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Lauenburg GPS-Geräte informieren und führen Schaalsee-Wanderer
Lokales Lauenburg GPS-Geräte informieren und führen Schaalsee-Wanderer
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20:26 18.07.2013
Hannelore von Witzendorff (v. l.) von der Kutscherscheune in Groß Zecher, Frank Hadulla vom Naturpark Lauenburgische Seen und HLMS-Geschäftsführer Günter Schmidt probieren die leicht zu bedienenden GPS-Geräte am Ausgangspunkt der Tour am Zecher Werder aus. Quelle: Fotos: Strunk
Groß Zecher

Das digitale Telekommunikations- und Computerzeitalter des 21. Jahrhunderts hat nun auch Einzug in die bislang traditionell-konservative Wertewelt der Wandergesellen und Naturfreunde gehalten: Mittels handlicher GPS-Geräte, die nicht nur den exakten Standort der Promenierenden dokumentieren, sondern die Spaziergänger auch passgenau mit interessanten Informationen über die speziellen Gegebenheiten, Naturschönheiten oder anderer Besonderheiten versorgen, können Besucher nun die Schaalseelandschaft bei Groß Zecher und Seedorf erkunden.

Den Anfang dieser technischen Informationsgeber machten bereits in den 1990er Jahren kleine Kassettenrekorder oder Walkmen in Museen, die man sich dort ausleihen konnte. Seit zwei Jahren gibt es das Angebot der so genannten „Handy-Guides“, mobile Reiseführer für fünf ausgewählte Radtouren zwischen Ratzeburg und Schwarzenbek, die ebenfalls vom Naturpark Lauenburgische Seen und der Herzogtum Lauenburg Marketing & Service GmbH (HLMS) angeboten werden.

„Cruso“ nennt sich nun das 200 Gramm leichte und unschwer zu bedienende Gerät einer Berliner Firma, die diese Apparate schon seit Jahren für Ausflügler auf der Havel und der Spree zur Verfügung stellt und damit beste Erfahrungen gemacht hat.

„Grundlage ist unsere Wanderkarte“, erläutert Frank Hadulla, Leiter des Naturparks Lauenburgische Seen. „Das Gerät funktioniert zudem wie ein Kompass. Die Wanderstrecke ist durch eine rote Linie markiert. Die so genannten Point of Interests sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Mittels eines Signaltons wird man über Kopfhörer auf diese Standorte hingewiesen, wenn man sie erreicht hat.

Dann kann man über die Lexikon-Funktion die entsprechenden Informationen auf dem Gerät abrufen.“ Noch sind es ausschließlich Textdokumente und Fotos, eine Audioversion könnte bei entsprechender Nachfrage in Zukunft ergänzt werden, so Hadulla.

Insgesamt zehn Geräte liegen an der Ausgabestelle in der „Kutscherscheune“, dem beliebten Ausflugslokal in Groß Zecher, zur Ausleihe bereit. Zwei weitere gibt es im Möllner „Erlebnisreich“. 3,50 Euro kostet die Gebühr. Der Akku hat eine Leistung von etwa 36 Stunden Dauer. Doch so lange dürfte wohl kaum ein Wanderer auf dem fünf Kilometer langen Rundweg über den Zecher Werder, der direkt hinter der Kutscherscheune beginnt, benötigen. Auch die 7,5 Kilometer des zweiten Rundwegs über den Seedorfer Werder kann noch innerhalb der Batterielaufzeit geschafft werden.

„Wir haben die Geräte, die übrigens von Felix Wätge, einem Schüler des Möllner Gymnasiums, programmiert wurden, bereits an einige Gäste ausgegeben — Familien und Senioren, die allesamt damit gut zurecht gekommen sind“, berichtet Hannelore von Witzendorff, Chefin der „Kutscherscheune“. Insbesondere Kindern und Jugendlichen bereitet die Bedienung der Geräte keinerlei Schwierigkeiten.

Das neue Besucherinformationssystem kostet insgesamt 13 500 Euro. 50 Prozent der Summe wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Kiel gefördert. Die andere Hälfte übernimmt der Kreis. Die Kosten hält Hadulla für vergleichsweise gering. „Würden wir große Infotafeln in der Naturlandschaft aufstellen, müssten diese über Jahre auch gepflegt und gewartet werden“, was einen ungleich höheren finanziellen und personellen Aufwand nötig mache.

Da es mittlerweile etwa 20 Wandertouren mit einer Gesamtstrecke von rund 200 Kilometern im Kreis gebe, denkt die HLMS über eine Ausweitung des Services nach. Schmidt: „Wir wollen demnächst damit auch in den Elbbereich nach Lauenburg und Geesthacht.“

Joachim Strunk

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