen vorne
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11:31 11.07.2019
Ratzeburgs Bürgermeister Gunnar Koech (l.) und der Leiter der Wirtschaftsbetriebe Kolja Pantelmann (r.) lassen sich von Maks Bradtmöller von der Firma EasyPark die Vorzüge der neuen Park-App demonstrieren, die ab sofort auf allen gebührenpflichtigen Parkplätzen genutzt werden kann. Quelle: Stadt Ratzeburg/hfr
Ratzeburg

Nie mehr passendes Kleingeld bereit halten, nie mehr zu viele Münzen in den Automaten einwerfen, weil man nicht weiß, wie lange man den Parkplatz benötigt, und – rein theoretisch – nie mehr einen ärgerlichen Strafzettel riskieren! Das alles ist jetzt in der Kreisstadt Ratzeburg möglich mittels Nutzung der Handy-Park-App von EasyPark.

Alle Autofahrer können sich freuen, denn ab sofort können sie ihr Parkticket mit ihrem Smartphone buchen und bezahlen. Damit kommt die Stadt ihrem Versprechen nach, das Kolja Pantelmann im Mai dem zuständigen Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Stadtmarketing (AWTS) gab, noch in diesem Jahr diese verbraucherfreundliche Alternative einzuführen.

Die App zeigt den aktuellen Standort, aber auch weitere (wahrscheinlich freie) Parkplätze an. Quelle: Joachim Strunk

Alternative deshalb, weil man auf allen gebührenpflichtigen Parkplätzen der Stadt nun nicht mehr nur mit Münzgeld oder Karte zahlen muss, sondern nun auch die im Trend liegende Smartphone-Variante wählen kann. Anbieter der App ist der nach eigenen Angaben Marktführer in Europa, EasyPark GmbH aus Düsseldorf.

EasyPark

EasyPark ist kontinentaler Marktführer beim Handyparken und läuft derzeit in mehr als 1000 Städten europaweit sowie in 175 deutschen Städten, darunter in Paderborn, Bielefeld, Detmold, Lippstadt, Köln, Berlin und Hamburg (alle Städte: easypark.de/help/de/3046). Regelmäßig kommen neue Städte hinzu.

Aktuell funktioniert die App auch in 14 europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Frankreich, Spanien, Slowenien und Serbien.

Allein in Italien können EasyPark-Kunden den Service in mehr als 300 Städten nutzen. Auch der Urlaub in Skandinavien wird noch entspannter, dort läuft EasyPark bereits flächendeckend.

Mit der App – kostenlos erhältlich sowohl im Android-Playstore von Google als auch im App-Store von Apple – kann der Parkende seine Parkzeit ganz nach Bedarf und Belieben starten, verlängern oder beenden. „Eine Überzahlung oder eiliger Ticketnachkauf am Automaten kommen nicht mehr vor“, so Mark Sauer, Sprecher der Stadtverwaltung. Auch die Strafzettel ließen sich durch ein einfaches Klicken auf „Verlängern“ vermeiden.

Bürgermeister Gunnar Koech (parteilos) ließ sich gemeinsam mit Kolja Pantelmann die Smartphone-App und ihre einfache Bedienung auf dem Parkplatz „Unter den Linden“ vor dem Rathaus demonstrieren. EasyPark-Manager Maks Bradtmöller konnte stolz berichten, dass die App nicht nur die einfache Buchung und Registrierung der Parkkunden vornehme, sondern diese auch – zumal in Großstädten – zu den nächsten freien Parkplätzen führe. Dafür habe es kürzlich sogar einen Innovationspreis gegeben.

