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Lauenburg FDP: Wolf muss in Jagdrecht
Lokales Lauenburg FDP: Wolf muss in Jagdrecht
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13:33 18.04.2019
FDP-Fraktionschef Christopher Vogt im Landtag. Quelle: Holger Marohn
Duvensee/Groß Boden

Erst vor wenigen Tagen hat vermutlich ein Wolf in Duvensee und kurze Zeit später in Groß Boden eine ganze Reihe von Schafen gerissen. In der Lüneburger Heide haben Wölfe die vermutlich einzige reinrassige wild lebende Mufflonpopulation von etwa 300 Tieren in wenigen Jahren komplett ausgelöscht.

Für die FDP im Kreis Herzogtum Lauenburg Anlass, ein pragmatisches Handeln im Umgang mit dem Wolf zu fordern. So wollen der lauenburgische FDP-Landtagsabgeordnete und FDP-Landtagsfraktionsvorsitzende Christopher Vogt und die FDP-Kreistagsabgeordnete Judith Gauck die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdrecht und damit die Möglichkeit einer Bestandsregulierung.

Diskussion befrieden

„Sollte bestätigt werden, dass die aktuellen Vorfälle in unserem Kreis tatsächlich auf Wölfe zurückzuführen sind, würde dies erneut unterstreichen, dass beim Wolfsmanagement nach wie vor Handlungsbedarf besteht“, sagt Vogt. Der Kreis Herzogtum Lauenburg sei bisher die einzige vom Land als ‚richtiges‘ Wolfsgebiet deklarierte Region.

„Als waldreiches Gebiet mit vergleichsweise wenig Weidetierhaltung haben wir hier zwar eine etwas andere Situation als an der Westküste oder im Norden des Landes, aber die bisherigen Maßnahmen werden nach unserer Meinung auf Dauer auch hier nicht ausreichen, um die Situation zu entspannen und die teils sehr emotional geführte Diskussion über den Wolf zu befrieden“, so der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion.

Nicht achselzuckend auf EU-Gesetze verweisen

„Wir plädieren deshalb für ein pragmatisches Denken und Handeln im Umgang mit dem Wolf und für ein Wolfsmanagement, das auf Sicht auch im Sinne einer aktiven Bestandsregulierung arbeiten kann. Herdenschutzmaßnahmen haben eben natürliche, aber auch wirtschaftliche Grenzen.“

Angesichts der zahlreichen Risse müsse „man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich das Problem weiter ausweiten wird“, so Vogt. Er halte deshalb wenig davon, „achselzuckend auf die bestehende Gesetzeslage auf Bundes- und EU-Ebene zu verweisen“. Vogt: „Wir brauchen mehr Initiativen aus den betroffenen Bundesländern, um die Gesetzeslage im Bund in Sachen Rechtssicherheit für die Länder endlich anzupassen und den sogenannten günstigen Erhaltungszustand des Wolfes als erreicht zu erklären. In der EU bedarf der Schutzstatus des Wolfes einer dringenden Überprüfung. Der Wolf ist in Mitteleuropa schließlich keine bedrohte Art mehr“, erklärt Christopher Vogt.

Nicht mehr lange damit warten

Die lauenburgische Kreistagsabgeordnete Gauck ergänzt: „Der Wolf sollte umgehend ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden, um den Jägern genau jene Rechtssicherheit zu gewähren, die wir hier im Land benötigen.“ Zusammen mit der Festlegung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfspopulation und dem daraus resultierenden Zusammenspiel von passivem und aktivem Herdenschutz könne den betroffenen Weidetierhaltern zeitnah geholfen werden.

Vor dem Hintergrund der stark steigenden Wolfspopulation in Deutschland an der weiteren Debatte über eine Bestandsregulierung, sei um eine wildökologische Raumplanung für den Wolf und letztendlich die von der FDP schon länger geforderte Aufnahme des Wolfes ins Bundesjagdgesetz nicht vorbeizukommen. „Ich wünsche mir hierfür einen breiten politischen Konsens über die Parteigrenzen hinaus. Wir sollten nicht mehr lange damit warten“, so Gauck.

Holger Marohn

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