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Lauenburg Fette macht‘s möglich: Firma und Familie unter einem Dach
Lokales Lauenburg Fette macht‘s möglich: Firma und Familie unter einem Dach
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12:37 07.02.2017
Kathrin Stefaniak mit Sohn Maxim (6 Monate) freut sich. Wegen der Kita in unmittelbarer Firmennähe kann sie wieder anfangen zu arbeiten.
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Schwarzenbek

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in Schwarzenbek ein kleines Stück voran gekommen. Gestern wurde ein betriebsnaher Kindergarten eröffnet. Hier ziehen der Träger ASB, die LMT Group (Fette) und die Stadt Schwarzenbek an einem Strang. Einige Plätze sind noch frei.

Für die fachliche Leitung der Kita Knöpfchen ist der Arbeitersamariterbund verantwortlich. Die LMT Group hat den Bauplatz direkt neben dem Firmengelände an der Grabauer Straße zur Verfügung gestellt.

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Die Baukosten für das Gebäude aus Holz betrugen 800 000 Euro (600 Quadratmeter). Die Freifläche beträgt 3000 Quadratmeter. Im Mai kommen die Spielgeräte.

Ein besonderes Merkmal der Kita ist die Kooperation der Partner. Von den insgesamt 40 Plätzen hat die LMT Group Belegrechte bis zu zehn Plätzen für Kinder von Mitarbeitern erworben. Sieben werden derzeit genutzt. Das jüngste Krippenkind ist Maxim (6 Monate), Sohn von Kathrin Stefaniak. Die Assistentin von Geschäftsführer Joachim Peter ist nun in der Lage, ihre Arbeit nach kurzer Elternzeit wieder aufzunehmen. „Ich habe Glück gehabt. Mein Arbeitsplatz ist nur 100 Meter von der Kita entfernt. Zum Stillen kann ich hierher kommen, und wenn es dem Kleinen mal nicht gut geht, bin ich auch schnell erreichbar“, sagt Stefaniak.

Dass aufgrund des gesellschaftlichen Wandels das Thema Familie an Bedeutung gewinnt, machte auch Geschäftsführer Peter bei der Einweihung deutlich. „Die Unternehmen müssen sich diesem Wandel stellen, um Fachkräfte zu binden. Wer Frauen in Führungspositionen haben will, muss den Mitarbeiterinnen Freiraum für die täglichen Probleme geben.“ Ähnlich äußerte sich Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig:

„Ich hoffe, dass weitere Arbeitgeber diesem Modell folgen. Das Ziel einer familienfreundlichen Stadt kann nur gemeinsam erreicht werden.“ Kreispräsident Meinhard Füllner sprach von einem Vorzeigeprojekt, „von denen es mehr geben sollte“. Er appellierte an die Verantwortlichkeit der Wirtschaft zu ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren.

Nach dem Kinderförderungsgesetz hat seit 2013 jedes Kind in Deutschland ab vollendetem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Gemeinden stehen unter hohem Druck der Eltern, haben aber nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Betreiber müssen geeignete Räume finden. „Es liegt also nahe, dass diese Akteure zusammen arbeiten“, so der ASB-Landesvorsitzende Thomas Elvers.

Da die Stadt alle Kita-Plätze zentral vergibt und das Vergabeverfahren noch nicht abgeschlossen ist, läuft die Belegung der Kita Knöpfchen jetzt langsam an. Zehn Plätze im Elementarbereich sind noch frei. Fette kann noch drei Krippen-Plätze vergeben.

Geöffnet ist die Kita täglich von 7 bis 18 Uhr. Ansprechpartner ist Sven Minge (ASB), Telefon 0 4152/87560.

Betriebe mit Kitaplätzen
Die Kita „Knöpfchen“ auf dem Firmengelände der LMT—Gruppe ist kein Betriebskindergarten, sondern eine betriebsnahe Kita. Die Firma hat sich lediglich in der Kita des Arbeitersamariterbundes Belegrechte gesichert. „Im Kreis haben wir keine reinen Betriebskindergärten, wo Betriebe selber Kindergärten für Mitarbeiterkinder betreiben“, so Kreissprecher Karsten Steffen.

Es gibt drei weitere Kitas im Kreis, die in einem bestimmten Umfang Mitarbeiterkinder von Firmen betreuen, zum Beispiel in Geesthacht die „Company-Kids Einsteinchen“
(Helmholzzentrum) und „Montessori-Kinderreich“, sowie in Ratzeburg das „Montessori-Kinderhaus“ am Röpersberg.
„Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Gemeinschaftsleistung der Gesellschaft. Die Wirtschaft sollte sich mit verantwortlich zeigen.“
Meinhard Füllner, Kreispräsident

Silke Geercken