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Lauenburg Sechs neue Plätze im Frauenhaus Schwarzenbek
Lokales Lauenburg Sechs neue Plätze im Frauenhaus Schwarzenbek
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19:40 21.08.2019
Das Taschentuch ist immer in Griffnähe, wenn die Frauenhaus-Mitarbeiterinnen Mitra Christmann (links) und Vera Zingarini mit den von Gewalt betroffenen Frauen sprechen. Quelle: Silke Geercken
Schwarzenbek.

Die langjährigen Bitten der Frauenhaus-Mitarbeiterinnen in Schwarzenbek wurden vom Land erhört, sechs weitere Plätze bewilligt. Im September kann eine zweite Wohnung bezogen werden. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, finden hier vorläufig ein neues Heim und einen geschützten Raum. Je 70 000 Euro zusätzlich wurden für zwei Jahre bewilligt.

Das Taschentuch liegt bei den Gesprächen stets parat

„Das Taschentuch gehört bei unseren Erstgesprächen immer dazu. Blaue Flecken sind unübersehbar“, sagt Sozialpädagogin Vera Zingarini. Sie hat bereits etliche Frauen im Schwarzenbeker Frauenhaus betreut. Immer wieder gibt es Tränen, wenn die verzweifelten Frauen und Mütter erzählen, was sie in der Vergangenheit über Monate und Jahre erlebt haben, bevor sie sich trauten, den Schlussstrich zu ziehen und sich an die Beratungsstelle des Vereins „Hilfe in Not“ wendeten: Schläge in Gesicht und Magen, Fußtritte, psychische Gewalt. Dazu kommt oft die Angst um die Kinder, die die gewalttätigen Männer erleben müssen. „Das Frauenhaus ist ein Ort, wo man sicher ist. Alle passen aufeinander auf, hier braucht man keine Angst zu haben. Ich finde Gewalt blöd“, schreibt ein Kind, das im Schwarzenbeker Frauenhaus Zuflucht gefunden hat. Im Haupthaus wohnen 14 Frauen und drei Mütter. Die neuen Bewohner kommen im September.

99 Frauen mussten 2018 abgewiesen werden

Der Bedarf ist hoch. „Wir mussten im vergangenen Jahr 99 Frauen und 151 Kinder weiter vermitteln, weil wir einfach keinen Platz mehr hatten“, sagt Mitarbeiterin Mitra Christmann. Umso glücklicher sei man, mit Hilfe von Stadt und Land jetzt sechs weitere Plätze anbieten zu können. „Bürgermeisterin Ute Borchers-Seelig hat stets ein offenen Ohr für uns“, so Christmann. Die Finanzierung läuft über Förderung durch Landesmittel, das Land zahlt eine Mietkostenpauschale, und Sozialhilfeleistungen. Die vier Mitarbeiterinnen konnten durch die zusätzliche Mittel in Höhe von 70 000 Euro ihre Teilzeitstellen aufstocken.

Im Land gibt es 16 Frauenhäuser mit 321 Plätzen

In Schleswig-Holstein gibt es 16 Frauenhäuser mit 321 Plätzen. Schwarzenbek und Ahrensburg sind die Kleinsten. In Schwarzenbek werden jährlich rund 60 Frauen plus Kinder betreut. Die Verweildauer liegt zwischen einem Tag (die Zeit der Vermittlung in andere Häuser) und sechs Monaten. Ein Drittel der Bewohnerinnen kommen nicht aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg, sondern vor allem auch aus dem Süden des Kreises Stormarn. Betroffene finden Hilfe unter Telefon 04151/7578, fh.schwarzenbek@t-online.de

Eine der vielen Unterstützer für die Erweiterung ist die CDU-Landtagsabgeordnete Andrea Tschacher. „Mit den zusätzlichen Plätzen sind wir einen wichtigen Schritt in die gegangen, um die Einrichtungen zu entlasten. Gleichzeitig soll über die nächsten zwei Jahre eine Bedarfsanalyse laufen, die das gesamte Hilfs- und Unterstützungssystem in Schleswig-Holstein überprüfen soll. Das Frauenhaus in Schwarzenbek wird mit sechs zusätzlichen Plätzen bedacht. Dadurch können wir mehr betroffenen Frauen im Herzogtum Lauenburg eine geschützte Unterkunft sowie schnelle Beratungs- und Hilfsangebote bieten.“

Von Silke Geercken

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