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Lauenburg Exklusivvertrag: Altstadtfest ohne Möllner Lauke?
Lokales Lauenburg Exklusivvertrag: Altstadtfest ohne Möllner Lauke?
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18:28 19.07.2019
Das Altstadtfest in Mölln hat ein neues Konzept. Und das sorgt für Ärger. Quelle: Holger Marohn
Mölln

 Das traditionelle Möllner Altstadtfest ist komplett umgekrempelt. Von vielen Traditionen wie auch dem Großflohmarkt oder den verschiedenen Veranstaltungsorten wird nichts mehr übrig sein. Und es gibt noch eine Änderung: Es muss Ratsherren-Bier ausgeschenkt werden. Grund ist ein Sponsorenvertrag mit einem Ahrensburger Getränke-Lieferanten. Und der enthält eine Ausschließlichkeitsklausel.

Eine Bühne auf dem Bauhof wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Quelle: Lennard Schröder/Archiv

So ist der Stormarner Getränkehändler alleiniger Getränkelieferant – für alle Stadtfestbeschicker ungeachtet bestehender Lieferverträge. „Sämtliche Getränke müssen bei der Rudolf Timmermann GmbH eingekauft werden“, heißt es in dem Vertrag, den die Teilnehmer vor wenigen Tagen per Mail erhalten haben. Die Sortimente seien „verbindlich vorgeschrieben“. „Keinerlei Erweiterungen seien ohne vorherige Genehmigung durch den Veranstalter erlaubt“, heißt es.

Getränke kommen aus Stormarn

Die Kritik von einigen Stadtfestbeschickern kommt prompt. Fünf Wochen vor dem Fest seien die Planungen weitgehend abgeschlossen, heißt es. Man habe bereits Vieles organisiert und sich auch bei seinem Standard-Lieferanten einen Kühlwagen reserviert. Die Preise in der dem Vertrag angehängten Übersicht lägen deutlich über denen, die man in der Vergangenheit selbst ausgehandelt habe.

Auch der Dehoga-Kreisverband sieht solche Exklusivrechte kritisch. „Als Gastronom oder weil ich öfter bei solchen Veranstaltungen unterwegs bin, habe ich in der Regel meine Preise und Mengenrabatte mit meinem Lieferanten ausgehandelt“, sagt Kreisvorsitzende Anke Asmus. Listenpreise seien schließlich häufig nicht die tatsächlichen Preise. „Da macht es überhaupt keinen Sinn, den jetzt zu wechseln und möglicherweise fünf Euro mehr für das Bier zu zahlen.“ Letztlich müssten diese Kosten dann auch auf die Preise für die Stadtfestbesucher umgeschlagen werden.

Vielfalt bedeutet Attraktivität

Nicht zuletzt gingen viele Gastronomen auch dazu über, keinen eigenen Bier- und Kühlwagen zu haben, sondern den sich regelmäßig in der Saison bei ihrem Lieferanten auszuleihen. So etwas müsse oft frühzeitig geschehen, da die Zahl dieser Wagen begrenzt sei. „Wenn man das alles auf einen Lieferanten beschränkt, muss sichergestellt sein, dass es dort keine Engpässe oder überhöhte Preise gibt.“

Auch fürchtet Asmus, dass die Attraktivität eines Stadtfestes leiden könnte, wenn ausschließlich Bier einer Brauerei ausgeschenkt werde. „Nicht jeder mag das gleiche Bier. Wenn es da keine Vielfalt gibt, kann das für Verärgerung sorgen“, warnt Asmus.

Gemischtes Konzept gefordert

Allerdings könnten solche Rahmenverträge aus Asmus’ Sicht durchaus Sinn machen, wenn darin keine Ausschließlichkeit für ein gesamtes Stadtfest festgeschrieben ist. „Es gibt vielleicht auch Stadtfestbeschicker, die keinen festen Lieferanten haben. In solchen Fällen ist es dann natürlich gut, wenn sie auf ein ausgehandeltes Angebot zurückgreifen können und dann auch die Belieferung sichergestellt ist.“ Letztlich wäre aus ihrer Sicht eine Mischung der richtige Weg.

Auch Schausstellersprecher Holger Bock bezeichnet solche Regelungen bei einem Stadtfest als „nicht üblich“. Etwas anderes sei es vielleicht bei den Duckstein-Festivals, wo eine Brauerei auch Namensgeber sei. Das Duckstein-Festival gibt es in diesem Jahr an vier Orten.

Ausschließlichkeitsklauseln üblich

Bereits bei der ebenfalls von der Kurverwaltung organisierten Regio-Schau hatte es Kritik gegeben, dass die Standgebühren so hoch seien, dass sie für Möllner Händler kaum zu bezahlen seien und dadurch vor allem größere Unternehmen von auswärts teilnehmen würden.

Jochen Buchholz, Leiter der Kurverwaltung, weist die Kritik zurück. Quelle: LN-Archiv

Kurverwaltungschef Jochen Buchholz weist jede Kritik zurück. Bei dem Vertrag mit dem Ahrensburger Getränkelieferanten handele es sich um einen „ganz normalen Sponsorenvertrag“. „Und in solchen Verträgen sind Ausschließlichkeitsklauseln üblich“, sagt Buchholz. Insofern sei das ein ganz normaler Vorgang. Außerdem verweist Buchholz auf die Eulenspiegelfestspiele. Auch dort gebe es einen exklusiven Getränkelieferanten. Allerdings lassen sich dort die Ausschankstellen an einer Hand abzählen.

Politiker verstehen Unmut

Bei der Preisliste des Lieferanten handele es sich um Einkaufspreise, wie sie in der Gastronomie angeboten würden. Damit sei sichergestellt, dass der Lieferant nichts aufschlagen könne. „Und letztlich steht es jedem Stadtfestteilnehmer auch frei, den Vertrag mit uns anzunehmen“, sagt Buchholz.

Sven Michelsen (CDU) kann den Unmut der Altstadtfestbeschicker verstehen. Der Passus in den Verträgen sei neu und überrasche ihn, so Michelsen. Auch Dieter Ruhland (FDP) ist irritiert. Er fürchte, dass durch entsprechende Exklusivrechte für die Belieferung des Festes der Markt ausgehebelt wird.

Hoffnung auf Ausnahme für die Möllner Lauke

Möllns Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie hofft, dass es auch in diesem Jahr Möllner Lauke geben wird. Quelle: Jens Burmester

Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie kann die Kritik ebenfalls nachvollziehen. Im zuständigen Ausschuss sei grundsätzlich über das Konzept des Altstadtfestes gesprochen worden. Ein Hinweis auf einen Rahmenvertrag bezüglich der Getränke oder einen Hauptsponsor findet sich in dem Anfang des Jahres vorgelegten und im Internet zugänglichen Konzept nicht.

Dennoch ist Schlie zuversichtlich, dass zumindest die Möllner Lauke als alternatives Bier ausgeschenkt werden könne – auch wenn die nicht von der Hamburger Ratsherren Brauerei gebraut werde.

Holger Marohn

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