Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lauenburg „Es wäre unseriös zu sagen, die Begradigung kommt oder nicht“
Lokales Lauenburg „Es wäre unseriös zu sagen, die Begradigung kommt oder nicht“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 12.07.2017
Auf Einladung des BUND (mit Hans-Heinrich Stamer und Dr. Heinz Klöser) kamen Heidi Beutin (Kreistagsabgeordnete aus Stormarn), Norbert Brackmann (MdB CDU aus Lauenburg), Dr. Nina Scheer (MdB SPD, Geesthacht), Christopher Vogt (MdL FDP, Nusse) sowie Valerie Wilms (MdB Grüne) in den Quellenhof nach Mölln, um über ihre Positionen zum Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanal sowie über nachhaltige Landwirtschaft zu diskutieren. Quelle: Fotos: Unk/mira
Mölln

Der Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals ist ein großes Thema im kommenden Bundestagswahlkampf – jedenfalls für BUND, Nabu und Grüne. Insofern lud der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Dienstagabend hochrangige Politiker ein, um deren Position zum ELK zu erfahren.

Auf BUND-Podiumsdiskussion in Mölln lavierten die Bundes-, Landes- und Kreispolitiker zwischen Akzeptanz und Ablehnung des Elbe-Lübeck-Kanalausbaus.

Es sollte ein „Wahlprüfstein“ sein, was die BUND-ler Hans-Heinrich Stamer und Dr. Heinz Klöser im Möllner Quellenhof veranstalteten. Für einige der etwas mehr als 50 Zuschauer war es eher ein persönlicher Geduldsprüfstein angesichts einer teils zähen Diskussion zwischen den Genannten und den Bundestagsabgeordneten Dr. Nina Scheer (SPD), Norbert Brackmann (CDU), Valerie Wilms (Grüne), dem Mitglied des Kieler Landtags Christopher Vogt (FDP) sowie der Linken-Kreistagsabgeordneten Heidi Beutin aus Stormarn.

Schuld an der wenig mitreißenden Diskussion trugen sowohl die BUND-Verantwortlichen, die allein durch ihre abgelesenen längeren Statements und durch die meist mehreren Fragen en bloc dafür sorgten, dass man als Zuhörer schnell den Überblick darüber verlor, was eigentlich am Anfang gefragt war.

Aber auch die Befragten nutzten ihre rhetorischen Möglichkeiten öfter aus, vom eigentlich Gefragten abzulenken, so dass hie und da von den Podiumsteilnehmern der Vorwurf der Polemik erhoben wurde.

Enttäuscht zeigte sich am Schluss der fast zweieinhalbstündigen Veranstaltung Uwe Schneider, Vorsitzender im Ausschuss Ortsentwicklung, Tourismus und Wirtschaftsförderung der Gemeinde Güster, den vor allem interessierte, was aus dem Elbe-Lübeck-Kanal werden soll. „Könnte nicht einer von Ihnen mal deutlich sagen, ja, die Begradigung bei Güster soll kommen oder nein, sie kommt nicht!?“ Viele Anwohner in seinem Ort fürchteten um ihre Immobilien, die bei einer möglichen Begradigung des Kanals im Zuge des Ausbaus für größere Schiffe weg müssten.

Die Grüne Valerie Wilms (für den verhinderten Möllner MdB Konstantin von Notz) ließ sich daraufhin zu der Aussage hinreißen: „Diesen Unfug bauen wir nicht!“ Es sei ein Wahnwitzprojekt, das zwar im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angedacht sei, aber noch lange nicht geplant oder gar beschlossen.

Wesentlich zurückhaltender argumentierte Nina Scheer. Die SPD-Abgeordnete betonte, man müsse ohnehin „erst einmal alle Planungen und Gutachten sowie die Öffentlichkeitsbeteiligung abwarten“, um dann letztlich entscheiden zu können, ob der mit mehr als 830 Millionen Euro Kosten bezifferte Ausbau auch durchgeführt werde.

MdL Christopher Vogt (FDP) aus Nusse betonte, dass in seiner Partei in den nächsten Jahren darüber intensiv und sachlich diskutiert werden würde. Man sei jedenfalls für den Ausbau, wenn man genau sagen könne „wo liegen am Ende die Vorteile des Kanalausbaus für uns?!“. Während sich Heidi Beutin (Linke) auf die ablehnende Seite der Grünen schlug – „Ich bin weder für eine Verbreiterung noch für eine Vertiefung: aus kulturhistorischen, touristischen und ökologischen Gründen“ –, hielt Brackmann (CDU) es genauso wie Scheer (SPD) „für unseriös, jetzt schon zu sagen, ja der Ausbau und die Begradigung bei Güster kommt oder nein, sie kommt nicht“. Brackmann: „Die Politikverdrossenheit kommt doch oft daher, dass Politiker etwas versprechen, was sie später nicht einhalten können“ – insofern müsse man das umfangreiche Planungsrecht mit der Öffentlichkeitsbeteiligung abwarten und sich danach richten. Alles andere sei „eine Anmaßung“.

Joachim Strunk

Kultursommer am Kanal – Vorschau für die Woche vom 15. bis zum 21. Juli.

12.07.2017

Das Thema „Skaterpark“ ist auf der Agenda des Ratzeburger Jugendbeirates immer wieder präsent.

12.07.2017

Unterflursystem und mobile Tonnen-Spülmaschine vorgestellt.

12.07.2017