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Lauenburg Geesthacht und Nachbardörfer beschließen interkommunale Kooperation
Lokales Lauenburg Geesthacht und Nachbardörfer beschließen interkommunale Kooperation
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15:52 19.09.2019
Georg Miebach als Erster Stadtrat von Geesthacht unterzeichnete mit den Bürgermeistern Friedrich-Wilhelm Richard (Hamwarde), Hans-Ulrich Jahn (Wiershop) und Uwe Schack (Worth) sowie der Hohenhorner Bürgermeisterin Hanna Putfarken (von links) das erste Stadt-Umland-Konzept im Kreis Herzogtum Lauenburg für eine interkommunale Zusammenarbeit. Quelle: TIMO JANN
Hohenhorn

Die Stadt Geesthacht wird künftig verstärkt mit den Gemeinden Hohenhorn, Wiershop, Hamwarde und Worth kooperieren. In Hamwarde kann dadurch ein weiteres großes Neubaugebiet entstehen, in Wiershop sollen im ersten Schritt zehn Hektar zusätzliche Gewerbeflächen entwickelt werden. „Wir wahren die zentralörtliche Funktion“, antwortet Geesthachts Erster Stadtrat Georg Miebach auf die Frage, was Geesthacht von dem jetzt unterzeichneten Stadt-Umland-Konzept (SUK) hat. Und Geesthachter könnten in Wiershop vielleicht Arbeitsplätze finden, Neubürger aus Hamwarde würden wohl in Geesthacht einkaufen gehen.

Trotz nicht absehbarer Konzepte für neue Gewerbeflächen oder Baugebiete in Geesthacht möchten die Verantwortlichen die junge Partnerschaft mit den Nachbargemeinden nicht klein reden. „Was hier entwickelt wird, geht nur durch die Kooperation. Gebe es die nicht, würden die Entwicklungen vielleicht woanders laufen, dann hätte die Region möglicherweise gar nichts“, berichtet Michael Birgel von der Kreisverwaltung. Miebach hofft unterdessen, dass Hohenhorn, ohne die Gemeinde zu nennen, seine Blockadehaltung aufgibt. Denn das SUK bietet auch für Geesthacht selbst Perspektiven, aber Hohenhorn knüpft etwa an ein gemeinsames Gewerbegebiet mit der Stadt Bedingungen im Straßenbau. Die Geesthachter Ortsumgehung etwa lehnt Hohenhorn ab, solange das Dorf nicht selbst eine Umgehung bekommt.

„Wir begrüßen diese Kooperation, sie bietet der Region Möglichkeiten, die Geesthacht allein und die Gemeinden allein nicht hätten“, ist Ulf Hahn, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFL), zuversichtlich. Auch Beate Domin aus der Abteilung für Landesplanung im Kieler Innenministerium ist überzeugt, dass das SUK der richtige Weg ist. Herausforderungen der Zukunft kann man nicht mehr in Gemeindegrenzen denken“, sagt sie. Der Landesentwicklungsplan ziele genau auf solche interkommunalen Kooperationen, wie sie kreisweit jetzt erstmals vereinbart wurde, ab. Und die Vereinbarung werde auch als Ziel in die Landesplanung einfließen – weil eben die Vereinbarungen vor Ort so getroffen worden und vom Land akzeptiert werden. Denn Geesthacht gibt quasi die Chance, Wohnraum zu schaffen, an Hamwarde ab.

Georg Miebach als Erster Stadtrat von Geesthacht unterzeichnete mit den Bürgermeistern Friedrich-Wilhelm Richard (Hamwarde), Hans-Ulrich Jahn (Wiershop) und Uwe Schack (Worth) sowie der Hohenhorner Bürgermeisterin Hanna Putfarken (von links) das erste Stadt-Umland-Konzept im Kreis Herzogtum Lauenburg für eine interkommunale Zusammenarbeit. Quelle: TIMO JANN

Christine Lehmann, die Amtsdirektorin des Amtes Hohe Elbgeest, erinnerte vor der Unterzeichnung des SUK noch einmal daran, wie lange die Vorbereitungen gedauert hatten. 2001 gab es einen gemeinsamen Gebietsentwicklungsplan, 2015 wurde dann die Absicht zum SUK erklärt. „Teilweise war es auch ein schwieriger Prozess“, blickte sie zurück, vor allem Bauamtsleiter Peter Junge als Vertreter aus Geesthacht verzweifelte zwischenzeitlich – an der Haltung der Gemeinde Hohenhorn. „Wir haben uns jetzt aber ach verpflichtet, die Geesthachter Ziele mitzutragen“, sagte Hohenhorns Bürgermeisterin Hanna Putfarken und nannte den Wunsch nach einem Bahnanschluss als Beispiel. „Ich bin froh, dass wir jetzt einen Weg gefunden haben“, sagte Hamwardes Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Richard. Und sein Wiershoper Amtskollege Hans-Ulrich Jahn ergänzte: „Was wir planen, ist keine Konkurrenz zu Geesthacht.“

Das SUK soll, noch am Mittwochabend fasste die Wiershoper Gemeindevertretung den Beschluss für ein Neubaugebiet, schnell umgesetzt werden. Jährliche Treffen zwischen den Partnern und eine Evaluation in fünf Jahren sollen dazu beitragen, dass Inhalte gegebenenfalls an aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Für Geesthacht die einzige Chance, selbst noch in die Entwicklung neuer Gewerbeflächen entlang der geplanten Umgehungsstraße einsteigen zu können. Außer um wohnen und arbeiten soll es im SUK aber auch Kooperationen für die Bereiche Freizeit, ÖPNV, Verkehr und Ausgleichsmaßnahmen gehen.

Von Timo Jann

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