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Lauenburg Gäste besorgt um Vielfalt auf Möllner Altstadtfest
Lokales Lauenburg Gäste besorgt um Vielfalt auf Möllner Altstadtfest
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18:24 25.07.2019
„Möllner Lauke“, hier eine Präsentation des Altstadtfestes 2017, soll es zumindest auf dem Marktplatz geben. Ansonsten dürfen nur Getränke eines Hamburger Lieferanten ausgeschenkt werden. Quelle: Grombein Florian
Mölln/Hamburg

Altstadtfest-Fans prophezeien den Niedergang des Altstadtfestes, das ein ganz neues Konzept bekommt. Größte Kritikpunkte: Sponsoring mit Vorgabe der Biersorte und Flohmarkt-Verkleinerung. Doch gerade mit dem Sponsor soll laut Stadtmarketing das Fest dauerhaft gesichert werden.

„Gerade eine Vielzahl an Biersorten macht eine solche Veranstaltung doch attraktiv für Besucher“, erklärt etwa Facebook-Nutzerin Janine Kruse als Reaktion auf unseren Artikel über die Ausschließlichkeitsklauseln im Vertrag mit dem Hauptsponsor von letzter Woche. Sie arbeite seit vielen Jahren an einem Getränkestand auf dem Fest und registrierte, dass viele Gäste bewusst die „Möllner Lauke“ bestellt haben. Vor allem Touristen. „Ich würde diesen Einheitsbrei sehr schade finden und als Rückschritt wahrnehmen“, erklärt sie. Mehrere LN-Leser bedauerten außerdem, dass die Privatbrauererei Brauberger aus Lübeck aufgrund der neuen Bedingungen 2019 nicht mehr beim Möllner Altstadtfest vertreten sein wird.

Brauberger aus Lübeck „passt nicht ins Konzept“

„Wir passen nicht mehr ins Konzept und würden ausgeladen, sehr, sehr schade. Wir hatten immer viel Spaß“, teilt das „Brauberger Lübeck“ auf Facebook mit. Auf Anfrage erklärt Brauberger Chef Thomas Rosenhahn: „Ich war schon ein wenig traurig, als ich hörte, dass wir nicht mehr ins Konzept des Stadtmarketings passen. Denn Mölln war mein Steckenpferd“, berichtet der Braumeister. Doch das Problem sei für kleine Brauereien auch bei anderen Verastaltungen gegeben. So dürfe das Brauberger auch nicht auf der aktuell laufenden Travemünder Woche ausschenken, weil der Veranstalter Verträge mit großen Hamburger Brauereien habe, so Rosenhahn

„Damit geht die Vielfalt verloren“, sagt auch Francis Kasi auf unserer öffentlichem Facebook-Seite „Lübecker Nachrichten Herzogtum Lauenburg“. Es werde sich nicht mehr lohnen, auf das Fest zu gehen, wenn er bei sechs verschiedenen Schankbetrieben nur zwei verschiedene Biere trinken könne. „Wie kann man nur solche dummen Verträge machen und die Schankbetriebe so unter Druck setzen“, sagt er. Carsten Flint fragt, warum Getränke aus dem 50 Kilometer entfernten Hamburg geliefert werden müssen. Melanie Penteleit ergänzt: „Zumal in Mölln ein Getränkelieferant ansässig ist.“ Tobias Luedke wendet sich direkt an das Tourismus und Stadtmarketing Mölln, in dem er die „Euelnspiegelstadt“ addet: „Wenn man einem Fest die Seele nimmt, was durch den Umbau des Flohmarktes schon einen harten Einschnitt erhält, wird es das Fest mit der Akzeptanz von allen teilnehmenden Parteien noch schwerer haben.“

Möllner Lauke und Craft-Biere im Angebot

Jochen Buchholz, Leiter des Tourismus- und Stadtmarketings, antwortete in der vergangenen Woche aus dem Urlaub auf die LN-Anfrage zum Thema. Zurück in Mölln äußert er sich ausführlicher zu den Plänen. „Die Sponsoringvereinbarung beinhaltet übliche Leistungen und Gegenleistungen. Neben der gängigen Logoplatzierung auf Werbematerialien gehören dazu auch Ausschließlichkeitsklauseln“, agt er. Die Sponsorengelder werden demnach in ein Programm investiert und nicht dazu genutzt, den Zuschussbedarf des Festes zu reduzieren.

