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Lauenburg Fachbereichsleiter Jung geht in Ruhestand
Lokales Lauenburg Fachbereichsleiter Jung geht in Ruhestand
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15:23 04.01.2019
Fachbereichsleiter Rüdiger Jung geht in den Ruhestand. Quelle: Holger Marohn
Ratzeburg

Seit 20 Jahren ist Rüdiger Jung Fachbereichsleiter in der Ratzeburger Kreisverwaltung. Angefangen hat er 1982 als Kreisjugendpfleger. Ende des Jahres ist er das letzte Mal im Büro. „Der Jung“ geht von Bord, in den Ruhestand. Der Jugendarbeit bleibt er dennoch erhalten – allerdings ehrenamtlich.

„Es war damals eine ganz andere Zeit“, erinnert sich Rüdiger Jung (65) beim Blick auf einen Zeitungsausschnitt in den Lübecker Nachrichten. Mit Krawatte ist der damals frisch gekürte neue Kreisjugendfleger auf dem Foto zu sehen. „Ich hatte damals gerade zur Überbrückung ein Jahr für eine Versicherung gearbeitet, da hatte ich dann auch keine Probleme, eine Krawatte in der Verwaltung zutragen“, sagt Jung und lacht.

Die Jugendpflege, einst nach dem Krieg von den englischen Besatzern als Unterstützung der Jugendarbeit der Verbände eingeführt, steckte damals in den Städten noch in den Kinderschuhen. Nur in Schwarzenbek gab es bereits mit Uwe Christiansen einen örtlichen Jugendpfleger und mit dem alten Feuerwehrhaus am Körnerplatz zumindest so etwas wie ein provisorisches Jugendzentrum. Geesthacht hatte immerhin das Jugendhaus „Düne“.

„Ich war damals bei praktisch jeder Sitzung der Ortsjugendringe dabei“, erinnert sich Jung. Im Vorstand des Kreisjugendringes war Jung als beratendes Mitglied ohnehin. Die Unterstützung der verbandsgebundenen Jugendarbeit sei damals ein ganz zentraler Punkt seiner Arbeit gewesen.

Dazugekommen sei dann die Unterstützung der immer mehr werdenden örtlichen Jugendpfleger und die Förderpolitik für den Bau von Jugendtreffs wie sie wenig später in Lauenburg mit der Zündholzfabrik, dem Bahnhof in Geesthacht oder in Ratzeburg, Mölln, Büchen und Wentorf entstanden. Aber auch die Sportvereine bauten vielerorts Jugendräume und hofften auf Zuschüsse.

Und ganz nebenbei betreute der Kreisjugendpfleger auch die damals 34 Kindergärten im Kreis. Eine Arbeit, die heute angesichts von rund 130 Einrichtungen nebenbei gar nicht mehr zu leisten wäre, so Jung. „Damals kamen einmal im Jahr der Propst, der Kirchenkreis, die Diakonie und der Landrat mit dem Kämmerer zusammen und haben besprochen, was zu besprechen war. Und in einer Stunde war man durch damit“, erinnert sich Jung. Das sei damals auch gut möglich gewesen, da bis auf drei Kindergärten alle in der Trägerschaft der Kirche gewesen seien.

Spätestens mit dem ersten Kitagesetz des Landes 1993 sei das dann anders geworden. Und Jung, der auf einmal auch den Auftrag hatte, die bisherige Pro-Platz-Förderung des Kreises bei gleichem Etat auf eine prozentuale Personalkostenförderung umzurechnen, kam auf einmal zu kaum noch etwas anderem.

„Das Ergebnis war, dass irgendwann die örtlichen Jugendpfleger den Aufstand probten und sich beschwerten, dass ich kaum noch Zeit für sie hätte“, sagt Jung. Mit Matthias Beck wurde schließlich ein zweiter Jugendpfleger eingestellt – ausgewählt aus gut drei Dutzend Bewerbern, erinnert sich Jung. Ein Interesse, von dem der öffentliche Dienst in Zeiten des Fachkräftemangels heute, wo Stellen teilweise überhaupt nicht besetzt werden können, nur träumen könnte.

1996 wurde Jung schließlich Jugendamtsleiter und sechs Jahre später nach der großen Verwaltungsstrukturreform, als aus 16 Ämtern vier Fachbereiche wurden, Leiter des Fachbereiches Jugend und Familie. 2006 kam dann auch noch der Bereich Soziales zu seinen Aufgaben hinzu.

Dass in seinem Verantwortungsbereich ein Großteil des gesamten Kreisetats verwaltet wird, liegt für Jung „in der Natur der Sache“. In der Sozialhilfe, der Eingliederungshilfe, würden zusammen mit den Hilfeleistungen der Jugendhilfe und der Kitaförderung einfach große Summen bewegt, sagt Jung. Dass dieser Bereich jemandem, der beispielsweise als Kommunalpolitiker dort neu einsteige, wie ein Buch mit sieben Siegeln vorkomme, sei für ihn nachvollziehbar. „Aber wer sich interessiert, arbeitet sich da im Laufe der Zeit gut in die Materie ein“, sagt Jung.

Als größte Herausforderungen der Zukunft in seinem Bereich sieht der scheidende Fachbereichsleiter die Pflege gerade im ländlichen Bereich. „Alles setzt auf ambulante Pflege. Aber im ländlichen Bereich ist das eben schwierig zu machen, wenn man bedenkt, wie viel Zeit eine Fachkraft dabei im Auto verbringt.“ Aber auch bei der Kinderbetreuung mache sich schon jetzt der Fachkräftemangel bemerkbar.

„Ein Auto oder ein Bus kann vielleicht ohne menschlichen Fahrer bewegt werden, aber ob Kinder von einem Roboter erzogen werden können, ist eine andere Frage“, sagt Jung. „Das würde ich eher verneinen.“ Schließlich gehe es da nicht zuletzt um soziale Kompetenzen. Auch in der Pflege könne ein Roboter bei einigen Arbeiten vielleicht unterstützen oder diese erledigen. „Aber auch da geht es um menschliche Zuwendung“,warnt Jung.

Schreibtisch räumt Jung zum Jahresende. Offiziell in den Ruhestand geht es für ihn dann zum 1. März. Dennoch wird er der Jugend verbunden bleiben. Er ist weiterhin Vorstandsmitglied des Jugendherbergswerkes. Der Verband betreut im Land 45 Häuser mit einer Million Übernachtungen. Jungs Nachfolger wird Karsten Fries.

Holger Marohn

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