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Lauenburg Europa im Kino: Themenwoche im Filmclub Burgtheater
Lokales Lauenburg Europa im Kino: Themenwoche im Filmclub Burgtheater
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11:16 17.05.2019
Edelgard Jenner (l.) und Elke Hagenah präsentieren den Film „Sternstunde ihres Lebens“ im Rahmen der Filmclub Themenwoche im Ratzeburger Burgtheater. Quelle: Thomas Biller
Ratzeburg

70. Geburtstag eines „Provisoriums“ und die Wahl zum Europäischen Parlament: Beide Ereignisse liegen in einer Woche und sind eine Gelegenheit zum Nachdenken und Erinnern. Sich Gedanken darüber zu machen, was für eine Tragweite diese Ereignisse für unser Leben haben, wie sie zustande gekommen sind und was sie heute bedeuten – das war die Idee, die die Gleichstellungsbeauftragten und der Filmclub Burgtheater aufgegriffen haben, um ihren Teil dazu beizutragen. Entstanden ist die Themenwoche Europawahl 2019 / 70 Jahre Grundgesetz“ im Burgtheater.

„Es ist eine aufregende Geschichtsstunde zur Umsetzung eines Menschenrechtes“, sagt Elke Hagenah über den Film, den sie ausgesucht haben. In „Sternstunde ihres Lebens“ (Regie: Erica von Möller) spielt Iris Berben die Juristin und Abgeordnete Elisabeth Selbert, die sich 1948 unermüdlich für die Aufnahme des Satzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ in das Grundgesetz der künftigen Bundesrepublik Deutschland einsetzte.

Besonderer Film mit politischem Gewicht

„Ich habe den Film mit Iris Berben im Fernsehen gesehen und gedacht, was für eine tolle Geschichtsstunde, diesen Film müsste man unbedingt mal zeigen“, sagte Edelgard Jenner bei einem Gespräch im Ratzeburger Burgtheater. Jenner ist Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Mölln und des Amtes Breitenfelde.

Gemeinsam mit Elke Hagenah, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, tauschte Jenner sich mit Eberhard Schmidt vom Burgtheater aus. „Dieser Film passt sehr gut zu unserer Themenwoche“, sagte dieser und lud die beiden Damen ein, das Publikum am Vorführtag (siehe Info) kurz in den Film einzuführen.

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Es ist ein „Vorbild-Film“, sagt Edelgard Jenner begeistert und Elke Hagenah ergänzt: „Wir wollen, dass sich mehr Frauen politisch betätigen.“ Der Film zeige, wie wichtig ihre Arbeit sei.

Konrad Adenauer, damals Präsident des Parlamentarischen Rates, unterzeichnete am 23. Mai 1949 um 17 Uhr in Bonn das Grundgesetz, gedacht als Provisorium – es existiert heute, 70 Jahre später, immer noch. Und das ist es, was die Besucher anregen soll: über die Tragweite politischer Entscheidungen nachzudenken.

Provisorium als Verfassung

Als am 23. Mai 1949 der damalige Präsident des Parlamentarischen Rates und spätere erste Bundeskanzler Konrad Adenauer das Grundgesetz unterzeichnete, hatte man sich ganz bewusst gegen den Titel „Verfassung“ entschieden. Es war bekannt, dass für das Territorium der späteren DDR parallel eine eigene Verfassung erarbeitet wurde. In der Hoffnung auf eine spätere Wiedervereinigung sollte es dann eine neue Verfassung geben. Bis dahin sollte das Provisorium „Grundgesetz“ heißen. Jetzt ist es 70 Jahre in Kraft.

Annäherung an Europa

„Mit der Themenwoche und den vier Filmen möchten wir uns Deutschland und Europa nähern“, sagt Martin Turowski, Geschäftsführer vom Burgtheater. Europa und die Europawahl liegen dem 46-Jährigen ganz besonders am Herzen. Er selbst hat schon per Briefwahl gewählt und möchte mit der Themenwoche unbedingt einen Beitrag dazu leisten, die Leute zum Wählen zu animieren.

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Zu den Filmen bieten sie ein Angebot mit Vorträgen und Diskussionen zur politischen Lage vor der Wahl am 26. Mai. „Ich denke, das sind wir dem Publikum als größter Kulturverein in der Region schuldig“, sagt Turowski. „Das ist unser Beitrag, das Thema ernst zu nehmen.“ Denn, da ist Turowski sicher: „Ohne Europa hätten wir die Sicherheit, den Frieden und den Wohlstand heute nicht.“

Die Filme der Themenwoche

Sonntag, 19. Mai, 18.30 Uhr „Die kommenden Tage“

Montag, 20. Mai, 20 Uhr „Roads“ – Vorpremiere vor dem Bundesstart

Dienstag, 21. Mai, 18.30 Uhr „Kleine Germanen“

Mittwoch, 22. Mai, 18.30 Uhr „Sternstunde ihres Lebens“

Der Eintritt kostet 8 Euro. Mitglieder des Filmclubs und Kinder unter 12 Jahren bezahlen 6 Euro.

Deutschland habe einen großen Vorteil von Europa – aber darauf dürfe man sich nicht ausruhen, sondern muss „verdammt noch mal wählen gehen, damit das auch so bleibt und extremistische Parteien keine Überhand bekommen“, sagt Turowski.

Ein Appell an die Bürger

Weiterer Höhepunkt der Themenwoche ist die Vorpremiere des Film „Roads“, der vor dem bundesweiten Start am 30. Mai im Burgtheater gezeigt wird. Hier versuchen zwei Jugendliche, aus verschiedenen Gründen von Afrika nach Europa zu gelangen. „Hier werden zwei Menschen gezeigt, die ihr Leben für Europa aufs Spiel gesetzt haben“, sagt Turowski.

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Diese Geschichten sind es, die ihn so sehr bestätigen: „Wir dürfen Europa nicht vergessen. Unser Grundgesetz ist bis heute eine wichtige Grundlage für Europa.“ Und damit das auch so bleibt, appelliert Turowski auch unabhängig von der Themenwoche im Burgtheater: „Geht wählen.“

Thomas Biller und Schabnam Tafazoli

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