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Lauenburg Blog aus einer kleinen Gemeinde: Das war der Tag im Wahllokal Rondeshagen
Lokales Lauenburg Blog aus einer kleinen Gemeinde: Das war der Tag im Wahllokal Rondeshagen
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21:00 26.05.2019
Der Wahlvorstand der Gemeinde Rondeshagen - kurz vor Öffnung des EU-Wahllokals im Gemeindehaus am Brink: Marco Zühlke, Malte Köster, Holger Krahn, Lisa-Marie Menken, Nina Thielke (hinten v. li.), Joachim Strunk, Stina Krahn, Amelie Henke und Conny Kraft (vorn v. li.). Quelle: Joachim Strunk
Rondeshagen

Das war’s. Die Europa-Wahl 2019 in Rondeshagen ist über die Bühne. Damit schließen wir an dieser Stelle den Blog. Näheres über die weiteren Ergebnisse aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg lesen Sie auf LN-Online sowie in der Dienstagausgabe der Lübecker Nachrichten.

19.20 Uhr: Fertig mit der Auszählung. Überraschung in Rondeshagen. Die Grünen haben mit 103 Stimmen vier Votes mehr als die zweitplatzierte CDU erhalten. Die SPD kam auf 65 Stimmen, die AfD auf 31. Von den 365 abgegebenen Wahlzetteln waren nur zwei ungültig.

Und dann beginnt die Auszählung der 365 Stimmzettel. Quelle: Joachim Strunk
Kurz nach 18 Uhr wird die Wahlurne geleert. Quelle: Joachim Strunk

17.55 Uhr: In fünf Minuten ist Ende Gelände. Dann wird ausgezählt. Derzeit haben in Rondeshagen 362 von 646 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Das entspricht einer guten Wahlbeteiligung von 56 Prozent. Für den Wahlvorstand beginnt nun die Auszählarbeit, die einige Zeit dauern kann. Sobald unsere Zahlen feststehen, werden sie vom Leiter, Bürgermeister Holger Krahn, erst telefonisch an das Amt Berkenthin übermittelt. Nach dem endgültigen Ausfüllen der Wahlniederschrift bringen wir sie und alle Stimmzettel ebenfalls nach Berkenthin. Zu dem Zeitpunkt veröffentlichen wir dann das – für uns – vorläufige Endergebnis.

17 Uhr: In einer längeren Kaffeezeit zu Hause hat sich derweil einiges getan im Gemeindehaus. Die Rondeshagenerinnen und Rondeshagener sind echt motiviert. Eine Stunde vor Schließung des Wahllokals ist die Beteiligung auf 52 Prozent angewachsen. Und derzeit hat es den Anschein, als ob es noch einige mehr werden. Toll.

14.30 Uhr: Teamwechsel: Jetzt ist die „Spätschicht“ angetreten. Zwischenbilanz in Rondeshagen: 266 abgegebene Stimmen, was einer ordentlichen Wahlbeteiligung von 41,2 Prozent entspricht. Noch sind dreieinhalb Stunden Zeit, um das Kreuz zu machen.

Wahl-Zeit! Zwischendurchversorgung durch die Feuerwehr mit Wurst und Kartoffelsalat. Lecker! Quelle: hfr

13 Uhr: Fünf Stunden sind rum, Bilanz: 201 haben hier abgestimmt (ohne Briefwähler). Damit liegt die Wahlbeteiligung bei 31 Prozent.

10.58 Uhr: Nach fast genau drei Stunden haben wir das erste Hundert voll! Insgesamt gibt es 646 Wahlberechtigte im Ort. Und von diesen haben 53 Briefwahl beantragt.

10.13 Uhr: Eine kleine „Welle“ schlägt im Gemeindehaus auf: 72 Dorfbewohner kamen bislang zur Wahlurne. Viele – vor allem ältere – Mitbürger haben ihr Frühstück beendet und vertreten sich die Beine in Richtung Wahllokal. Bei der jüngeren Wählerschaft muss man berücksichtigen, dass viele noch ein Schlafdefizit aus der vergangenen Nacht nachzuholen haben. Denn gestern veranstaltete die Rondeshagener Feuerwehr ihren alljährlichen „Schlagerabend“ im Dorf.

