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Lauenburg Feuerwehrleute aus dem Lauenburgischen unterstützen in MV
Lokales Lauenburg Feuerwehrleute aus dem Lauenburgischen unterstützen in MV
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17:01 02.07.2019
Feuerwehrbereitschaft aus dem Herzogtum Lauenburg rückt nach Lübtheen aus. Quelle: Timo Jann
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Gudow/Lübtheen

Die Wassertransportbereitschaft des Kreisfeuerwehrverbandes Herzogtum Lauenburg ist am Dienstagmorgen zur Unterstützung bei der Brandbekämpfung nach Lübtheen gestartet. Es ist der erste Realeinsatz für die Gruppe, die sich aus zahlreichen Feuerwehren mit Fahrzeugen, die viel Wasser mitführen können, zusammensetzt.

Die Einheit hatte sich gegen 8 Uhr auf dem Rastplatz Gudow an der A 24 getroffen und war dann als Kolonne über die Autobahn und Bundesstraßen nach Lübtheen gestartet. Mehr als 20 Fahrzeuge mit 100 Ehrenamtlichen sollen die Löscharbeiten im Nachbarkreis unterstützen.

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Etwa 500 Hektar Wald brennen bei Lübtheen

In Lübtheen brennt seit Sonntag nach Polizeiangaben aufgrund von Brandstiftung ein riesiges Waldstück von aktuell etwa 500 Hektar. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig, weil Unmengen an Weltkriegsmunition im Boden liegen. Vier Dörfer sind mittlerweile wegen der Rauchentwicklung und der Brandgefahr evakuiert worden. Sonntagabend hatte Stefan Sternberg, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Katastrophenalarm ausgelöst, so dass jetzt auch länderübergreifend Hilfe möglich ist. Drehender Wind macht den Einsatzkräften massiv zu schaffen, sie müssen gleich an mehreren Fronten Verteidigungslinien errichten. Dafür sind große Mengen Löschwasser nötig. 

Bei dem verheerenden Waldbrand bei Lübtheen bekommen die Einsatzkräfte nun Unterstützung von Feuerwehrleuten aus dem Lauenburgischen.

„Die Unterstützung in so einer Situation ist selbstverständlich. Im umgekehrten Fall, würden sich die Kameraden aus Mecklenburg-Vorpommern auch für unseren Kreis einsetzen,“ erklärte Landrat Christoph Mager. Vorausgegangen war ein Hilferuf des Schweriner Innenministeriums.

THW Oldesloe hilft auch

In der Nacht zu Dienstag erhielt die Fachgruppe Logistik-Materialerhaltung des THW Bad Oldesloe den Einsatzauftrag für das Katastrophengebiet in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 8 Uhr sind neun Oldesloer Helfer auf dem Weg in das Einsatzgebiet im Westen des Bundeslandes.

Gegen Mitternacht bekam das THW Bad Oldesloe seine Alarmierung. „Um 1 Uhr waren alle informiert und hatten Zeit, bis 6 Uhr ihre Sachen zu packen“, berichtet Daniel Nagel, Gruppenführer der Oldesloer Fachgruppe Logistik-Materialerhaltung. Er selbst blieb als Koordinator vor Ort; acht Männer und eine junge Frau fuhren mit zwei Lkw und einem Mannschaftstransporter inklusive Anhänger mit Werkstatt-Ausrüstung nach Hagenow.

Dort sind die Helfer in einer Kaserne untergebracht und waren am Mittag schon zu ihrem ersten Einsatz unterwegs. Ihr Aufgabenbereich: Reparatur von Fahrzeugen, auch zum Beispiel der Feuerwehr, und die Versorgung mit Kraftstoff über mobile Tankanlagen, die jeweils 450 Liter fassen. Das Auftanken kann so über eine Pumpe auch mitten in einem Löscheinsatz geschehen.

Die neun Oldesloer sind fast alle Handwerker im Alter von 18 bis 35 Jahren. Die junge Frau hat gerade ihr Abitur gemacht. Da das THW Bad Oldesloe am Montag bereits mit einem Einsatz gerechnet hatte, traf es auch die jeweiligen Arbeitgeber nicht so überraschend. Diese haben laut Daniel Nagel auch alle Verständnis. Mindestens bis zum Wochenende werden die Oldesloer nun bei dem Feuer in Lübtheen helfen. Für die Zeit danach wird schon mit einer Ablösung geplant. mc

Um 5 Uhr war die Anforderung an den Kreis durch das Kieler Innenministerium gekommen, um 7 Uhr erfolgte der Alarm für die Mitglieder der Wassertransportbereitschaft. Um 8 Uhr trafen sich die 100 Einsatzkräfte mit ihren mehr als 20 Fahrzeugen auf dem Rastplatz Gudow an der A 24. Der Bereitschaft gehören Retter zahlreicher Feuerwehren an, die vor allem Fahrzeuge mitbringen, die große Mengen Wasser transportieren können. Unter anderem sind die Feuerwehren aus Geesthacht und Schwarzenbek mit am Start. „Es macht ja Sinn, dass wir in den Nachbarlandkreis ausrücken“, sagte Thorsten Bettin, der Wehrführer der Feuerwehr Schwarzenbek. „Wir sind auf solche Einsätze vorbereitet. Es gab schon Übungen und wir sind in der Lage, bei so einer Großschadenslage mitzuarbeiten“, erklärte Ratzeburgs Feuerwehrchef Christian Nimtz.

Hauptlager für Munition der Kriegsmarine im Wald

Es wird ein heißer Ritt für die Lauenburgischen Feuerwehrleute. Das betroffene Gebiet ist extrem mit Weltkriegsmunition belastet, fast im Minutentakt sind in einigen Bereichen Explosionen zu hören. Unter der Hitze des Feuers detonieren die Granaten, die im Boden stecken. Einst hatte die Marine ihr Hauptlager für Munition bis hin zu großen Kalibern in Lübtheen, Teste ergaben, dass je Hektar gut 45 Tonnen Munition im Boden stecken. Die Brandfläche umfasst aktuell 500 Hektar, der frühere Truppenübungsplatz erstreckt sich über 6000 Hektar. Neben der akuten Gefahr durch Munitionsrückstände im Waldboden haben die Feuerwehren vor Ort vor allem Bedarf an Wassertransporteinheiten, um die Wasserversorgung der Löscharbeiten sicherzustellen. Die Löschfahrzeuge aus dem Kreis transportieren zusammen 50 000 Liter Wasser, geplant ist der Einsatz für bis zu 48 Stunden. Dann soll es eine Ablösung durch eine andere Feuerwehrbereitschaft aus Schleswig-Holstein geben.

Für die eigene Versorgung der Feuerwehrbereitschaft sind eine Logistikeinheit sowie ein Notfall-Krankentransportwagen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg dabei.

Nach den Orten Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs wurde mittlerweile auch noch die Gemeinde Volzrade evakuiert, betroffen sind bisher 650 Menschen. Wegen drehender Winde will die Einsatzleitung jegliches Risiko für Menschen vermeiden.

Timo Jann

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