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Lauenburg Gedenken an die Brandanschläge vor 26 Jahren
Lokales Lauenburg Gedenken an die Brandanschläge vor 26 Jahren
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18:56 23.11.2018
Faruk Arslan für die Familie.die neue Generalkonsulin für die Republik Türkei legten wie auch Bürgermeister Jan Wiegels und Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie Kränze am Brandhaus in der Möllner Mühlenstraße nieder. Quelle: jeb
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Mölln

Vertreter der Stadt, zahlreiche Möllner und viele Mitglieder der türkischen Gemeinde nahmen gestern an der Feierstunde zum 26. Jahrestag der Möllner Brandanschläge teil.

Zunächst trafen sich die Menschen in der Moschee zu einer kleinen interreligiösen Feierstunde, an der ein türkischer Prediger ebenso teilnahm wie Pastoren und Pfarrer der vielen christlichen Gemeinden in Mölln. Am Ende der kleinen Feierstunde wurde gemeinsam das „Vaterunser“ gebetet.

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Dann zog die Gruppe schweigend in die Möllner Mühlenstraße, wo traditionell Kränze am Brandhaus, dem Bahide-Arslan-Haus, niedergelegt wurden. Auch Faruk Arslan legte stellvertretend für die Familie gemeinsam mit der Hamburger Anwältin Inga Kirstein einen Kranz nieder, ebenso Möllns Bürgermeister Jan Wiegels gemeinsam mit Bürgervorsteher Jan-Frederik Schlie und die türkische Generalkonsulin Yonka Sunel.

Längst sind die Brandanschläge ein Teil der Möllner Stadtgeschichte geworden. „Ein Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen sollte eine Selbstverständlichkeit sein“, sagte der islamische Prediger. Er zitierte dazu den Koran, Sure 49 Vers 13: „Oh ihr Menschen, wir erschufen euch als Mann und Frau und machten euch zu Völkern und Stämmen, damit ihr einander kennenlernt.“ Alle Menschen seien Familienangehörige Gottes, sagte der Prediger.

Auf dem Marsch von der Moschee zur Mühlenstraße, für den die Polizei die Hauptstraße kurzfristig voll sperrte, wuchs die Zahl der Menschen, die der Opfer der schrecklichen Brandanschläge gedenken wollten, auf etwa 100 an. Es war eine friedliche Zeremonie vor dem Brandhaus in der Mühlenstraße. Neben den Kränzen legten viele Möllner auch Rosen vor das Haus und auf dessen Fensterbänke.

Der stellvertretende Vorsitzende der türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein, Dr. Cebel Kücükkaracha, wandte sich an die Gruppe und sagte: „Mölln wurde durch diesen Anschlag zu einem Symbol für rechten Terror, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland.“ Was den Anschlag von Mölln damals so besonders und zugleich so schrecklich machte, war die Stufe der Gewalt, die damit in Deutschland erreicht wurde.

Jens Burmester

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