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Lauenburg Ganz schön heiße Mode: Schwitzen wie im Mittelalter
Lokales Lauenburg Ganz schön heiße Mode: Schwitzen wie im Mittelalter
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18:15 27.07.2013
Ratzeburg

Thorge (10) und Jasper (13) aus Bornheim/Rheinland-Pfalz tragen Rushosen, das sind von den Wikingern bevorzugte Pluderhosen. „Sie sind so schön luftig“, sagt Thorge. Mit seinen Eltern und einer befreundeten Familie ist er seit Jahren beim „Racesburg Wylag“ dabei und freut sich schon immer sehr auf die Sommerferien, wenn es ins Ratzeburger Lager geht. Gerade kommen die Beiden vom Baden im See. Die Tracht der Wikinger ist für sie ein selbstverständliches Gewand in diesen Tagen. „Wir haben noch mehr Wikinger-Sachen“, sagt Thorge stolz.

Ein Zelt weiter ist Simone Schwagmann aus Varel/Oldenburg dabei, Brettchenborten zu weben. Die gelernte Schneiderin hatte schon als Jugendliche Interesse am Mittelalter. Ihre Kleidung und ihr Zelt hat sie natürlich selbst genäht. Noch trägt sie ihre einfachen „Markt-Klamotten“ aus Leinen, aber fürs Foto kleidet sie sich extra um, erscheint nun in einer vornehmen Wikinger-Gewandung aus Seide.

„Das ist die Prunkkleidung für Feste oder als Händlerin“, sagt die 37-Jährige. Ihre Kette ist aus Bernstein, dem damaligen Zahlungsmittel, und das Messer am Gürtel ist ein Statussymbol. „Es demonstriert, dass ich ein freier Mensch bin und kein Sklave.“ Seit sieben Jahren ist sie auf Märkten unterwegs, das erste Mal in Ratzeburg. Modefarben wie heute gab es in der damaligen Kleidung nicht. Die Farbe richtete sich nach dem Wappen oder dem, was die Natur her gab zum Einfärben: Schilfkraut oder Zwiebelschalen. Wer es sich leisten konnte, ließ sich Safran aus dem asiatischen Raum mitbringen.

Auch die Kleidung des Lager-Herrschers Hubert Lord High Sheriff (Tim Schneider aus Kamen) zeigt, dass es sich um einen wohlhabenden Normannen handelt. In leuchten rot/blauen Farben ist seine Kotte aus Seide, nach Vorlagen selbst genäht und mit 3000 Perlen bestickt. Etwas erschöpft wirkt Ritter Moritz von Zahrenhusen (Volker Schulz aus Amelinghausen). Er hat sich zur Eröffnung schön gemacht, trägt noch die schwere Ritterüstung, von einem Schmied in Tschechien gearbeitet. Er wird sie gleich gegen ein Wappenkleid aus Leinen tauschen.

Silke Geercken

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