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Lauenburg Woltersdorfs ältestes Haus abgebrannt
Lokales Lauenburg Woltersdorfs ältestes Haus abgebrannt
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20:07 20.03.2018
Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Quelle: JEB
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Woltersdorf

Zunächst brannten nur die beiden Autos, aber schon kurze Zeit später stand das ganze Haus in Flammen. Bei dem Haus am Kiefernweg in Woltersdorf handelt es sich um die alte Försterkate, das älteste Gebäude im Ort.

Gegen 0.30 Uhr heulten die Sirenen. Zuvor hatte eine Nachbarin einen lauten Knall gehört. Als sie aus dem Fenster sah, bemerkte sie die Flammen auf dem Nachbargrundstück und wählte sofort den Notruf. „Als die ersten Feuerwehrkräfte eintrafen, standen nur die Autos in Flammen“, erklärte Amtswehrführer Ralf Hillmer. Doch die Flammen griffen schnell auf das Haus über: Zu dicht hätten die beiden Autos, ein VW Passat und ein Volvo, an dem Haus gestanden.

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Feuerwehreinsatzleiter Michael Wulf gab sofort Rückmeldung an die Leitstelle, weil die Flammen schon auf das Fachwerk am Heizungsanbau übergegriffen hatten. „Als ich mir hinter dem Haus ein Bild machte, stellte ich fest, dass die Flammen sich schon in das obere Stockwerk durchgefressen hatten“, berichtete Wulf den Lübecker Nachrichten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Bewohner, ein Ehepaar von 32 und 31 Jahren sowie dessen Sohn (vier Monate) bereits in Sicherheit.

Das Wohnhaus einer Familie ist in Woltersdorf im Kreis Herzogtum Lauenburg abgebrannt. Dabei entstand am Dienstagmorgen ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe, wie die Polizei mitteilte. 

Auf die Stichworterhöhung des Woltersdorfer Einsatzleiters löste die Integrierte Regionalleitstelle Süd in Bad Oldesloe auch Alarm für die Freiwilligen Feuerwehren Breitenfelde, Tramm, Niendorf an der Stecknitz und Hornbek aus. Auch die Führungsgruppe des Amtes sollte alarmiert werden, doch der Leitstellenmitarbeiter soll nach LN-Informationen das passende RIC für die Auslösung nicht gefunden haben. Zur Erläuterung: Um digitale Funkmeldeempfänger oder Sirenen auch aus größerer Entfernung zu aktivieren (i. d. R. über Leitstellen), wird analoge oder digitale Funkalarmierung benutzt. Dafür wertet ein Empfänger in digitalen Netzen einen Radio Identification Code (RIC) aus. Statt der Führungsgruppe schickte die Leitstelle dann die Führungsgruppe der Technischen Einsatzleitung (TEL) des Kreises. Zusätzlich zu den Feuerwehren aus der Umgebung von Woltersdorf wurde auch die Drehleiter der Feuerwehr Mölln angefordert.

Meterhoch, „so hoch wie ein Haus ist“, seien die Flammen aus dem Dach des alten Hauses geschlagen, erzählte eine Anwohnerin vom Kiefernweg am frühen Dienstagmorgen. Sie selbst hatte das aus dem Fenster ihres Hauses beobachtet und war nun, da die Einsatzkräfte der Feuerwehr nicht mehr vor Ort waren und sich eine fast gespenstische Stille um den Brandort eingestellt hatte, einmal die wenigen Meter zur Brandstelle gegangen, um sich anzusehen, was da in der Nacht passiert war.

Die Familie, so beschrieb es eine Frau aus der Nachbarschaft, habe das Haus erst vor etwa eineinhalb Jahren gekauft und sei hierher gezogen. Sie hätten schon einiges investiert und renoviert, eine neue Haustür eingebaut – auch hinten waren eine neue Tür und einige neue Fenster zu erkennen – und eine neue Gasheizung eingebaut. Die befindet sich im kleinen Fachwerkanbau an der Vorderseite des Hauses.

Das Haus ist nun komplett unbewohnbar. Die Polizei hatte die Ermittlungen noch während der Löscharbeiten aufgenommen. Den Schaden beziffert die Polizei auf etwa 250 000 Euro. Zur Brandursache allerdings wollte sich Polizeisprecher Holger Meier noch nicht äußern. „Ich gehe davon aus, dass dieses Feuer nichts mit den Brandstiftungen in Schwarzenbek zu tun hat“, sagte Meier auf Nachfrage. Die Polizeileitstelle in Lübeck hatte am frühen Morgen zunächst mitgeteilt, dass man wohl eher von einem technischen Defekt ausgehe. Ob der allerdings von einem der beiden Autos oder von der Heizung oder von einer völlig anderen Quelle ausgeht, wollte niemand sagen.

Die Familie soll inzwischen bei Verwandten untergekommen sein. Bürgermeisterin Renate Thoms wollte sich zunächst nicht äußern. Sie möchte selbst erst mit der betroffenen Familie sprechen – „falls die es überhaupt möchten“. In unserer Redaktion in Mölln sind am Tag nach dem Feuer schon viele Spendenangebote eingegangen.

Von Jens Burmester