Und Buchholz gibt Entwarnung, was den Ausschank des lokalen Traditionsbieres „Möllner Lauke“ betrifft: „Zugesichert werden kann, dass die Möllner Lauke auf dem Marktplatz ausgeschenkt wird. Dieses wurde zu keiner Zeit in Frage gestellt und bereits bei der Vereinbarung mit dem Sponsorpartner berücksichtigt“, erklärte Buchholz. Für den Ausschank auf dem restlichen Fest sei die Biersorte „Ratsherren“ aus Hamburg vereinbart worden. Diese biete neben dem klassischen Pils diverse Craft-Biere an. Ob die Craft-Biere angeboten werden, liege in der Verantwortung der jeweiligen Standbetreiber. Aber seit wann wussten die Beschicker, dass sie nur eine bestimmte Biersorte ausschenken dürfen? „Die Beschicker des Festes haben spätestens mit der Vertragszusendung eine finale Information erhalten.“ Vorab seien in Gesprächen bereits Hinweise auf ein etwaiges Sponsoring gegeben worden. „Offene Kritik seitens der Beschicker ist uns gegenüber bislang nicht geäußert worden.“

Stadtmarketing will mit Sponsoring Fest sichern

Der Sponsorpartner unterstütze das Fest finanziell und erlaube damit eine Attraktivierung des Altstadtfestprogramms. Des Weiteren werde dieser einen Zentralkühlwagen vorhalten, der während der gesamten Veranstaltung personell besetzt und eine laufende Versorgung der Getränkestände auch bei spontanen Engpässen sicherstelle. Buchholz: „Es entfällt damit für die Getränkestände das Vorhalten von eigenen Getränkekühlwagen.“

„The Rattles“ kommen nach Mölln

Das Programm soll attraktiver werden. So wird die neue Bühne am Mühlenplatz am Freitagabend von Masha Ray bespielt. Masha Ray kombiniert Retro-Sounds mit modernen Beats - es entsteht eine Fusion aus Electro-Swing, Dancehall, Folklore & Pop, die in einer 5-köpfigen Besetzung (mit Sängerin, DJ, Bläsern und Percussion) in primär englischer, aber auch teils russischer Sprache das Publikum unterhält.

Am Sonnabend konnten die deutschen Beatles, „The Rattles“ für den Mühlenplatz gewonnen werden. Seit fast 60 Jahren ist die bekannte Band unterwegs. Sie sind so etwas wie die Urväter der deutschen Rockszene und eine der wenigen musikalischen Institutionen Deutschlands. Die Blitztournee mit den Beatles durch Deutschland, ihre Konzertreise mit den Rolling Stones durch England und ihr Welthit „The Witch“ sind noch heute legendär.

Ergänzt wird das Musikprogramm auf der Marktplatzbühne in bewährter Weise durch die Lokalmatadoren Jessen & Melzer am Freitagabend sowie die Tonados mit den besten Songs aus den 80er und 90er Jahren am Samstagabend.

Die Bemühungen um einen Sponsor seien bereits im Tourismus-Ausschuss der Stadt Mölln im Februar 2019 erläutert worden. Eine inhaltliche Vertragsgestaltung sei dort bislang jedoch kein Thema in gewesen. Die langfristige Sicherung des Altstadtfestes mit allen notwendigen Änderungen stehe im Fokus der Bemühungen. „Eine Erhöhung der Standgebühren wäre für die Attraktivitätssteigerung des Bühnenprogramms die eine Möglichkeit gewesen, wir haben uns für einen alternativen Weg in Form eines umfassenderen Sponsorings entschieden“, erklärt Buchholz.

Florian Grombein

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