8.38 Uhr: Nach Herrichtung des Wahlraumes und Unterrichtung des neunköpfigen Wahlvorstandes durch Bürgermeister Holger Krahn wählen die Mitglieder als erste Dorfbewohner. Im Laufe der ersten halben Stunde kommen nach und nach die Frühaufsteher. Auf der Strichliste stehen um 8.38 Uhr 14 Wählerinnen und Wähler.

7 Uhr: So, gleich kann es los gehen. In einer halben Stunde – um 7.30 Uhr – trifft sich das Wahlteam von Rondeshagen im Gemeindehaus am Brink. Die „Mannschaft“ besteht aus neun Leuten. Wahlleiter ist Bürgermeister Holger Krahn, stellvertretende Leiterin die Gemeindevertreterin Cornelia (Conny) Kraft.

Als Beisitzer und Schriftführer wurde Dorfbewohner und LN-Redakteur Joachim Strunk bestellt. Ihm zur Seite stehen zwei Stellvertreter sowie vier „normale“ Beisitzer. Unter den Beisitzern beziehungsweise Schriftführern wird der Wahltag in drei „Schichten“ aufgeteilt. Krahn und Kraft müssen länger ran und sich das Amt zur Hälfte teilen.

Wobei um 7.30 Uhr alle vollzählig erscheinen müssen, um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Bis das Wahllokal pünktlich um 8 Uhr geöffnet wird, gibt es noch einiges zu tun, Tische und Stühle, die Wahlkabinen und die Wahlurne aufstellen, die Unterlagen wie Wählerverzeichnis und Wahlzettel bereit legen et cetera. Sobald der erste Andrang vorüber ist, gibt es dann den nächsten „Post“ von mir.

So war Joachim Strunk zum Wahlhelfer geworden

Und das waren – der Vollständigkeit halber – meine einführenden Sätze in der Sonntagausgabe der Lübecker Nachrichten, die bereits in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag verteilt wurde:

Als Journalist merkt man sich die verschiedenen Wahl-Termine ohnehin langfristig im Kalender vor. Doch an die Europawahl am Sonntag, 26. Mai, wurde ich zusätzlich vom Wahlleiter des Amtes Berkenthin, Walter Frank, erinnert: mit der Aufforderung, meiner staatsbürgerlichen Pflicht nachzukommen und als Beisitzer des Wahlvorstandes meiner Heimatgemeinde Rondeshagen „am Wahltag spätestens um 7.30 Uhr im Wahlraum zu sein“.

Ein verpflichtendes Ehrenamt

Irgendwann kann es jeden deutschen Bürger treffen, dass der Staat auf ihn und seine Hilfe zurückgreifen muss: „Das Ihnen übertragene Amt ist ein Wahlehrenamt, zu dessen Übernahme Sie verpflichtet sind. Es darf nur aus wichtigem Grunde abgelehnt werden“, heißt es in der Benachrichtigung. Ein Zuwiderhandeln kann sogar mit einer Geldbuße belegt werden.

Das will ich natürlich nicht riskieren. Und überhaupt: Wie der Name schon sagt, ist es eine „Ehre“ (Wahlehrenamt). Das kann man doch schlicht nicht ablehnen. Außerdem bin ich als Journalist auch neugierig, wie so ein Wahltag hinter dem Tisch abläuft. Und welche Begegnungen man vielleicht mit den wählenden Bürgerinnen und Bürgern haben wird.

„Die Wahl ist öffentlich und transparent“

Darüber, das habe ich mit Wahlleiter Frank besprochen, darf ich auch berichten. „Die Wahl ist öffentlich und transparent. Das ist kein Problem“, so der ehemalige Leitende Verwaltungsbeamte. Es wird wohl ein langer Tag werden. Spätestens um halb acht müssen alle Wahlhelfer am Einsatzort sein.

Und die Wahl dauert von 8 bis 18 Uhr. Anschließend müssen gewissenhaft die Stimmen ausgezählt werden. Das könnte dauern. Denn auf dem Wahlzettel sind – wie bekannt – 40 verschiedene Parteien aufgelistet. Mit endgültigen Ergebnissen wird vielerorts daher auch nicht vor 22 Uhr gerechnet. Ich hoffe, dass es in unserem 860-Seelen-Dorf etwas schneller geht.

Immerhin versüßt mir das Amt meine Tätigkeit mit einem „Erfrischungsgeld in Höhe von 50 Euro“. Na denn ;-)

Joachim Strunk

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