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Lauenburg Neue Messstation für Wasserqualität an der Elbe
Lokales Lauenburg Neue Messstation für Wasserqualität an der Elbe
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17:00 23.11.2019
Das Geesthachter Helmholtz-Forschungszentrum plant eine Messstation in der Elbe vor Tesperhude. Direkt rechts an der Seebrücke möchte das HZG eine Forschungsplattform, die in einem Container auf einem Ponton untergebracht wird, errichten. Quelle: Timo Jann
Geesthacht

Das Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) möchte mithilfe einer neuen Messstation in der Elbe vor Tesperhude die Wasserqualität des Flusses dauerhaft analysieren. Entsprechende Pläne stellten die Wissenschaftler jetzt im Stadtplanungsausschuss vor. Ziel sei es, regionale, nationale und internationale Forschungsprojekte mit den Daten zu versorgen und Erkenntnisse für die Zusammenhänge im Fluss-Meer-System zu erlangen. Man möchte so ein durchgehendes Monitoring der Elbe von der Quelle bis in die Nordsee aufzubauen. Bei Politik und Verwaltung stießen die Forscher auf Zustimmung. Anfängliche Skepsis, der nötige Messcontainer könnte den Blick stören, wurden ausgeräumt.

Ponton mit Container voller Technik

850 000 Euro, so eine erste Schätzung des Instituts für Küstenforschung, würde das Projekt kosten. Geplant ist, an der Seebrücke in Tesperhude einen Ponton aufzubauen, der mit einem 20-Fuß-Container voller Technik ausgerüstet wird. Der Standort gilt als ideal, weil man weit Richtung Flussmitte gelangt. Das Wasser dort soll analysiert werden. „Die Elbe und die Nordsee sind von großer ökologischer Bedeutung“, erklärte Sina Bold aus dem Projektteam des HZG. So wurde bereits insbesondere im Bereich der Mittelelbe ein massenhaftes Wachstum von Mikroalgen erkannt. Die Algen treiben dann Richtung Hamburger Hafen, werden dort von Bakterien unter Nutzung von Sauerstoff zersetzt, was gerade im heißen Sommer zuletzt immer wieder zu Sauerstoffarmut im Wasser geführt hatte.

Mikroplastik in der Elbe

„Im Moment gibt es nur Abschätzungen, was aus der Mittelelbe über das Wehr in die Tideelbe gelangt“, berichtete Sina Bold. Da möchte man mehr Informationen zu den Bestandteilen im Wasser erfassen. „Jedes Mal mit einem Hochwasser kommt ein Schwall an Altlasten hier vorbei. Aber der wird kleiner“, sagte Prof. Dr. Kay Emeis, der Leiter des HZG-Instituts für Küstenforschung. „Wir erkennen aber auch neue Probleme des Wassers, etwa durch Mikroplastik“, so Emeis. Insgesamt habe sich die Wasserqualität in den vergangenen 30 Jahren aber deutlich verbessert. „Mit den Daten können wir Szenarien modellieren, was wäre wenn“, erklärte Wissenschaftlerin Jana Friedrich.

Sina Bold (rechts) und Jana Friedrich vom Institut für Küstenforschung des HZG stellten die Pläne für eine neue Forschungsplattform in der Elbe vor Tesperhude vor. Quelle: Timo Jann

Klimawandel und globale Bedingungen untersuchen

Mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) sei man bereits in der Abstimmung, Beeinträchtigungen durch den Ponton und die Messreihe für die Schifffahrt seien aber nicht zu erwarten, hieß es. Nur bei Eisgang auf der Elbe müsste man den Ponton in Sicherheit bringen. „Fluss-Meer-Systeme unter den Bedingungen des globalen Wandels zu erhalten ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft“, sagte Jana Friedrich. Und dazu würde nicht nur der Klimawandel zählen, sondern auch die Nutzung durch den Menschen.

„Wir begrüßen das“, brachte Bauamtsleiter Peter Junge die Sicht von Verwaltung und Politik auf den Punkt. Das HZG-Team berichtete, dass man jetzt Fördermittel einwerben werde und auf eine zügige Realisierung hoffe. Der Standort unterhalb des Forschungszentrums am Elbufer sei perfekt, um schnell reagieren zu können. Zur Information, was in dem Messcontainer passiert, sollen Informationen für die Bürger und Touristen präsentiert werden.

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Von Timo Jann

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