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Lauenburg Gericht bestätigt G8-Abitur in Wentorf
Lokales Lauenburg Gericht bestätigt G8-Abitur in Wentorf
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21:10 17.04.2013
Von Wolfram Hammer
Wentorf

Turbo-Abi G8 oder Langsam-Abi G9? Die gestrige Bestätigung des G8-Abiturs am Gymnasium Wentorf bei Hamburg sorgt jetzt für ein erneutes Aufflammen des schwelenden Konflikts. Es geht dabei um den richtigen Weg zum Abitur an den Gymnasien im ganzen Land.

Gymnasium Wentorf im Süden des Herzogtums Lauenburg: 2008 muss es auf G8 umstellen. Der Schulleiter, Schüler, Eltern und Lehrer in der Schulkonferenz wollen G9. Aus pädagogischen Gründen. Das sei besser für die Kinder. Die Gemeinde pocht auf G8, das sei für sie kostengünstiger. Das damals noch FDP-geführte Bildungsministerium in Kiel ordnet 2011 G9 an. Die Anordnung scheiterte zweimal, zuletzt gestern, vor dem Verwaltungsgericht Schleswig. Wegen unstimmiger Annahmen des Ministeriums über die Folgekosten für die Kommune wiesen die Richter sie erneut zurück. Jetzt muss die Schule ihre Schüler weiter in acht Jahren zum Abi führen.

Theoretisch könnte das Ministerium noch in Berufung gehen. Praktisch schließt Ministeriumssprecher Thomas Schunck das aus. Das Urteil werde akzeptiert. Nicht von ungefähr. Längst ist der G9-verfechtende FDP-Bildungsminister Ekkehard Klug an der Spitze des Hauses Geschichte. Seit dem Regierungswechsel 2012 führt die parteilose Wara Wende das Ministerium. Und deren SPD-Grünen-SSW-Regierung verficht das G8-Abitur an Gymnasien, gewährt nur den letzten 15 bestehenden G9- und Y- Gymnasien Bestandsschutz, will den Schülern das G9-Abi sonst nur an Gemeinschaftsschulen ermöglichen. In einem Vorschaltgesetz hat die Regierung das bereits festgelegt, will es Anfang 2014 regulär in ein neues Schulgesetz schreiben.

„Das Gericht hat entschieden — jetzt G8 in Wentorf zum Erfolg machen!“, betitelte der SPD-Landtags-Bildungspolitiker Martin Habersaat seine Presseerklärung gestern, auch wenn man verstehe, dass die Entscheidung „bei der Schule selbst auch Enttäuschung auslösen wird“. Astrid Schulz- Evers sieht das ganz anders. G8 zum Erfolg machen? Von wegen. „In Wentorf wird das jetzt erst recht richtig zur Sache gehen“, sagt die Plöner Eltern-Aktivistin. Und zwar für G9. Astrid Schulz-Evers ist Mitbegründerin der Elterninitiative „G9 jetzt!“ und Initiatorin eines Volksbegehrens, dass vor vier Wochen landesweit gestartet ist. Ziel: Das SPD-Grünen-SSW-Schulgesetz soll gleich wieder gekippt, allen Gymnasien im Land die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 eingeräumt werden. 20 000 Unterschriften muss sie binnen eines Jahres sammeln. „Eintausend habe ich jetzt schon bei mir zu Hause.“ Landauf landab würden Mitstreiter weiter sammeln und selber bereits etliche Unterschriftenbögen horten. Ein paar hundert Unterschriften, da ist sich Schulz-Evers sicher, werden jetzt in Wentorf noch dazukommen, wo es schon länger auch eine eigene G9- Elterninitiative gibt.

Unterstützung gibt es auch von der FDP. Man werde im Kommunalwahlkampf ebenfalls Unterschriften für das Volksbegehren sammeln, erklärt die liberale Landtagsabgeordnete Anita Klahn.

Wolfram Hammer

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