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Lauenburg Feuerwehr übt in Abrisshaus ohne angezogene Handbremse
Lokales Lauenburg Feuerwehr übt in Abrisshaus ohne angezogene Handbremse
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14:56 25.02.2019
Für die Atemschutzausbildung wurden die Räume mit Theaternebel verqualmt. Das schaffte ein realistischeres Bild. Quelle: TIMO JANN
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Sahms

Die Kirchengemeinde Sahms lässt ihr altes Gemeindehaus abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Optimale Gelegenheit für die Feuerwehr, in dem Haus noch einmal ordentlich üben zu können. „So eine Gelegenheit hat man selten, deshalb haben wir sie gerne genutzt“, sagt Henning Wittkamp, der Wehrführer in Sahms. Auch die Feuerwehren Grabau und Schwarzenbek wurden in die Ausbildung mit eingebunden. Wittkamp: „Hier konnten wir ohne Rücksicht auf irgendwelche Schäden die verschiedenen Einsatztaktiken trainieren.“ Türen wurden aufgebrochen, Fenster rausgehebelt, Leichtbauwände geöffnet und im Innenangriff Löschwasser abgegeben. Das ist sonst wegen Wasserschäden nicht möglich, aber das Handling eines mit Wasser gefüllten Schlauches ist ein ganz anderes als das mit einem leeren Schlauch.

„Solche Übungen dienen auch der Überprüfung unseres Konzepts, das viel auf der Zusammenarbeit verschiedener Wehren und auch mit den Kameraden aus Schwarzenbek basiert“, berichtet Amtswehrführer Thomas Kulp, der sich vor Ort ein Bild vom Übungsablauf machte. „Größere Lagen können wir allein gar nicht mehr meistern, da ist es gut, wenn man sich von Übungen kennt“, sagt er. So sorgten die Grabauer Feuerwehrleute für die Löschwasserversorgung, die Sahmser übernahmen den ersten Löschangriff und die Absuche des mit Theaternebels verqualmten Räume, um versteckte Übungspupen zu retten. Kurz darauf kamen drei Fahrzeuge aus Schwarzenbek zur Unterstützung, unter anderem wurde auch die Drehleiter in Stellung gebracht.

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„Mit Grabau üben wir jährlich im Wechsel in beiden Orten einmal zusammen. Aber das alte Gemeindehaus ist so groß, dass wir auch Schwarzenbek mit einbinden konnten. Da pflegen wir ja eine gute Zusammenarbeit“, so Wittkamp. Zuletzt hatte es vermutlich aufgrund eines Blitzeinschlags 2014 einen Großbrand in der Gemeinde gegeben, der einen Einsatz zahlreicher Wehren erforderte. „So ein Abbruchhaus ist für verschiedene Übungsszenarien immer klasse“, freute sich Jan Piossek, Zugführer der Schwarzenbeker Wehr, über die Einladung nach Sahms. Er ließ unter anderem auch einen Atemschutznotfall trainieren, so dass junge Kameraden die nötigen Handgriffe trainieren konnten.

Zur Kirchengemeinde Sahms gehören auch die Dörfer Fuhlenhagen, Elmenhorst und Groß Pampau. Es sind insgesamt etwa 1000 Mitglieder, die in der St.-Andreas-Kirche in Sahms ihre Gottesdienste feiern. Das Johannes-Claudius-Haus schräg gegenüber war früher eine Durchfahrtsscheune, die vom Pastor, der im Pastorat nebenan lebte, für dessen Landwirtschaft genutzt wurde. Seit einigen Jahren wurde die Scheune nach einem Umbau als Gemeindehaus genutzt. Nachdem das Pastorat verkauft wurde (es wird derzeit saniert) entschloss sich die Gemeinde, ihr Gemeindehaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Und wie gut der Zusammenhalt im Ort ist, zeigt sich daran, dass die Gemeinde vorübergehend auch das Feuerwehrhaus nutzen kann. Der Abriss soll in dieser Woche starten, die Gemeinde geht im Anschluss von einem Jahr als Bauzeit für den Neubau aus. 

Timo Jann