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Lauenburg Neubaugebiet sorgt für Unruhe in Sandesneben
Lokales Lauenburg Neubaugebiet sorgt für Unruhe in Sandesneben
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11:42 15.11.2018
Bürgermeister Erich Bünger erläuterte Anwohner Rodja Krückmeyer nach der Sitzung die Pläne für das Neubaugebiet Quelle: Jens Burmester
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Sandesneben

Ein geplantes Neubaugebiet in Sandesneben sorgt für Unmut bei den Anwohnern der Straße „Am Schmiedeberg“. „Wir sind im Vorwege nicht über das Vorhaben der Gemeinde informiert worden“, warf Andreas Sieber, dem dort ein Haus gehört, der Gemeindevertretung vor.

Über 20 Besucher waren zur jüngsten Gemeinderatssitzung in den Lauenburger Hof in Sandesneben gekommen. Normalerweise sitzen dort ein bis drei Zuhörer, die sich für die Gemeindepolitik interessieren. Sie alle verfolgten die Sitzung bis zum Ende, stellten während der Sitzung keine Fragen, aber als Bürgermeister Erich Bünger die Sitzung offiziell beendet hatte, sprach Wortführer Andreas Sieber ihn an.

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Andreas Sieber sprach an diesem Abend für die vielen Anwohner der Straße "Am Schmiedeberg", die von der Gemeinde nicht vor der Sitzung über die Pläne informiert wurden Quelle: jeb

Bürger sind enttäuscht

„Wir sind enttäuscht, dass die Gemeinde jetzt ein Baugebiet ausweist und vorher nicht mit uns, die wir direkt nebenan wohnen, gesprochen hat oder uns irgendwie über das Vorhaben informiert hat“, machte Sieber deutlich. Ruhig und sachlich sprachen die Bürger auf der einen und Bürgermeister Bünger sowie seine Gemeindevertreter auf der anderen Seite miteinander.

In der Sitzung hatte Bünger unter dem Tagesordnungspunkt 11 verkündet, dass man ein Gebiet mit bis zu 28 Bauplätzen nördlich der Straße „Bürgerende“ und östlich der Straße „Am Schmiedeberg“ ausweisen wolle. Für den so genannten Bebauungsplan 21 sollte an diesem Abend ein Aufstellungsbeschluss beschlossen werden. Bei einer Enthaltung stimmten die Gemeindevertreter dem Vorhaben auch zu.

Großer Bedarf an Wohnraum

Das Gebiet sei schon vor 40 Jahren einmal im Gespräch gewesen, aber immer wieder verworfen worden. Und zuletzt habe die Gemeinde ein Baugebiet am Schiphorster Weg ausweisen wollen, doch das sei an den viel zu hohen Forderungen der vier Grundeigentümer gescheitert, wie Bünger erläuterte. Da aber der Bedarf an Wohnraum groß sei, habe man sich für das Gebiet neben der Straße „Am Schmiedeberg“ entschieden. Das aber sei erst seit drei oder dreieinhalb Wochen so gut wie in trockenen Tüchern gewesen. Die Unterschrift unter den Kaufvertrag für das Land sei sicher, aber noch nicht geleistet.

Das gibt für die besorgten Bürger, die zum einen um den unverbauten Blick aber vor allen Dingen Probleme beim Abfluss von Regenwasser fürchten, Anlass zur Hoffnung. Möglicherweise überlege es sich die Gemeinde ja doch noch, mit den Eigentümern am Schiphorster Weg ein weiteres Gespräch zu suchen und hier auf eine Bebauung zu verzichten. Doch Bünger dämpfte die Erwartungen und Hoffnungen. Immerhin hätten die Gemeindevertreter ja den Aufstellungsbeschluss gefasst und nun werde das Verfahren seinen Weg gehen.

Erich Bünger ist schon seit fast 25 Jahren Bürgermeister in Sandesneben Quelle: Jens Burmester

Gesprächsbedarf bis nach Mitternacht

Allerdings werde es ein beschleunigtes Verfahren nach Paragraf 13b Baugesetzbuch geben, bei dem die Öffentlichkeit nicht zu beteiligen sei. Dennoch machte der Bürgermeister deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger jederzeit an den öffentlichen Ausschuss- und Gemeinderatssitzungen teilnehmen könnten, um sich zu informieren. Auch die Bürgermeister-Sprechstunde böte sich für Fragen an.

Mit diesem beschleunigten Verfahren gebe es eine deutliche Kostenersparnis für die Bauherrn und das Verfahren dauere nur ein Jahr. Anders hingegen sieht es bei dem Aufstellungsbeschluss für die „Hege“ aus. „Das Land gehört nicht der Gemeinde und hier können wir nur wenig mitreden. Das wird im normalen Verfahren gemacht und das dauert deutlich länger“, erklärte der Bürgermeister. Hier wurde ein landwirtschaftlicher Betrieb aufgegeben und nun sollen dort diverse Einfamilienhäuser rechts und links der Kreisstraße 45 entstehen. Mit der 12. Änderung des Flächennutzungsplanes soll hier auch der Bereich des Umspannwerkes mit erfasst werden.

Obwohl die Diskussion nach der Sitzung völlig entspannt und ruhig verlief, hatten einige Bürger danach immer noch Gesprächsbedarf. Bis nach Mitternacht saßen sie noch in der Gaststätte zusammen und diskutierten, wie es nun weiter gehen sollte.

Jens Burmester

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