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Lauenburg Frauen verdienen 13 Prozent weniger
Lokales Lauenburg Frauen verdienen 13 Prozent weniger
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13:31 08.03.2019
Ein Detail macht den Unterschied. Noch immer verdienen Frauen für die gleiche Arbeit weniger als Männer. Das bemängelt die Gewerkschaft NGG am Internationalen Frauentag. Quelle: HFR
Ratzeburg

Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Kreis Herzogtum Lauenburg verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 13 Prozent weniger als Männer. Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Internationalen Frauentag am heutigen Freitag mitgeteilt. Sie verweist hierbei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Herzogtum Lauenburg auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 2949 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 2564 Euro.

Lauenburg über Landesschnitt, Segeberg und Stormarn darunter

Damit liegt unser Kreis über dem Landesdurchschnitt. In Schleswig-Holstein beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 11 Prozent (Männer: 3065 Euro, Frauen: 2723 Euro). Im Kreis Segeberg verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 9 Prozent weniger als Männer. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Segeberg auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3135 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 2838 Euro. Im Kreis Stormarn verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 10 Prozent weniger als Männer. Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Stormarn auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3.128 Euro pro Monat – Frauen hingegen nur auf 2.801 Euro.

Schlechte Bezahlung in so genannten Frauenberufen

Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, aber auch an der schlechteren Bezahlung sogenannter Frauenberufe etwa in der Pflege-, Erziehungs- und Verkaufsbranche, so die zuständige NGG Hamburg-Elmshorn. Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere eine „mangelnden Zahlungsbereitschaft“ von Unternehmen. Gewerkschafterin Silke Kettner spricht von einer „Diskriminierung per Lohnzettel“. Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen. „Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern – und das unbezahlt.“ Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten.

74 Prozent der Teilzeitstellen weiblich besetzt

So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 74 Prozent aller Teilzeitstellen im Kreis Herzogtum Lauenburg weiblich. „Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben – oder noch weniger“, kritisiert Kettner. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur im Kreis 1560 Minijobber. 1020 von ihnen sind Frauen. Die Folgen seien spätestens im Rentenalter „dramatisch“, so die NGG. „Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss“, betont Kettner.

fg

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