Dieses Plakat klebt auf jedem Parkautomaten und informiert die Kunden über das neue Angebot. Quelle: Stadt Ratzeburg/hfr

Koech, der – nur noch kommissarisch – auch 1. Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsvereins Inselstadt Ratzeburg W.I.R. ist („bis Ende der Sommerferien möchte ich einen neuen Vorstand präsentieren“), erklärte, man habe bereits seit 2018 daran gearbeitet, das Parken in Ratzeburg attraktiver zu machen. Die einfache Bedienung, aber auch die europaweite Kompatibilität seien wichtige Argumente gewesen, sich für EasyPark zu entscheiden.

Koech: „Die EasyPark-App ist eine absolut zeitgemäße Ergänzung des Bezahlangebotes an unseren Parkautomaten, ganz einfach in der Bedienung und immer verfügbar. Wir freuen uns, als eine der ersten Kommunen im Kreis diesen Service zusammen mit Europas Marktführer beim Handyparken anbieten zu können.“

Zusatzfunktionen

• Die Kartenfunktion zeigt die aktuelle Parkzone, der Gang zum Parkscheinautomaten entfällt.

• Der Nutzer braucht nur einmal sein Kennzeichen anzugeben, später wählt er einfach das abgespeicherte Fahrzeug.

• 15 Minuten vor Ablauf des digitalen Parkscheins meldet sich die App per Push-Nachricht oder SMS-Erinnerung.

• Die App warnt, wenn das Auto vom Parkplatz gefahren wird, während der Parkvorgang noch läuft.

• Die App listet alle Parkvorgänge auf. Für jede Transaktion gibt es eine digitale Quittung.

• Der Nutzer kann bequem zwischen mehreren privaten und geschäftlichen Kundenkonten wechseln – praktisch, falls man auch beruflich mit dem Auto unterwegs ist.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg ist Ratzeburg tatsächlich erst die zweite Kommune, die sich für dieses Angebot entschieden hat. Die Gemeinde Büchen hatte das Handyparken Ende vergangenen Jahres eingeführt, um die Betriebs- und Unterhaltungskosten ihres großen Pendlerparkplatz an der „Mobilitätsdrehscheibe“, dem Büchener Bahnhof, zu finanzieren.

Bohlmann: „Es hat sich gut eingespielt“

Nach Aussage von Dr. Heinz Bohlmann, Sprecher der Amtsverwaltung Büchen, „hat sich das gut eingespielt. Die Leute sind ja auch nicht mehr so verwöhnt. Zudem sind die Pkw-Stellflächen breiter als gesetzlich vorgeschrieben“. Das werde besonders von SUV-Fahrern begrüßt. Ein Tagesticket am Büchener Bahnhof kostet zwei Euro plus EasyPark-Gebühr von 15 Prozent. Die weiteren Stellflächen in der Gemeinde sind parkscheibenpflichtig.

Seit Dienstag, 9. Juli, hat auch die Stadt Lauenburg/Elbe nachgezogen. Hier kann man mit der ebenfalls kostenfreien App „moBILET“ (Android und iOS) seine Parkgebühren in der Lauenburger Altstadt (Lösch- und Ladeplatz, Hitzler-Parkplatz/Großer Sandberg sowie Borkeplatz) über das Smartphone entrichten. Wer die App nutzt, kann bis zum 14. Juli sogar noch kostenlos parken.

Individuelle Modelle für Firmen

Für die Kommunen wie Ratzeburg selbst ist das Angebot von EasyPark kostenfrei. Bezahlen müssen nur die Nutzer. Und zwar zum einen die für die jeweilige Parkdauer anfallenden Gebühren plus einen Aufschlag von 15 Prozent, mindestens aber 20 Cent.

Die komplette Parkgebühr wird mittels Lastschrift, Kredit- oder EC-Karte sowie PayPal und ApplePay abgebucht. Zuvor muss sich der Nutzer natürlich mit Name, Bankverbindung und Kfz-Kennzeichen anmelden. Für Firmenkunden gibt es übrigens noch „individuelle Modelle“. Hier geht die monatliche Rechnung mit Auflistung aller Parkvorgänge direkt an die Buchhaltung der Firma.

