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Lauenburg Fledermäuse in Geesthachter Bunker angesiedelt
Lokales Lauenburg Fledermäuse in Geesthachter Bunker angesiedelt
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17:49 11.01.2019
Eine Fledermaus hängt bei der Zählung an der Decke. Quelle: E-Mail-LN-Lauenburg
Geesthacht

Kleine Sensation bei der alljährlichen Inventur in den Geesthachter Fledermaus-Quartieren: In einem unterirdischen Bau auf dem Gelände des Helmholtz-Forschungszentrums, der noch aus der Zeit von Alfred Nobels Dynamitfabrik stammt, entdeckten Experten ein Tier des Typs Großes Mausohr. „Das ist die größte in Europa vorkommende Fledermausart mit einer Spannweite von etwa 50 Zentimetern. Sie ist sehr selten und kommt hier in der Gegend sonst gar nicht vor“, sagte Matthias Göttsche vom Fledermaus-Monitoring Schleswig-Holstein. Er stieg mit Herbert Bahr vom Geesthachter Naturschutzbund (Nabu), der sich um die Fledermäuse in der Stadt kümmert, sowie anderen Freiwilligen zur Inventur in die zu Winterquartieren hergerichteten alten Bauten. Das große Mausohr lebt in Schleswig-Holstein nur im Segeberger Kalkberg, außerdem auf Burg Stargard in Mecklenburg-Vorpommern. Weiter im Süden ist die Art verbreiteter. Göttsche: „Vielleicht ist es ein Männchen, dass die Region erkundet. Wenn es gute Bedingungen feststellt, kommen vielleicht auch mehr Tiere hier her.“ Es wäre endlich eine gute Nachricht für die Population der Fledermäuse.

Nabu hatte erfolgreich Schlafplätze eingerichtet

Insgesamt wurden gut 30 Tiere, darunter auch Fransen- und Wasserfledermäuse, in den Quartieren auf dem Gelände des Forschungszentrums und im alten Luftschutzstollen in Tesperhude entdeckt. Helfer des Nabu hatten sie in den vergangenen Jahren hergerichtet. „Wir hoffen natürlich, dass sich diese Überwinterungsmöglichkeiten bei den Fledermäusen herumsprechen“, erklärt Bahr. Gerade die alten Bunker- und Fabrikanlagen aus der Dynamit-Zeit bieten den Tieren gute Möglichkeiten. Die Mitglieder des Nabu haben sie mit Hohllochsteinen und Trapezplatten aus Kunststoff ausgestattet. In den Löchern und den Hohlräumen suchen sich die Fledermäuse ihre Schlafplätze für den Winter. Unterirdisch ist es warm und feucht – optimale Bedingungen.

Rückgang der Population nicht spürbar

Göttsche ist landesweit betrachtet mit den aktuellen Vorkommen der Fledermäuse zufrieden. Immerhin ist trotz aller Befürchtungen der Rückgang bei der Population nicht spürbar. „Die bisher erfassten Quartiere waren ganz gut belegt, aber Entwarnung können wir noch lange nicht geben. Die Fledermäuse sind weiterhin in ihrem Bestand sehr bedroht“, berichtet Göttsche. Ursache der Bedrohung ist vor allem der Nahrungsmangel. Das Insektensterben führt dazu, dass die Fledermäuse weniger Futter finden – sie verhungern dann. tja

Timo Jann

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