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Lauenburg Facelifting für den Eisernen Kanzler
Lokales Lauenburg Facelifting für den Eisernen Kanzler
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14:59 26.06.2018
Auf dem alten Etikett (links) hatte Fürst Bismarck noch Schulterstücke und einen etwas ernsteren Blick. Das neue Logo zeigt ihn als Privatmann und etwas freundlicher. Quelle: Marohn
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Aumühle

„Wir haben mit dem Relaunch die Marke Fürst Bismarck etwas entgilbt“, sagt eine Hansa-Heemann-Sprecherin. Das neue Logo sei klarer, frischer und moderner, betone aber die Bismarck-Quelle als besonderes Mineralwasser mit einer persönlichen Beziehung zur Person Fürst Bismarck und sei so authentisch.

Der Getränkekonzern, zu dem auch das in Trappenkamp abgefüllte Wasser Hella Mineralbrunnen gehört, hatte die Marke Bismarck zum 1. Juli vergangenen Jahres von dem Lebensmittelriesen Nestlé übernommen und unter anderem eine Frischzellenkur und Investitionen am Standort Aumühle angekündigt.

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Bismarck wird entmilitarisiert

Die Neugestaltung des Flaschenetikettes scheint nun ein erster Schritt gewesen zu sein. Der Prozess sei von umfangreichen Marktforschungsstudien und Kundenbefragungen begleitet worden. Unter anderen sind auf dem neuen Flaschenetikett das Foto vom spritzenden Wasser verschwunden, das rote Siegel in Schildform einem rundlichen Logo mit einer von zwei Eichenblättern gerahmten Quelle auf blauem Grund gewichen und der Titel „Fürst“ wieder über den Schriftzug Bismarck gezogen worden.

Quelle: Holger Marohn

Vor allem aber sei das Bild von Fürst Bismarck „entmilitarisiert“ worden, heißt es. So haben die Designer Bismarck unter anderem die Schulterklappen abgenommen und den Stehkragen seines „Rockes“ runder gemacht. Auch die Gesichtszüge sind weicher geworden. „Wir wollten Bismarck nahbarer machen“, sagt die Sprecherin. Hintergrund sei die Legende, dass Bismarck die Quelle einst bei einem Spaziergang im Wald entdeckt habe.

Auf Verfremdung verzichtet
Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, Geschäftsführer und Vorstand der Otto-von-Bismarck-Stiftung, gefällt das neue Bismarck-Bild. „In meiner Rolle als Bismarck-Experte fühle ich mich beim Anblick an das neue Logo durchaus wohl, weil nicht der Pickelhaubenträger wieder auferstanden ist, sondern es Bismarck in Zivil zeigt, und zwar mit dem Anflug eines Lächelns, nicht so düster und mit Epauletten wie beim alten Logo, also eher den sympathischen Privat-, denn den ernsten Staatsmann“, sagt Lappenküper.

Auch sei bewusst auf ein Übermaß an künstlerischer Verfremdung verzichtet worden.

Von Holger Marohn