Alternativ zur Smartphone-App gibt es die Möglichkeiten, unter der 0221/260-1888 anzurufen und per Telefon den Parkvorgang zu starten und zu beenden, oder das Ganze mit der SMS-Funktion zu erledigen. Dazu senden die Nutzer eine SMS mit der Parkzone, dem Kfz-Kennzeichen und der gewünschten Parkdauer an die Telefonnummer 44077.

Parken in Ratzeburg

Für Kunden und Besucher der innenstädtischen Geschäfte und Einrichtungen bietet die Stadt Ratzeburg rund 875 Parkplätze auf oder nahe der Insel zu günstigen Preisen oder gänzlich ohne Kosten.

Als zentrale Stellflächen direkt auf der Insel gelten der Parkplatz „Unter den Linden“ vor dem Rathaus mit 94 Stellplätzen sowie der Parkplatz „Schloßwiese“ mit 117 Stellplätzen. Beide Plätze sind kostenpflichtig für 50 Cent je halbe Stunde und bieten darüber hinaus die Möglichkeiten für ein günstiges Tagesticket in Höhe von vier Euro.

Weitere gebührenpflichtige Parkplätze der Stadt befinden sich an den Standorten Rathausstraße (6 Plätze) , Kleine Wallstraße (7) , Große Wallstraße (13), Wasserstraße (16), Schrangenstraße (26), Herrenstraße (29) sowie Domstraße (52). Für alle diese Plätze, einschließlich des Großparkplatzes „Unter den Linden“, wurde eine „Brötchentaste“ eingerichtet, die an allen Standorten das kostenfreie Parken für 30 Minuten erlaubt.

Darüber hinaus finden sich zeitlich begrenzte Stellflächen mit Parkscheibenpflicht an den Standorten Spritzenberg (4), Große/Kleine Wallstraße (7), Große Kreuzstraße (23), Töpferstraße (23), Parkpalette Schrangenstraße (15), Theaterplatz (55) und beim Parkplatz am Aqua Siwa (40).

Weiterhin stehen den Kunden und Besuchern der innerstädtischen Geschäfte auch einige private Parkplätze öffentlich zur Verfügung sowie verschiedene Parkplätze ohne besondere Regelung. Allen voran ist hier auf die Tiefgarage des Modezentrums MC mit ihrem Zugang von der Großen Wallstraße hinzuweisen. Dort sind 72 Stellplätze kostenpflichtig eingerichtet. Die 1. Stunde ist hierbei jedoch kostenlos.

Weitere Parkmöglichkeiten auf privaten Parkräumen finden sich in der Tiefgarage der Kreisverwaltung (ca. 20 parkscheibenpflichtige Plätze) sowie auf der Parkpalette Am Wall (ca. 25 parkscheinpflichtige Plätze).

Eine Übersicht aller kostenfreien, offenen Stellflächen sehen Sie unter www.ratzeburg.de/Leben/Verkehr-Mobilität/Parken-in-Ratzeburg.

Laut Kolja Pantelmann werde auch die Überwachung des ruhenden Verkehrs für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die neue App einfacher. Denn die Kontrolleure überprüfen mithilfe einer Datenbank, für welche Autokennzeichen Parkzeiten gebucht wurden. Als Hinweis auf das Handyparken brauchen Autofahrer in Ratzeburg insofern auch keine Vignette oder Ähnliches wie in anderen Städten.

Für den W.I.R. äußerte sich Marion Wisbar als amtierende Kassenwartin: „Die Parkplatzsituation auf der Insel ist stark angespannt. Man müsste schauen, wo sich zusätzliche Flächen anböten. Eine Belegung des gesamten Marktplatzes würde der Attraktivität der Innenstadt sicherlich schaden. Mit der neuen App ist es zumindest für den Endverbraucher entspannter, seine Parkgebühren zu entrichten“.

Joachim Strunk

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