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Lauenburg Gemeinsam für Frieden: Oster-Friedensmarsch in Mölln
Lokales Lauenburg Gemeinsam für Frieden: Oster-Friedensmarsch in Mölln
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16:26 23.04.2019
Ostermarsch durch Mölln, rechts vorne SPD-Kreisvorsitzende Nina Scheer. Quelle: hfr
Mölln

„Es geht mit den Oster-Friedensmärschen in diesem Jahr verstärkt um den Klimawandel und dessen friedensbedrohliche Dimension“, eröffnete Dr. Nina Scheer, SPD-Kreisvorsitzende und zugleich Bundestagsabgeordnete die Kundgebung. „Wenn weltweit immer mehr Menschen von immer weniger endlichen Ressourcen abhängig sind, wird dies zu weiteren Kriegen führen. Aus diesem Grund sowie zur Eingrenzung des Klimawandels müssen wir beschleunigt auf Erneuerbare Energien umsteigen“, so Scheer. Als weitere Herausforderungen benannte Scheer die Entwicklung von Mini-Atombomben, deren Einsatz sich niedriger Hemmschwellen ausgesetzt sähe und deswegen neben dem Einsatz für Abrüstung und gegen Aufrüstung entschieden zu ächten seien. Es gelte, die Vereinten Nationen als weltweit respektierte und zentrale friedenssichernde Institution zu stärken und auszubauen. Die Aufrüstungsspirale müsse beendet werden, gleiches gelte für Rüstungsexporte. Hier seien verstärkt wirtschaftspolitische Motive zu beobachten, die aber nie an die Stelle der ethischen Verantwortung treten dürften.

Frauke Eiben, Pröpstin Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, betonte den Einsatz für das Leben in Anknüpfung an die Osterbotschaft und nahm zudem Bezug auf andere Religionen, die ebenfalls das Leben in den Mittelpunkt stellten. Der Einsatz für Frieden sei zugleich der Einsatz für Bildung und für Rechtsstaatlichkeit. Die Gesellschaft und ihre Entwicklungsmöglichkeiten seien auf Frieden angewiesen.

Aufruf zum Möllner Ostermarsch

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,

die Krisenherde und kriegerischen Konflikte mehren sich und werden angesichts einer neuen Aufrüstungsspirale zur wachsenden Bedrohung für immer mehr Menschen. Das handelspolitische Zusammenwachsen von Staaten verlangt nach klaren Wertvorstellungen im Umgang mit Rüstungsgütern, die niemals aus wirtschaftspolitischen Gründen exportiert werden dürfen, wenn ihre mutmaßliche Verwendung der Einhaltung internationaler Vereinbarungen und der Menschenrechte widerspricht.

Wir brauchen starke Vereinte Nationen - auch zur weltweiten Friedenssicherung. Für diesen Weg wie auch für die Entwicklung einer europäischen Verteidigungsarmee muss der menschenrechtsbezogene, die Zivilbevölkerung und ihre Infrastruktur schützende sowie friedenssichernde Auftrag als verpflichtende Maxime stehen.

Der technische Fortschritt darf nicht an die Stelle der menschlichen Entscheidung über den Einsatz von Waffen treten, der immer nur auf Grundlage von Völkerrecht und unseren Verfassungswerten erfolgen darf. Autonomen Waffensystemen, die die Entscheidung über Leben und Tod auf Computer und Algorithmen verlagern und auch Atomwaffen, die verstärkt über die Entwicklung kleiner Waffensysteme verfolgt werden, stellen wir uns entschieden entgegen. Wir brauchen neue Verhandlungen über die Ächtung und die Verschrottung von Atomwaffen - mit allen Atomwaffen besitzenden Staaten und auch solchen, die Atomenergie nutzen.

Eine immer größere Bedrohung auch des Friedens und der Menschheit stellt die Vernichtung endlicher Ressourcen dar. Deren Verknappung bei zugleich weltweit steigender Nachfrage und gesellschaftlichen Abhängigkeiten wird absehbar zu weiteren Kriegen um Öl und anderen Ressourcen führen, wenn diese Abhängigkeiten nicht schnellst möglich beendet werden. Wir verstehen den Umstieg auf Erneuerbare Energien und Ressourcen vor Eintritt der Verknappung somit auch als friedenspolitische Pflicht; auch angesichts des Klimawandels brauchen wir eine zu beschleunigende Energiewende. Ernteausfälle und der Anstieg des Meeresspiegels mit einer Vertreibung von heute geschätzt 140 Millionen Menschen bis 2050 verlangen entschiedenes Handeln zur Ablösung fossiler Ressourcen durch Erneuerbare Energien. Da von Atomenergie unbeherrschbare Risiken ausgehen und bis heute weltweit keine Endlager für hochradioaktive Abfälle geschaffen wurden, darf es zu keiner verlängerten Atomenergienutzung kommen und ist auch der europäische wie weltweite Atomausstieg unser Ziel.

Ostern ist auch die Zeit der Friedensmärsche. Der SPD-Kreisverband Herzogtum Lauenburg hatte bereits im vergangenen Jahr einen Friedensmarsch initiiert und knüpft daran in diesem Jahr zusammen mit weiteren Akteuren an.

In diesem Sinne laden wir Sie zum Oster-Friedensmarsch ein - als gemeinsame und sichtbare Stimme für Frieden und Abrüstung und für das Leben.

Dr. Nina Scheer, SPD-Kreisvorsitzende Herzogtum Lauenburg

Frauke Eiben, Pröpstin Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg

Ines Mahnke, Geschäftsführerin Lebenshilfewerk Mölln-Hagenow gGmbH

Marcus Worm, Kreisvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Herzogtum Lauenburg

Ebenfalls auf den Klimaschutz und seinen Bezug zu Frieden ging Burkhard Peters, Landtagsabgeordneter Bündnis 90/Die Grünen, ein. Er erinnerte an den Syrien-Krieg, den auch die klimatischen Bedingungen zumindest begünstigt hätten: Starke Trockenheit hätten zu Landflucht geführt mit einer sich anschließenden gesellschaftlich destabilisierenden Wirkung.

Bereits im vergangenen Jahr hatte der SPD-Kreisverband für den Ostermontag in Mölln zu einem Friedensmarsch aufgerufen. Mit dem nun entstandenen Bündnis wurde noch vor Ort erklärt, auch im nächsten Jahr erneut und mit möglichen weiteren Akteuren für den Frieden zusammenkommen zu wollen.

ln

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