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Lauenburg Ferienglück auf Rädern: Im Kreis absolut angesagt
Lokales Lauenburg Ferienglück auf Rädern: Im Kreis absolut angesagt
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19:11 18.07.2019
Quelle: industrieblick - Fotolia
Mölln

Es riecht nach Kaffee aus dem Campingkocher, nach Würstchen auf dem Grill. Nach Wind, nach Sonne, nach Freiheit. Freiheit, jederzeit und überall hinzufahren, wohin man möchte, ausgestattet mit allem Komfort und ohne große Auflagen, was ins Gepäck kann und was nicht. Es passt nämlich viel rein in das Glück auf Rädern. So ziemlich das ganze Leben, wenn man es gut verstaut. Fahrräder, Grill und Bettzeug. Tischgruppe, Schwimmsachen, Sportausrüstung, Kaffeemaschine. Braucht man noch mehr?

Nein, finden immer mehr Menschen und legen sich ein Wohnmobil an, um ihr Zuhause quasi mit in den Urlaub zu nehmen oder sich im Urlaub wie Zuhause zu fühlen – immer in der Natur und an der frischen Luft. Mit Strom- und Wasseranschluss – und mit wenig Stress. Um 45 794 ist die Zahl der Wohnmobile von 2018 auf 2019 in Deutschland angestiegen. 532.687 waren es nach der letzten Bestandsaufnahme des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Von 2011 bis heute wuchs der Bestand insgesamt um 207.586 Fahrzeuge.

Im Kreis Herzogtum Lauenburg stieg die Zahl innerhalb dieses Zeitraums um 809 gleich um 65,7 Prozent. Das ist Platz 37 in der Wohnmobil-Bundesliga, wenn die Zahl der Wohnmobile pro 1000 Einwohnern der Maßstab ist.

Eine Statistik der Wohnmobile 2019 im Kreis Herzogtum Lauenburg Quelle: Zeitungsdienst Südwest

Was macht diese Art von Reiselust aus? Vieles in einem. Man braucht keine Flüge, kein fremdes Hotel und kein Schlangestehen an Buffets. Man kann jeden Tag aufs Neue selbst entscheiden, wo es hingeht oder da bleiben, wo es schön ist, eingerichtet mit den eigenen Sachen und ausgestattet mit dem nötigsten Komfort. Das ist für Viele sehr verlockend.

Und: Wohnmobile sind ausgesprochen nachhaltig, weil sie lange halten – so um die 7000 Gebrauchtangebote auf Internetplattformen bundesweit sprechen für einen recht leer gefegten Markt. Das heißt auch, die Branche hat kaufkräftige Kundschaft –und das, obwohl der Durchschnittspreis für neue Reisemobile im vergangenen Jahr bei rund 71 000 Euro lag. Nicht gerade ein Schnäppchen – dafür ist dann aber alles an Bord, was man im Urlaub braucht. Küche, Kühlschrank, Sitzgruppe, Nasszelle, Dusche, Stauraum und gemütliche Schlafplätze für Groß und Klein.

Outdoor-Trend bei jüngeren Familien

Geschäftsführer Daniel Onggowinarso vom Caravaning Industrie Verband (CIVD) in Frankfurt nennt die Menschen über 50 als die wichtigste Zielgruppe der Branche. Tendenz steigend. Gleichzeitig stellt die Branche aber auch einen Outdoor-Trend bei jüngeren Familien fest. Außerdem profitiere auch sie vom Niedrigzinsniveau und vom anhaltenden Wirtschaftswachstum in Deutschland, heißt es bei Pressegesprächen ganz offen.

Ein hoher Wohnmobilbestand ist ein Indiz für eine kaufkräftige Bevölkerung – und das sieht auf der lokalen Ebene wie folgt aus: 1232 Wohnmobile gab’s im Herzogtum Lauenburg 2011. Vergleichen wir die beiden jüngsten Werte aus der Bestandsanalyse des Kraftfahrt-Bundesamtes im Kreis Herzogtum Lauenburg Anfang 2019 und 2018, dann stieg die Zahl der zugelassenen Wohnmobile hier binnen eines Jahres um 180 (9,7 Prozent).

Was in absoluten Zahlen aber auch zeigt, dass Wohnmobile in der Regel als Dritt- oder Zweitwagen Nischenprodukte sind. Im Kreis kommen rund 10,4 Wohnmobile auf 1000 Einwohner. Der bundesweite Spitzenreiter ist mit 17,31 Wohnmobilen pro 1000 Einwohner der Kreis Schleswig-Flensburg.

Kreis bundesweit auf Platz 37

Der Kreis Herzogtum Lauenburg liegt in der Wohnmobil-Bundesliga mit seinem Wert auf Platz 37 von 400 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen.

Michael Groß (57) und Carola Müller (60) aus Thüringen genießen den Trip ins Herzogtum. Drei Tage verbringen sie hier am Wohnmobilstellplatz Aqua Siwa mit Blick auf den See in Ratzeburg. Davor haben sie Till Eulenspiegel in Mölln besucht, danach auch den Dom in Ratzeburg besichtigt und dessen Verbindung zu Mecklenburg verstanden.

Sie lieben die Freiheit auf vier Rädern. Wichtig ist ihnen, dass sie den Stellplatz so verlassen, wie sie ihn vorgefunden haben. Müll und dessen Beseitigung ist angesichts der steigenden Zahlen von Wohnmobilurlaubern ein gemeinschaftliches Anliegen – und das Netz an Wohnmobilstellplätzen soll durch Beschwerden von Anwohnern oder Müllverschmutzung nicht kleiner werden.

Michael Groß (57) und Carola Müller (60) aus Thüringen genießen den Trip ins Herzogtum. Quelle: Florian Grombein

„Wir leisten uns diese Art von Urlaub einfach“, sagt Michael Groß. Die Anschaffung eines Wohnmobils ist teuer, weiß er. Man muss das Mobil regelmäßig und konsequent nutzen, damit es sich lohnt. „Wichtig ist dabei, dass man einen Partner hat, der genauso viel Lust auf diese Art von Reisen hat. Sonst macht es keinen Sinn“, ergänzt Carola Müller.

Noch einen Kaffee mit Blick auf den See?

Teja Banzhaf, Schabnam Tafazoli, Florian Grombein

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